Sonntag, 29. Januar 2012

Das Dings mit dem "In der Zeit sein"

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Der neuzeitliche Mensch, so auf der Höhe der Zeit, müht sich ein Lächeln ab.

Weil warum?

Ich mein, man traut sich ja kaum zu sagen, dass der Rechner zehn Jahre auf dem Buckel hat und aber schon sowas von voll und verkorkst war, weswegen sich der Mensch ein neues Gerät zueigen gemacht hat.
So ein Gerät ist erst einmal Tabula rasa, also nackt. Und ich kann euch sagen, das Anziehen eines strampelnden Kleinkindes im Winter zum Rausgehen ist ein Lercherlschas gegen Bill Gates´ Vorstellung von „Ist doch eh ganz einfach“.
Na dann bring einmal alles da rüber… . Bitteschön, ich will nicht klagen, So zwischendurch Ausmisten hat ja was Gutes (und in der neuen Tastatur krümeln sich auch noch keine Aschenreste), wenn auch viel verloren geht.

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Du tanzt also zwischen Gegenwart und Vergangenheit (Zukunft ist ja Illusion, und 2012 schon überhaupt).

Zum Einen klingelt jüngst jemand an der Tür, und das war ein gewisser Erich. Also Erich war Weggefährte zu einer Zeit als lange Haare, und damit meine ich bis zum Hemdkragen, einen Aufschrei der Empörung verursacht haben. Jener Erich mit dem ich den Traum vom Fliegen lebte, wobei das ham mir dann ja auch gemacht (Bild folgt, wenn ich´s finde).
Jener, mit dem ich in einem alten Peugeot durch halb Europa gefahren bin, im Lungau den ersten Rausch gehabt habe, unters Auto gekugelt bin und Panik weil plötzlich war vorn und hinten Wand (Bitte, ich war sechzehn). Am Morgen war dann noch eine Kuhzunge in meinem Gesicht, haben wir doch das Zelt nächtens mitten auf einer Kuhwiese aufgestellt, und aufgestellt ist ein bisserl übertrieben, weil damals gab´s ja am Lagerfeuer noch den Doppler (Zweilitergebinde mit relativ billigem Wein).
Jener mit dem ich in Luxemburg, die zwei Mädels, ähm, das geht euch aber wirklich nichts an, weil sonst hätt ich Augsburg ja auch erwähnt und München und …
Bitte, ja, heut weiss ich das, das mit der Marion war blöd, weil ich war mit ihr in der Kriese, aber deswegen muss er doch nicht gleich, und sie hängt sich gleich sein Foto an die Wand wo ich doch eh reumütig …, dabei hab ich doch mit der Renate und der Sylvia sowieso eh beinah schon Schluss gemacht gehabt und nur noch die die andere Renate.
War halt eine blöde Geschichte, aber was willst du machen wenn du Opfer deiner überbordenden Hormone bist. Bitte nochmal, das ist vierzig Jahre her!
Seither haben wir uns eigentlich kaum mehr gesehen, und dann steht da ein alter Mann vor der Tür…
(ja was, hallo, ich weiß eh, ich hab einen Spiegel im Badezimmer)

Zum Anderen, weil der Mensch ist ja nicht mehr ganz Neandertaler, ist man ja auf Facebook und drückt da munter auf „Gefällt mir“, sammelt „Freunde“ (Der Begriff hat sich ja stark geändert, bin ich doch beispielsweise „Freund“ von Nils Petter Molvaer, begnadeter Jazzer, der kennt mich gar nicht persönlich, aber wir sind Freunde.), und linkt herum was das Zeug hält.

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Seit kurzem bin ich da ja auch mit meinen Schülern, was ja nicht meine Schüler sind weil ein Hausmeister hat keine Schüler, sagt das aber so, weil einige sind ihm ans Herz gewachsen, befreundet. Berni etwa oder Paul, haben wir in älteren Beiträgen bereits abgebildet, sind ja nicht einfach nur so Masse, weil manche werden Person (Bitte, wir haben etwa zweihundertfünfzig Schüler, die dermerkst du dir nicht in den paar Stunden pro Woche, und überhaupt wenn sie XX-Chromosomenträgerinnen sind, da schauen 90% gleich aus, und mir haben 90% XX-Chromosomenträgerinnen, obwohl, ein paar stechen dann doch heraus.)
Jedenfalls, mutig von Berni & Co., mit dem „Hausmeister“ befreundet zu sein, Chapeau.

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(Bitteschön Urknall, wenn da jemand einen Knall gehört hat heiß ich Zwerg Bumsti, weil der Schall war ja noch nicht erfunden)

Zeit, diese Erfindung bewegter Teilchen, und alles nur wegen dem mutmaßlichen Urknall, bewegen wir uns halt mit ihr, stehen an einem Punkt und tun ein bisserl g´scheit ehe wir schwups wieder im Kosmos landen.
Wenn du einen Computer in Betrieb nimmst und dich dabei die Vergangenheit besucht weißt du, Einstein hatte recht, es ist relativ.
Na ja, das kann ich dem Christian F. nicht sagen, weil der wartet auf seine Drucke.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Freud und Leid

Es ist ja so, dass die Radierung noch nicht ganz entschlafen ist solange ein paar Unerschrockene zur Nadel greifen. Also Nadel jetzt Radiernadel!
Dies tat jüngst der K.P. und dies tat er in eruptiver Art.

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Und Lust und Schmerz liegen nahe beieinander.
Weil warum?
Der K, wenn er einmal loslegt, da fliegen die Fetzen, da wird gekratzt, geschmirgelt und rouliert (muss man manchmal wieder ein bisserl zurücknehmen) dass es eine Freude ist.
K nimmt was er erwischt, weil wenn ein Bild raus muss, muss es raus.

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Vor geraumer Zeit hab ich ihm eine Mezzotintoplatte hergerichtet zum Schaben und Polieren, und der Stammleser weiß, Mezzotinto braucht viele Stunden der Vorbereitung.
Was macht der K, er nimmt daheim halt alles was er an Kupfer findet und radiert drauflos, nimmt auch die Mezzo-Platte und ... radiert auf der Rückseite drauflos.
Dem Kupferdrucker kommen die Tränen, weil die fein aufgewiegten Zähnchen sind dahin, unrettbar verloren, pfutsch, abgeschliffen, nur noch Suppe, oh grausiges Schauspiel!
Andere Platte, Aquatinta mit offener Spurenätzung, fein penibel ausgearbeitet für des Meisters vollendenden Strich. Die gleiche Misere, Rückseite.

Jetzt ja, Rückseiten haben ihren Reiz, weil sie interessante Spuren haben, aber das hätten wir einfacher haben können.
Und mit gesenktem Haupte steht er da der Drucker, schnieft noch ein wenig, schneuzt sich laut in ein Tüchlein und, was soll er anderes tun, lächelt.
Ich mag ihn ja, den K.


Dafür war gestern Tag des Bedenkens, hat doch der Mensch vor einunddreißig Jahren einen Anfang gefunden von Etwas das noch dauert, aber das fällt schon ins Private.

