Montag, 2. November 2009

Titel zur freien Vefügung

Kohl
Das ist ein Kohl, aber der tut nichts zur Sache.


Was ein richtiger Mann ist, der hilft seiner Frau nicht im Haushalt, so schaut´s aus.
Und genau dazu bekenne ich mich, ich helfe nicht!
Eine Studie belegt, schon etwa 60% der Männer helfen ihren Frauen im Haushalt, ha, Weicheier, Warmduscher, Frauenversteher! Wo führt das noch hin mit all der Helferei?
Männer bekennt euch zu eurem wahren Ich!

Weil warum sag ich das, und riskiere schon wieder, dass Paradeiser auf mich geworfen werden?
Na weil ich gestern beim Bügeln das mit den 60% und Helfen gehört habe, und das ist einfach ein Blödsinn. Helfen heißt in dem Fall ja, das ist ihre Sache und ich gehe ihr gelegentlich zur Hand, Schwachsinn.
Wenn Wir sind, dann ist es Unseres, dann ist es Eines, Punkt.
Na ja, so Sachen mit Rüscherln, die irgendein DesignerIn entworfen hat, der/die vom Bügeln keine Ahnung hat, oder so die pseudoaufgesetzten Taschen an Seidenimitatbluserln, die können einem den Mut zur Überzeugung schon schwer machen, aber da musst du einfach durch (Tipp: Nicht das Bügeleisen draufdrücken, nur so halb und mit viel Dampf!).

Was tut derweil das Leben? Es zwirbelt so dahin.
Menschen nicht getroffen, weil just grad in dem Moment nicht da wo ich sein hätte sollen (tut mir echt leid), Menschen getroffen weil verordnungsgemäß da.

Letzteres wäre etwa der Vierziger von der Sonja Unger, die ihr vermutlich nicht kennt, weil sonst wäre da schon ein Aufschrei „Ah, die Sonja!“. Wer ist das also?
Sonja ist