Montag, 23. Januar 2012

Saga von Josselson und dem Troll und seinem Oheim und der Jungfer Sagsfreirausundnurtottir

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Josselson töltete auf seinem Isländer frohgemut über die Weiten der Hochebene, sein treuer Gefährte Blogson wie stets an seiner Seite. Hin ritten sie zum Hof von Sagsfreirausundnur, Vater von Sagsfreirausundnurtottir und Held unzähliger Scharmützel, wollte Josselson doch Sagsfreirausundnurtottir freien.
Die Sonne blinzelte verschmitzt zwischen den Wolken hervor, schien doch der Frühling greifbar und ein Räkeln und Strecken ward rundherum spürbar.

Dies behagte nun aber dem Troll Missgunstur gar nicht, weil Trolle einmal so und einmal so sind, und jetzt grad eben so, also sucht er den Hain Schreibestan auf, wo Josselson seinen Hof seit Monaten munter bestellt, nur eben nicht jetzt, töltet er doch grad ...
Missgunstur, den Josselson dereinst in unvorteilhafter Pose erwischt und in jugendlich überbordendem Leichtsinn dargestellt hat, grummelte finster als er den Josselson nicht da angetroffen hat, also in Schreibestan. Und wenn ein Troll grummelt, das verheißt nichts Gutes.

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Trolle sind listig, und meist haben sie auch Fäden die sie spinnen können, also spinnt Missgunstur hinein in die Welt, spinnt bis hin zu Josselsons Oheim Karlson, Herrscher der Küstenlande und Wohltäter der Witwen und Waisen.
Schon ist Karlson eingewickelt und banget zu recht um den Ruf seines Reiches, weil wisset, ein Troll der hat Macht, und Niemandem wünscht man ein Spiel dieser Kräfte.
So sinnet der Oheim auf Lösung und schickt einen Falken mit Nachricht zu Josselson, welcher noch immer dahintöltet, an seiner Seite der treue Gefährte Blogson.

Schon sahen die beiden Gesellen im Tal den Hof Sagsfreirausundnur, am Brunnen die liebliche Sagrfreirausundnurtottir, den Krug klares Quellwasser schöpfend, worüber Josselsons Herz nur so jauchzte, und die Isländer verfielen in Trab.

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Der Schatten war kaum merkbar, weil was wirft ein Falke schon Schatten, jedoch dem geschulten Auge des Josselson entgeht sowas nicht. Der Held (Ich nenne ihn Held, weil auch Quichote war ein Held) hebt den Arm, auf dass sich der Vogel darauf niederbreite (jetzt, das klingt ja wirklich geschwollen) und nimmt behende seines Oheims pergamenten Nachrichtröllchen, liest und brrrt sein Pferd, wie auch der Blogsohn seines brrrt.

„So geht das nicht Vasall, halt ein und tue Abbitt bei dem Troll.“ steht da, und „Die Sagsfreirausundnurdottir sei dir verwehrt wenn du den Troll bebilderst, weil wisse, Trolle stehen über uns, und überhaupt in dieser Zeit.“

Die Sonne war schon über dem Zenit, blinzelte aber immer noch verschmitzt, weil einer Sonne ist das Alles ganz egal, nicht so dem Josselson, der, und mit ihm Gefährte Blogson, wendeten die Pferde und tölteten gesenkten Haupts gen Schreibestan, wo ihrer schon ein Troll harrte.

„Gut geschrieben Josselson, nicht schmeichelhaft, aber damit kann ich leben. Jedoch das Bild erzürnt mich, also weg damit ehe ich aus dem Ruder laufe!“ dies, oder ähnlich sprach der Troll und Josselson tat dies (also löschen und bedauern).
Der Troll war wohlgestimmt, weil sein Gespinst hat sich als gut erwiesen.
Und als der Josselson darüber schreiben wollte, da teilte sich der Himmel, und mit sonorer Stimme sprach der Herr, „Lass ab mein Sohn, mach keine Wellen!“.

So sitzt der Josselson gesenkten Haupts, rauft sich das jugendlich dichte Haar, und denkt, „Jeschuschmarantjosef, so ein Bahö weg´n sowos“.
Jedoch, Josselson, Sohn Jossels des Kavallerieobergefreiten, Enkel des Pferdestraßenbahnfahrers Jossel, der hat an Watschen (Ohrfeigen) schon genug gehabt, also schwingt er sich auf sein Pferdchen und ab in den Sonnenuntergang.

Dem Vernehmen nach, ich kannte ihn ja nicht persönlich, tat´s Josselson leid, Andere da mit hineingezogen zu haben.

Montag, 16. Januar 2012

Was man halt so im Winter tut

Die Andrea weilt ja nicht mehr unter uns, also Andrea das Sturmtief, aber jetzt wo endlich einmal im Osten etwas Winterähnliches anklopft genügt ja schon ein bisserl ein kräftigeres Lüfterl und du freust dich auf darauf in der Nähe eines warmen Ofens zu kuscheln.
Jetzt, es nützt nichts, weil wenn die Seeadlerzählung angesetzt ist, geht das nicht vom wohligen Kämmerlein aus, da musst du raus zumal ja auch noch Besucher deiner harren, und letztendlich, wozu hast du denn diese sexy langen Unterhosen wenn nicht gerade dafür (Ähm, drüber hab ich schon auch noch etwas angehabt!).

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Frühmorgen um 9:05 Treffpunkt Regelsbrunn, eh kommod, kalt, aber für Mitte Jänner, no na. Stiefeln wir also runter zur Donau denn, unser Staatswappentier will an festgelegten Orten gezählt werden.

Nun ist halt die Donau dafür bekannt, dass sich da die Luft gern ein wenig mehr bewegt als zum Beispiel im Wald, und das hat sie auch mit Hingabe getan.
Der Mensch bekommt bei solchen Bedingungen eine kalte Nase und macht sich klein. Nicht so der Seeadler, weil der liebt die Prise.
Warum? Na bitte ca. 6 Kilo mit einer Flügelspannweite von 2,5 Meter, so Jemand will eher segeln als mit den Flügeln schlagen. So auf Mensch umgerechnet wären das etwa 25 Meter Spannweite, hätten wir Flügel, also da tät ich auch nicht so gern herumflattern.

Wie dem auch sei, die Strapazen haben sich gelohnt, fünf Sichtungen von jeweils zwei Tieren, also besagter Adler, Bussarde, Gänsesäger, Schellenten, etc. sowieso.
Wenn irgendwo plötzlich Vögel auffliegen kannst du annehmen ein Seeadler ist in der Nähe. Schwupps, Fernglas vor die Augen und, mit ein bisserl Glück, hast du ihn (oder sie).

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Na die Leut waren in all dem Bibbern, weil so ein Lüfterl kriecht dir mit der Zeit in alle Schlupflöcher, da kannst du dich mit noch soviel Goretex umhüllen, doch einigermaßen begeistert, weil all das Erzählen ist nur eine halbe Sache wenn du das Objekt der Begierde nicht siehst.
(Letztes Jahr, gleiche Zeit, 15 Grad plus, kaum Wind, Hochwasser, Seeadler Null)

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Nach und nach sind dann die Besucher weggebröselt, verständlicherweise, und der Martin und ich sind dann auch mitgebröselt, weil was ein Martin ist, der hat natürlich keine langen Unterhosen an, und auch keinen heißen Tee mit (Hätt ich ihm ja angeboten, aber der wär mir, also der Martin, im Frost zersprungen).

Aber nix da mit heim in die warme Stube, Wintervogel-Führung, gleich anschließend in Maria Ellend.
Also das Ganze nochmal von vorn, halt mit anderem Schwerpunkt, also Vögel überhaupt und Alles drum herum.

Was soll ich sagen, der Wind hatte noch immer kein Einsehen mit wissbegierigen Kreaturen, der hat, sobald die Donau mit im Spiel war, einfach gefegt.
Da musst du sehr laut und viel erzählen, weil was ein kleinerer Vogel ist, der sitzt irgendwo geschützt und verborgen. Kormoran ist verläßlich, der ist da, Graureiher zum Glück auch, so dass du schon einmal eine handvoll Geschichten anbringen kannst, dann die Donau selber und Lebensraum und...

Ich hab da dann das Gefühl es wär zu wenig, weil wir ja nicht soviel bieten können wie ein Universum-Film (aber die drehen auch zwei Jahre dran), aber dann klatschen die Leute auf einmal Beifall.
Dabei, ich hab nur die Geschichte von Kimmerleinsdorf 1831 ein bisserl ausgeschmückt, also zugegeben, hab ich nachher auch gesagt, den Vampirbiber hat´s damals noch nicht gegeben, aber wenn´s kalt ist, die Leute eh schon genug an Fakten-Input haben, da kannst du schon ein paar Anektoten einfließen lassen.
Ich hab ja dann auch die Geschichte richtig erzählt, also dass nicht die Flatulenzen der herangespülten Biber(ist ja an sich Vegetarier so er nicht dem Vampirismus verfallen ist) die Menschen aus dem Schlaf gerissen und so vor dem drohenden zerberstendem Eisstoß gerettet hat, allerdings den Vampirbibern waren sie dann schutzlos ausgeliefert ...
... Ein Lächeln zwischendurch wärmt.

Ich möchte an dieser Stelle vermerken, an sich sind unsere Führungen inhaltlich professionell und sachlich orientiert, quasi AAA Rating!

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Selber ist man ja verwöhnt, weil im Lauf der Jahre hast du halt schon eine Menge wunderbarer Begegnungen erlebt, aber eben halt im Lauf der Jahre.

Schon willst du dich auf den Rückweg machen, tauchen da nicht zwei verdächtige Striche am Horizont knapp über den Baumkronen auf. Na wenn das nicht...
Na sie waren´s. Zwei Seeadler, die Orther, die kenn ich schon, kreisen immer näher heran, schön im Wind, bis auf zwanzig Meter herbei, der weiße Stoß (Schwanzfedern) wunderbar zu sehen, herrlich im Licht.
(Die Adulten (Erwachsenen) werden vom Stoß beginnend, der wird ganz weiß, immer heller, wie wir ja auch, so wir uns nicht, wie unsere adulten Weibchen, die Haare tönen.)
Na das war ein Sahnehäubchen (Schlagobersgupf klingt nicht so).

Die Biber an der Fischa-Mündung waren dann noch die Zugabe, aber an sich war´s höchste Eisenbahn, weil drei Stunden sind auch bei unwirtlichen Bedingungen schnell einmal um.

Was soll ich noch sagen, schön war´s, und ebenso daheim die warme Stube.

Samstag, 7. Januar 2012

Vom Jahreswechseln

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Jetzt, das mit dem neuen Jahr hab ich natürlich schon auch mitbekommen, weil da musst du ja taub sein wenn du das nicht schon Stunden und Tage vorher hörst, quasi entweder Vendetta im Chicago der Dreißigerjahre, die Russen kommen oder Silvester. Na zum Glück eben fast nur Letzteres.

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Wageningen, ein verträumtes Städtchen zwischen Utrecht und Arnheim, das zwei bedeutende Ereignisse für sich in Anspruch nimmt.
Zum Einen hat dort die Deutsche Wehrmacht in Holland kapituliert, und zum Anderen wohnt dort, weil Universitätsstädtchen, ein sehr menschelnder Freund samt ebenso menschelnder Familie.
Also Jahreswechsel in Holland.

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Und wenn du jetzt glaubst, der Holländer ist gediegen oder, zumindest in kleinstädtischer Struktur, besonnen, Ha! Man liebt es, kurzzeitig laut zu sein. Zum Jahreswechsel wird da genauso und mehr in die Luft gepulvert das du nur so die Ohren anlegst.
Also der Christian ist ja Wiener, und wenn ein Wiener sich in der Welt herumtreibt wird er manchmal seltsam, sprich, er wird noch wienerischer als man als Wiener eigentlich ist, fast schon bedenklich. Da muss natürlich auch in fernen Landen der Donauwalzerauf der Wiese getanzt werden, gleich nach der Pumerin, was die große Glocke im Stephansdom ist, die nur dreimal im Jahr geläutet wird, oder wenn ein Kaiser stirbt.

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Noch dazu ist der Christian mit der Violett liiert, und die wiederum ist deutschen Ursprungs, was die Sache noch verkompliziert wegen dem Cordoba-Syndrom, also diese Beziehung zwischen uns (Wir sind halt wirklich keine Fußballnation, aber dafür …, lassen wir das lieber. Ich mein, der Deutsche findet das ja auch lustig wenn das Funkenmariechen im Stechschritt einmarschiert).

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Wobei, eigentlich tanzt man den ja linksherum, aber bitte, da hätt´s Knochenbrüche gegeben.

Also haben wir dank österreichischer Effizienz um Zehn nach zwölf den Donauwalzer getanzt (na ja, Internetradio ist nicht so einfach wie es scheint, also Youtube) und die Pumerin gab´s um dreiviertel Eins. Da sind die Nacktflitzer schon wieder im G´wand gewesen, weil offensichtlich entledigt sich der Holländer gern kurzfristig seiner Kleider und rennt so herum, Knöchel und Kniegelenke waren bereits verstaucht nach dem Walzer in Stiefeln auf einer nassen Wiese mit halb Wageningen und die unzähligen Zuprostschluckerln ham die Birne schon etwas aufgeweicht.
Ja nix da mit, das war´s, dann findest du dich plötzlich in irgendeinem fremden Haus in der Nachbarschaft, ißt „Gebackene Mäuse“ (also bei uns heißen die so), und tanzt mit Jemand bis du halt umfällst.
Nach dem Erwachen aus dem Koma kommen alle wieder aus den Häusern und kehren die Spuren der Nacht weg so dass Holland wieder sauber ist.

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Derweil bahnt sich Unheil an, „Activity“, vielleicht kennt´s ihr das Spiel, sakrisch wenn zwei Nationen gegeneinander antreten, Cristians Wiener und Violetts Deutsche, ein Gemetzel!
Unter Hintanlassung einiger Grundregel haben die Deutschen hauchdünn gewonnen, aber nur weil in dem Spiel die Begriffe eingedeutscht waren (und „Blitzscharf“ gibt es gar nicht, stand auch nicht auf der Karte, wurde aber gewertet).

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Und wenn du schon einmal wieder da oben im flachen Land bist, schaust du halt noch so ein bisserl herum, weil Utrecht ist ja dann auch nicht so ohne.

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Sprachlich gab´s kaum Schwierigkeiten (nicht so wie mit den Deutschen), denk dich einfach ins Mittelalter und schon hast du´s.

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Die Häuser z.B. sind entweder verkocht oder verhuurt.
Die Radfahrer sind menschgewordene Wildschweine im Blutrausch, danach trachtend möglichst viele Fußgänger niederzumetzeln, was wahrscheinlich an der einseitigen heimischen Kost, die da nur aus Brotjes, dicker Suppe oder Pommes Frites mit Mayonaise besteht, liegt. Obwohl, der Holländer hat eine Küche daheim, was man ja durch die großen Fenster sehen kann, was er da treibt weiß ich allerdings nicht.

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Also flanierst du, ebenfalls voller Brotjes, an Grachten entlang, spazierst durch Gassen an Häusern vorbei die sich seit Vermeer kaum geändert haben und piruettierst kunstvoll wenn ein Radl mit übler Absicht daherbraust.

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Eine seltsame Mischung ist dieses Land, eigentlich ja doch eher puristisch und dann doch gesprenkelt mit ein bisserl Schrägheit. Ich mein, da red ich nicht von Amsterdam, das ja fast schon nur noch für Touristen hergerichtet ist, nein, auch irgendwo, beschauliche Häuschen und mittendrin ein Cofeeshop aus dem es nur so rausdampft.

Jetzt, natürlich kommst du an eben erwähntem Amsterdam ja nicht vorbei, aber da war dann auch Andrea, und Andrea war ein Sturmtief mit Wasser waagrecht. Der wackere Tourist versucht den botanischen Garten zu erreichen (wir suchen in jeder Stadt den botanischen Garten), findet ihn auch nach den üblichen Irrwegen, „Geschlossen wegen Sturmgefahr“. Der wackere Tourist gibt Plan B auf, Van Gogh zu erreichen, die Straßenbahn steht … Sturm. Der durchnässte wackere Tourist versucht Plan C, Steldijkmuseum, Baustelle, abgesperrt.
Der wackere Tourist weint, aber das sieht man nicht weil eh überall Wasser, fürchtet den baldigen Heimflug, weil he, das ist dann das Ende bei dem Sturm, flüchtet in eine Käserei, und die war voller Russen. Ich mein, da waren nicht viele Russen, die war vollgestopft mit Russen, quasi übereinander alles voller Russen mit Bergen von Käse in den Armen, und der Russe ist laut, Berge von Russen sind ein akustischer Orkan.
Flucht also, Mexico. Na ja, es war nur ein Lokal in dem wir zwei beachtliche Lacken (Pfützen (na errat das einmal bei Activity)) hinterlassen haben, aber die Steaks waren fulminant.
Und was passiert da?
Der Himmel, vordem eine dunkelgraue nasse Masse, reißt auf und ein verhöhnendes Blau kommt zum Vorschein. Und ich sag, das haben die mit Absicht gemacht, erst die Radfahrattaken, dann einfeuchteln und dann eine halbe Stunde bevor der Zug nach Schipol (Flughafen) geht lächelt die Sonne, das ist fies!

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Für alle die´s interessiert, ja, den Flug haben mir überlebt, trotz Sturm und Leuten mit drei Koffern Handgepäck (wahrscheinlich waren das holländische Radfahrer, denen ist alles zuzutrauen).


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Und also endlich wieder Wien und das Souterrain der Geborgenheit wo, mir haben ja besagtes neue Jahr, emsig an der Fertigstellung der Jahresgraphik gewerkelt wird.
(Beinah wär´s ja heuer eine duftige Blumenwiese mit Schmetterlingen geworden, aber ich kann den maghrebinischen Bruder nicht enttäuschen, also Kellertreppe mit Ball, schön dunkel mit ein bisserl Licht von der Seite.)

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Dienstag, 27. Dezember 2011

Wie es sich weiterhin zutrug, bei meiner Ehr, unter Hintanlassung aller Weihnachtsgeschichten.

Was in den Chroniken meist verschwiegen wird, und eigentlich auch gar nichts zur Sache tut, ist der Grund warum Manfred Ritter von Rosensäusler kaum je erreichbar ist, hat er doch die Stelle als Nebenerwerbssekretär halbtags bei Gottvater Landeshauptmann angenommen, und als solcher den Hörer des roten purpurschwarzen Telefons abgenommen.
„Ja, hier bei Gottvater, wen darf ich melden?“
„Ja,...ja,...ja,...hm,...in Ordnung.“
Und schon reichte er mit begleitend erklärendem Murmeln den Hörer weiter.
Somit ist sein Auftritt erübrigt, weil jetzt ist Gottvater, zornesrot bis unter den breiten Scheitel, am Zug, brüllt ins Telefon (an sich kennen wir ihn so ja kaum) und brüllt auch gleich nach der Vollzeitordonanz, geht es doch drunter und drüber in seinem Reich.
Sofort wurde ein Unterausschuss zur Bildung eines Ausschusses einberufen.
... und damit ist St. Pölten bis weit nach Ende der Geschichte beschäftigt.

Etwas weiter östlich, namentlich am Ufer vor Haslau nahm das Drama seinen Lauf, waren doch die Haslauer durch das entbehrliche Schrillen Martin Federkiel-Terminproblems Mobiltelefons gewarnt (wie wir wissen, durch einen der stündlichen Anrufe Gabi Kruspelspitzs) und gingen in Stellung.

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Gabi Rauhreif-Katzenfreund schlug sich wacker, war jedoch der Kanonade durch Futterkürbise am offenen Strom schutzlos ausgeliefert. Schon kippte das erste Schlauchboot und Franz Knips und seine Mannen trieben mitten in der Schifffahrtsrinne stomabwärts (Wenn jetzut nur nicht der Twincityliner daherkommt!).
Gabi, und es war das einzig Richtige, blies auf der Altblockflöte zum Rückzug, also kehrt und schön im Seilzug dem rettenden Ufer entgegen.
Aber von wegen rettendes Ufer, eine Horde verkatert zurückgekehrter Vampirbiber hat sich da formiert und, soweit das Auge reicht, das Ufer besetzt.
Gabi bringt aber selbst eine 1:4 Übermacht von Untoten nicht aus der Ruhe, und schon erscholl auf der Altblockflöte das Komando „Keilformation! Mir nach!“.
Schon war die schwache Stelle, ein paar junguntote Vampirbiber, quasi noch unerfahren im Vampirismus, dort galt es den Durchbruch zu wagen.
Was soll ich sagen, es gelang, zwar unter beachtlichen Verlusten, stellten sich doch die Pflöcke aus Weichholz ungeeignet für die Abwehr dar, haben scharfe Biberzähne doch jahrtausendlange Erfahrung im Zerhäckseln von solchen Hölzern, und so müssen wir in dieser Geschichte auch noch auf Ironimus Zeitschüberl verzichten, weil von seinen heldenhaften Taten als Nachhut kündet nur noch eine schlichte Marmortafel an einer Schwarzpappel.

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Die nunmehr dezimierte Truppe versuchte das Heil in der Absetzbewegung nach Schloss Orth im Orte Orth, wo eilends eine Stategie aus den Fingern gezuzelt wurde.

Der Biber an sich ist ja an Land ein bisserl patschert was die Fortbewegung anbelangt, was vielen der restlichen Helden vorerst das Leben rettete.
Also rein ins Autheater im ersten Stock und Brandschutztüre zu. Erst einmal verschnaufen und die Blessuren verarzten.

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Was die Helden und Heldinnen nicht wussten, war, dass in der Zwischenzeit, man ging ja davon aus, dass Justin der Obervampirbiber sei, Saritch Vlad Tepes, quasi Überdrübervampir, Kunde von den Ereignissen zugetragen wurde, und selbiger sofort mit seiner Garde angeflattert, zuerst einmal Carl den Schlossherrn mittels Saugebiss ausgeschaltet hat, und mit ihm die ganze Verwaltung des Nationalparks, bis auf die Jungfer Erika, die ja als Geisel am anderen Ufer schmachtete.

Während sich der Ring der Vampirbiber langsam, wie gesagt, Biber zu Lande ..., langsam schloss, sich die Helden und Heldinnen in den Ausstellungsräumen verbarrikadierten und Sarich Vlad Tepes sich mit einer Stoffserviette die Mundwinkel abtupfte (Sarich hat ja Stil), erreichte Franz Knips adrenalingeschwängert mit den Seinen das rettende Ufer wo er schnurstracks nach Petronell eilend sein Händy suchte um zum Einen die Petroneller zu kontaktieren (der Franz kennt ja stromauf, stromab so ziemlich jedermann)und zum Anderen die Petroneller-Armada ins Wasser zu setzen.

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Gottseidank, das Händy hat er gefunden, und schon paddelte die verschworene Gruppe stromauf um die versöhnlich gestimmten Haslauer (Wenns um die Wurscht geht ziehen die Nationalparkgemeinden mitunter auch an einem Strick) mitsammt der Jungfer Erika überzusetzen.

Derweil knirschten die Vampirbiber bedrohlich mit den Zähnen (damit schärft der untote Biber gewöhnlich seine Beißwerkzeuge), die Helden und Heldinnen machten sich bereit für einen heldenhaften Ausfall (wer noch aufs Klo musste, der hatte jetzt Gelegenheit) und Sarich Vlad Tepes gesellte sich zu Justin in freudiger Erwartung diverser Blutgruppen (das Plätschern der Mundspeicheldrüsen schreckte selbst Menschen die kilometerweit entfernt in unschuldigem Schlaf lagen noch aus diesem).

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Letztendlich war es Chrischtl Sidtirol-Sonnenschein die mit einem schrillen „Auf geht´sch, Manderch!“, was zwar niemand verstand, aber den Sinn wohl erahnte, die Helden und Heldinnen in die Schlacht warf, Gabi Rauhreif-Katzenfreund, wie immer, an ihrer Seite.

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Inzwischen fingerte die erste Morgenröte über Schloss und Schlossinsel, was aber den Untoten sowas von wurscht war, hatten doch auch sie, dank Darwin, ein bisserl Evolution hinter sich (Knoblauch, Zwiebel etc. detto, und schon überhaupt im Marchfeld).
Na aber verdutzt war´n sie schon ein bisserl die Untoten, weil dass sich ihnen Sterbliche so mir nichts dir nichts die Stirn haben, ihnen Paroli zu bieten, das war schon lang nicht mehr.
„Ja gehtsch ihr weg ihr Grauslichen, odr!“ war Chrischtls Schlachtruf, und hat mit dem Paddel dem Justin voll derwischt mitten am Schädel, also mitten durch, weil das Blatt war senkrecht.
Dunkelschwarzes Vampirbiberblut spritzte, und spritzte auch auf den Sarich, der sich pikiert mit einem Satintaschentuch trockenzutupfen anschickte, als sein Blick den von Chrischtl begegnete ...



Von der Schlossinsel her stürmten just in dem Moment Franz Knipsens Mannen, also auch die Haslauer mit der Jungfer Erika ins Getümel welches plötzlich wie eingefroren innehielt.

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Erika sah Sarich, mit dem sie seit Berlin etwas verband, und schmolz. Also sie schmolz nicht richtig, halt so mehr schmachtend schmelzen, sinnbildlich, was Petrovic von Tintograd, illegitimer Nachfahre des unglücklichen Zaren, keineswegs verborgen blieb.

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Männer sind halt so wenn es um die Ehre geht, das endet oft in Raufhändel, und so auch diesmal.
Kurzum, der Petrovic zieht seinen Degen, der Sarich hat ihn schon in der Hand, sind doch echte Vampire ziemlich flink. Womit der Vlad Tepes nicht gerechnet hat, Petrovic war Jugendvizemeister von Teptlic im, genau erraten, Fechten.
Hin und her ging das, schon hat die Wintersonne den Zenit erreicht, dem Publikum war´s dann auch schon ein bisserl fad, als Jungfer Erika unversehens ein Tüchlein zu Boden fiel. Ganz sanft schwebte es zu Boden, was, ein Graf ist ja, mag er noch so schurkisch sein, ein Galan, den Sarich Vlad Tepes dazu veranlasste, selbiges, also das Tüchlein, aufzuheben um es an seinen Busen zu drücken, war er doch seit Berlin der holden Jungfer Erika auch sehr zugetan.

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Der Stich kam von schräg unten, genau durch die Vampirleber ins Herz. Fragt´s mich jetzt nicht, wie das der Petrovic gemacht hat, wir waren alle überrascht, und auch, dass sein Degen vorne ein Stückerl Eichenholz draufgehabt hat haben wir nicht gewusst.
Jedenfalls, der Obervampir hat nur noch so herumgeröchelt, mit den Armen in der Luft herumgerudert und ist in einer Piruette filmreif zu Boden gegangen, begleitet von einem stattlichen Streichersatz und dem Chor der Biber.
Ein wenig Balleteinlage, wiederum die Biber, Chor der Helden, was ziemlich heroisch klang, und aus war´s mit dem Fürst der Finsternis.

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Das war für Jungfer Erika zu viel. In einer dramatisch aufwogenden Geste stürzte sie sich über den erkaltenden, wiewohl Vampire ja an sich eh schon ziemlich kalt sind, Leichnam des Sarich Vlad Tepes, und, jetzt begleitet vom Chor aller Anwesenden, fulminant muss ich sagen, also fast so wie das Requiem von Mozart, aber halt nur fast, zückt ihren Dolch und, na ja, es ist nur wegen der Dramatik, stößt ihn sich in die Brust.

Petrovic war zum Glück nur sekundenlang perplex, hat, war er doch im Nebenberuf Herzchirurg, sofort, begleitet von verhalten leise singendem Chor der Helden und Heldinnen, ein Spenderherz aus einem der frischen Opfer entnommen und es der gerade eben Verblichenen eingesetzt.

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Josef, seines Zeichens Ranger, hat ja für alle Fälle immer Alles dabei, und selbst singend hat er auch noch die Narkose überwacht, was nicht ganz leicht war, weil da waren auch Tanzeinlagen vorgesehen, und mit Tanzen ..., fragt´s meine liebwerte Frau.

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Jedenfalls, ein glückliches Ende war abzusehen.
Petrovic herzte Erika, Chrischtl herzte Gabi, Martin herzte Franz, der wiederum herzte sein Schlauchboot, die Purkersdorfer herzten die Eckartsauer, die wiederum gemeinsam die Haslauer (die Traktore wurden umgehend freigegeben), Martin herzte seine Gabi und auch gleich den Nationalpark, weil den hat er dann ja übernommen, was schon ein Bubentraum von ihm war, und die Vampirbiber mitsamt den Restvampiren und allen Infizierten zogen mit hängenden Köpfen ab, waren sie doch ohne Führerschaft.

Noch heute sieht man in manchen Schenken im Marchfeld, da wo es nahe am Nationalpark ist, „Menschen“ mit tristem Blick in ein Achterl schauen.
Dies sind die Untoten, trauernd um ihren Herrn, den Sarich Vlad Tepes.
Nickt ihnen zu, sie werden zurücknicken, aber versucht nicht irgendetwas rund um die Donauauen zu ändern, weil der Vampir schläft nur!

Die Biber sind vorerst auch eher ruhig, laßt´s as einfach, nur schauen, nicht streicheln wollen.
Der Nationalpark unter Martin, na ja, wir sind aber eh grad dabei den Carl zu klonen, haben wir doch eine Haarlocke.

Ich selber steig nie wieder auf ein Kinderrad!


Ps.: Das mit Weihnachten und den Berichten darüber, heuer erspar ich mir das, wiewohl alle Wünsche und so, auch posthum, eh.
Seid´s mir nicht bös, aber ich mach das Inflationäre hier nicht mit.
Jahresbeginn ja, aber da muss ich noch die Graphik fertig machen, also Geduld.

Montag, 19. Dezember 2011

Was sich weiter begab...

Die Vollmondnacht hatte dieses Flair von Geheimnis was gewiss auch daran lag, dass gespenstische Wolkenfetzen die silberne Scheibe nur gelegentlich freigaben.
Eben dieser Mond fingerte bleichgliedrig in den Tiefen der Auenwälder umher und erhaschte den Ursprung des leisen Rascheln und Knacken, ja allgelegentlich war auch ein verhaltener Furz zu vernehmen ... Vampirbiber!
Vor etlichen Monden aus dem Unterlauf der Donau flussaufwärts gewandert, eben immer nur bei stockdunkler Nacht, vermutlich aus Transsilvanien stammend, werden diese Untoten auch hierzulande eine Last, zwar noch weitgehend unbemerkt, aber sie sind da!

kreuzzug

Des ungeachtet marschierten die Frauen und Männer aus Purkersdorf und die, sich zu ihnen gesellten, Eckartsauer, weil man doch jetzt eine Freundschaft zu pflegen hatte, und überhaupt wenn eine feine Rauferei in Aussicht war, nach Orth zur Fähre.

kreuzzug-2

Die Stimmung war merklich aufgekratzt, hatten doch die Haslauer kundgetan, eine holde Jungfer zusätzlich zu den Traktoren als Geisel genommen zu haben, was nicht sehr für die Haslauer spricht, ist doch Erika von Dornmedia, um die handelt es sich, ja gar keine Purkersdorferin, aber sag das einmal einen Haslauer (die vom Südufer sind eben anders!).
Diese Geiselnahme wurde glücklicherweise von Petrovic von Tintograd, seines Zeichens, lange als verschollen geglaubter, illegitimer Nachfahre des unglücklichen letzten Zaren von Russland, und heute unter Pseudonym in Wien untergetaucht, der jedoch, als seine Angebetete in der Hand von Unholden schmachtet, seine Bedeckung preisgibt und sich, da er, leider außer Reichweite des Geschehens, nur zähneknirschend die Haare raufen kann und einen herzzerreißenden Schmerzensschrei ausstößt, was auch die Vampirbiber vernehmen und erwartungsvoll innehalten (Jungfrau!).

Währenddessen sammelt sich allmählich der aufgebrachte Haufen, nunmehr unter der Führung des Grenzschutzsoldaten Ironimus Zietschüberl, dem man in der Not durchaus strategisches Denken andichten konnte, am Steg der Fähre, allerdings war da nur der Steg, weil ja der Fährmann durchaus um die Biberplage Bescheid wußte und um nichts dazu zu bewegen war, die Au bei Nacht zu betreten.
Petrovic von Tintograd, das Kindlein der Jungfer, welches schon beim abendlichen Badeversuch derart gestrampelt hat, dass es unmöglich war selbiges der Stiefmutter anzuvertrauen (außerdem ließe die Stiefmutter es wieder nur Linsen in der Asche zählen während sie mit den Töchtern auf Partys von Prinzen einen draufmacht, aber das ist eine andere Geschichte)im Arm, gesellte sich zu der Truppe, gemeinsam mit den eilends herbeigerufenen heldenhaften schnellen Eingreiftruppe der Ranger.

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Pegel 117cm bei Wildungsmauer ist für die Donau nicht viel, und Zeitschüberl, der aus Großklein (gibt es) stammende Grenzschützer, der eben im Hügelland beheimatet nicht viel Ahnung von voluminösen Fließgewässern hat, meinte, da waten wir einfach durch.

Ihr ahnt es, dies war ein verhängnisvoller Fehler, denn erstens kannst du für die Schifffahrtsrinne schon einmal 50cm dazurechnen, desweiteren heißt das Gewässer nicht umsonst Donaustrom, also das strömt halt, und, aber das konnte er nicht wissen, die Vampirbiber!
Vergeblich versuchten die Ranger die aufgebrachten Massen von ihrem verderblichen Vorhaben abzubringen, war es doch keine Führung und Gebietsaufsicht hatte auch grad niemand.

Die ersten Beherzten der Hundertschaft waren kaum zehn Meter weit im Wasser, das da auch schon ordentlich an den Füßen zog, da platschte es unheilverkündend am weiter oben gelegenen Ufer.
Justin, der sechshundertzweiundsiebzigjährige Obervampirbiber, dem man sein Alter aber kaum ansah, stürtzte sich blutlüstern in die Fluten.

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Oh, entschuldigung, falsches Bild...

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... das wär das Richtige.

Petrovic, mit dem Kindlein der Jungfer, reagierte sofort, kehrte um und erreichte noch das rettende Ufer, aber Zeitschüberl und ein paar Dutzend der Mannen ereilte ein schreckliches Schicksal, das dem der furchtbaren Flutkatastrophe von 1830 in Kimmerleinsdorf um nichts nachstand.
Einer nach dem Anderen versank in den aufgewühlt spritzenden Gewässern der an sich meist friedlichen Donau, die sich langsam rot färbte.

Die mitgeführten Fässer Zweigelt waren also nicht mehr zu retten, zerborsten unter scharfen Biberzähnen entließen sie ihren köstlichen Inhalt in den Strom.
Entmutigt rappelten sich Zeitschüberl und seine Mannen klatschnass wieder auf und schleppten sich an den nahen Schotterstrand wo sie entkräftet und moralisch am Boden auf eben diesen sinken ließen.
Ohne Zweigelt war der Feldzug praktisch verloren.
Am gegenüberliegenden Ufer feixten derweil die Haslauer und ein kaum wahrnehmbares Schluchzen einer Jungfer wurde vom Winde verweht, was Petrovic von Tintograd abermals zum Zähneknirschen brachte, und zwar so heftig, dass im fernen Wien Blasius Zahnstein, der Dentist von Petrovic, unversehens aus dem Schlaf hochschreckte und den Anbau seiner Villa in greifbare Nähe rücken sah.

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Aber wie so oft, wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her, und die Lichtgestalten waren ja bereits vorhanden, aber eben noch nicht so richtig wahrgenommen, die RangerInnen!
Martin Federkiel- Terminproblem, Gabi Raureif-Katzenfreund, Chrischtl Sidtichrol-Sonnenschein, Franz Knips und Josef Schleimspur (Manfred Ritter von Rosensäusler war ja leider nicht erreichbar), quasi die Abteilung Musketier im Nationalpark, ministererprobt und die richtigen Frauen und Männer wenn´s um´s Grobe geht.
(Ähm, aber sagt´s das bitte nicht weiter, ein bisserl ein Lager an Alkohol hat der RangerIn noch immer irgendwo verborgen in der Hinterhand. Bei den Orther Inseln liegen ein paar Fasserln Spiritosen in einem Biberbau, für alle Fälle.)

Die Raureif-Katzenfreund ist ja die oberste Marine, also die hat ja auch eine eigene Schwimmweste, hatte sofort die Idee, der Federkiel-Terminproblem die Stimme, Knips die Logistik und Sidtichrol-Sonnenschein und Schleimspur die ausführende Kompetenz.
Schlauchboote wurden angekarrt (Lieber NP, wir haben das als VIP-Tour verbucht, NP-04711) und eilends zu Wasser gelassen, und, nachdem alle Anderen auch Wasser gelassen haben, unter Abwehr der saufgeilen Vampirbiber (wozu man Paddel doch alles verwenden kann), die Übersetzung der Heerscharen gestartet, selbstredend nicht ohne vorher noch einen ordentlichen Vorrat an gespitzten Holzpflöcken mitzunehmen, weil wer weiß?

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Lautlosigkeit war das Gebot der Stunde, also wegen dem Überraschungsmoment, dünken sich doch die Haslauer in finsterer Nacht, eine ziemlich große donaudrachenähnliche Wolke hat sich ja grad vor den Mond geschoben, in Siegeslaune.
Da, und das musste ja so kommen, bimmelt das Händy vom Federkiel-Terminproblem. Gabi Kruspelspitz, ihres Zeichens Südufer, aber doch auch Rangerin, hat ihre Lieblingshaube vergessen, und ob nicht Federkeil-Terminproblem ...
Na das Überraschungsmoment war dahin... (bei der Überraschungsmoment hat´s eine Wellenlinie gemacht)

Währenddessen schrillte bei Gottvater Landeshauptmann das rote Telefon.

Fortsetzung folgt.

Wird Chrischtl Sidtichrol-Sonnenschein die Situation, obwohl Exilantin, das Ruder noch herumreißen?
Kann Gabi Raureif-Katzenfreund mit gewagten Manövern der Bedrohung der Vampirbiber Herr werden?
Wird Petrovic von Tintograd die Jungfer Erika von Dornmedia, Mutter seines Kindleins, aus den Fängen der Unholde befreien?
Welche Rolle spielt Josef Schleimspur und der göttliche Landeshauptmann noch in dieser Geschichte?
Und überhaupt, haben die Vampirbiber nicht schon ein Opfer gefunden???

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Wie es weitergeht

Ja nun, manch unbesonnenes Wort hat üble Folgen, so auch das meine als ich ohne böse Absicht Purkersdorf in meinen Kinderradkonflikt mit ins Spiel gebracht habe.
Ja was, das hab ich mir doch nicht ausmalen können, dass die Massen eine unheilvolle Eigendynamik entwickeln würden. Wobei, ich hätt´s wissen müssen, hat ja schon der Elias Canetti in „Masse und Macht“ trefflich beschrieben.

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Sei´s drum, die Bürger und Bauern von Purkersdorf waren aufgebracht ob ihrer verletzten Ehre und ein paar blauer Flecken, wie sie unvermeidlich bei der Herauszerrerei waren, also Vergeltung. Karlhild Schlögelhauer wurde umgehend zur Anführerin erwählt, hat sie doch dereinst Ministerwürden wahrgenommen, und als solche prädestiniert für ein staatsraisonbetreffendes Unterfangen wie dieses.

Die Bürger und Bauern aus Eckartsau sind ja inzwischen, ein bisserl bedrückt, weil der vermeintliche Unhold wurde nicht dingfest gemacht, wieder in die östlichen Ebenen abgezogen, nicht ahnend, was sich hinter ihren Rücken zusammenbraut.

Ich hätte es kommen sehen müssen, wenn da einmal ein Feindbild da ist, Hollodero, da krallen mir uns fest.
So kam´s, dass in den frühen Morgenstunden ein ansehnliches Heer gegen Osten aufbrach, den Wienfluss entlang, Donaukanal (war eh in den Verkehrsnachrichten der Stau bei der Urania) und die Donau entlang bis Haslau, wo die dann, unter Zurücklassung des schweren Gerätes, wie Traktoren und so, mit der Fähre übersetzten, wobei, an dem Tag hat der Fährmann mit seiner Zille beachtliche Umsätze gemacht.

Die Tage sind ja jetzt ziemlich kurz, was an der hereinbrechenden Dämmerung ziemlich ersichtlich wurde, und man hat halt erst einmal auf den Orther Inseln ein Lager aufgeschlagen, was aber ein Fehler war, denn der Schein der Lagerfeuer (darf man da auch gar nicht machen) und das laute Singen, sowie der Bierdunst hat nicht nur die Fauna irritiert, nein, auch die Freiwillige Feuerwehr von aus dem Ort Orth.

Ein gewisser Alfredo Mondhaupt, seines Zeichens Oberfeuerwehrmann, hat sich in den folgenden Stunden heldenhaft hervorgetan indem er sich ans Lager der Purkersdorfer schlich und die Lage sondiert hat. Ich mein, ihr kennt´s den Alfredo vielleicht, der macht keine halben Sachen, also, der hat so Wortfetzen wie „Eckartsau“ und „Die Schufte“ aufgeschnappt, sofort kombiniert, dass, in Anbetracht der Überzahl, da jetzt erst einmal nichts zu machen sei, und ist flugs rüber nach Eckartsau, die Feuerwehrglocke läuten.

Eckartsau

Dort natürlich sofort alles was Beine hat zum Wirten, weil auch wenn´s ein Feuer wär, das gehört erst einmal besprochen.
Der wackere Alfredo Mondhaupt schildert die Lage, den Eckartsauern schwant ja sofort, was da Zugange ist, und, nachdem niemand seine teuren Möbeln für Barrikaden hergeben will, beschließt man, sich im Geviert des Schlosses zu verschanzen.
Die Bundesforste war´n ein bisserl desperat, weil ihre Büros stantapede zu behelfsmäßigen Befehlsständen umfunktioniert wurden, aber in der Not müssen halt Alle Opfer bringen, also weg mit den Kaffeehäferln und her mit den strategischen Aufmarschplänen.

Der Morgen graut, noch schnarcht es friedlich auf den Inseln nahe Orth, jedoch, das eine oder andere Glied reckt sich. Schon werden die Purpurweidenbüsche einuriniert vom Grüppchen der senilen Bettflüchter, und langsam erhebt sich auch das restliche Heer der Purkersdorfer.
Nach einem Frühstück im Uferhaus, wo auch einer an diesem Tag beträchtliche Umsätze gemacht hat, allerdings, der hat auch, weil inzwischen hat die ganze Ramasuri ja schon die Runde gemacht, sofort Eckartsau antelefoniert, „Sie kommen!“.

Den Treppelweg entlang, es war ein gewaltiger Anblick, so abertausende, sich langsam wieder in Rage steigernde Helden, im Gänsemarsch gen Eckartsau, Apokalypse quasi nichts dagegen.
Links abbiegen dann bei den Wiesen und weiter bis hin zum Schlosspark und hinten am Sportplatz vorbei in die Ortschaft hereinbrechend.
Aber, und das hat die schon den Anflug von aufkeimender Nachdenklichkeit erleben lassen, wo sie auch geläutet haben, an keinem Haus hat jemand den Türöffnungssummser betätigt.
Da wirst du schon ein bisserl nervös, wenn der Feind einfach nicht da ist, weil ein gerechter Zorn will ja was haben wo er sich austoben kann.

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(die streng geheimen Aufmarschpläne)

Meierhof, wo ich schon wieder die Fahrradln inspiziert habe, haben sie glücklicherweise einfach links liegen lassen, war doch inzwischen der Frust ziemlich groß.
Ich selber hab ja bis dahin sowas von gar nichts mitbekommen, weil ich hab da ja mit der Ulli grad, also die Fahrradln.

Das Heer ist halt, so mit hängenden Köpfen, zurück durch den Schlosspark und vorbei am Schloss...
Das war ein Fehler!
Ironimus Zeitschüberl, ein, sich zufällig am Ort des Geschehens befindlicher Grenzschutzsoldat, und als solcher sofort rekrutiert und ins Storchennest am Schornstein des Schlosses postiert, gab den vereinbarten Signalton, was der Ruf eines Pirols war, obwohl um diese Jahreszeit ist der eigentliche Pirol schon längst irgendwo im Süden auf Winterfrische, was die gespannt hinter den massiven Toren des Schlosses harrenden Eckartsauern dazu veranlasste, einen Ausfall zu wagen.
Verständlicherweise waren die Purkersdorfer sowas von perplex, dass sie, abermals unschuldigerweise angegriffen, sofort das Heil in der Flucht versuchten, und zwar genau in Richtung des Fadenbaches, was natürlich strategisch gesehen zum Verhängnis werden musste.

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Genau da waren ja die Marineeinheiten stationiert, womit ein geordneter Rückzug aber sowas von unterbunden wurde dass einem echten Feldherrn nur so die Tränen aus dem Auge schössen.

Eingekesselt also waren die Purkersdorfer beinahe bereit die Waffen niederzulegen, aber das Schicksal hatte Anderes vor.
Ein, mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einem Kinderrad radelnder, graumelierter birnenförmiger Mann, der Leser ahnt um wen es sich handelt, weil am Rad Nummer 67 war ja noch die Gangschaltung zu inspizieren, geigelte auf eben diesem Velociped durch die unschuldigen Weiten des Schlossparkes (die Umgebung des Kindergartens hab ich ja, gebranntes Kind scheut das Feuer, vermieden).

Ironimus Zeitschüberl, immer noch auf dem Storchenhorst, hat natürlich nichts Besseres zu tun als wieder den Pirol zu machen, worauf sich naturgemäß alle Eckartsauer Köpfe in meine Richtung drehen.
Flucht war irgendwie nicht möglich, ist dir doch das Knie beim Einschlag auf einem Kinderrad irgendwie im Weg, also haut es dich auf dem Schotterweg einfach hin.

Unvermittelt vom Belagerungsring um die Purkersdorfer ablassend, was diese durchaus in ratlose Verblüffung versetzte, haben sich die Eckartsauer, so richtig schön rot im Gesicht, was nur der Zorn oder zuviele Achterln G´spritzte hervorzurufen vermögen, mir zugewandt.

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Wo ist das nächste Mauseloch? Aber da war nichts, und mit dem aufgeschundenem Knie (appropos, Nationalpark, ich tät eine neue Deinsthose brauchen!) war kein Entkommen.
Ringsherum zornige Gesichter, Dreschflegel, Sensen, Schrotflinten, das Ende ...
Mit einer letzten Eingebung, weil an sich hat da ja schon der Film angefangen, ihr wißt´s schon, man sieht da ja immer so einen Film über sein Leben vorbeiziehen, allerdings, wir waren erst beim Vorspann, also Darsteller, Regie und so, hab ich noch herausgerufen, „Aber ich bin doch ein Ranger!“.

Still war es plötzlich. Die eben noch wutverzerrten Gesichter entspannten sich zusehens und mildes Lächeln wich dem Groll.
„Ah sie sind ein Ranger, na dann ...“
Sie hoben mich auf, klopften mir den Staub von den Ärmeln und trugen mich auf ihren Schultern zu den, noch immer in Abwehr verharrenden Purkersdorfern.
„Er ist ein Ranger!“ haben sie gerufen, und da war´s auch mit den Purkersdorfern kein Halten mehr.
Man fiel sich in die Arme, herzte und küsste was das Zeug hielt. Zeitschüberl kraxelte herunter von seinem Ausguck und herzte mit.
Die Marineeinhait landete umgehend und kam, wobei Wasser in ihre Gummistieferl schwappte, aber das sind die Bootsfahrer ja gewohnt, ebenfalls mit ausgestreckten Armen auf die sich küssend taumelnde Menge zu.

Kurzum, die Massen strebten dem Wirten zu, wohin auch sonst, will man doch eine Versöhnung feiern.
Das eine Wort gab das andere und eine Runde um die andere wurde gezecht und gelacht, wobei der Wirt von Eckartsau aus gutem Grund am intensivsten lächelte .

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Die Runde, und ich muss sagen, das Lokal war gesteckt voll, war guter Dinge. Man bekräftigte eine Freundschaft wie es sie nur unter wirklichen Freunden gibt.

Das Händy war kaum zu vernehmen im Gegröle, aber es schaffte sich Raum.
Schlöglhauers war´s, und schon der Klingelton, „Völker hört die Signale...“ verhieß nichts Gutes.
„Ja, Schlöglhauer hier, ... ja, bitte? ...ja ... bitte was? ... sind sie denn deppert? ... wissen sie nicht wer ich bin? ... äh, was? ...“
Natürlich haben sich die Pukersdorfer sofort um ihre Anführerin gescharrt und so ein bisserl wieder bedrohlich ausgeschaut.
Fakt ist, die haben die abgestelleten Traktore in Haslau einfach beschlagnahmt, weil da waren ein paar blöderweise direkt vor der Feuerwehrausfahrt geparkt, was ja wirklich nicht sein muss.

Na aus war´s mit der Gemütlichkeit, so eine Frechheit aber auch.
Ladislaus Wurmzipfel, was der Wirt ist, hat noch zu beschwichtigen versucht. Nichts da, Bierkrügerln gingen zu Bruch, auch ein Nasenbein, und schon waren die Purkersdorfer hinaus zur Tür.

Wird Schlöglhauers Mannen die abermalige Donauüberquerung bei Niederwasser gelingen?
Welche Rolle spielt die junge Marketenderin mit dem Südtiroler Akzent, von der wir bislang nichts gehört haben?
Gibt es am Ende eine Hochzeit?
Und was sagt der Landeshauptmann dazu?

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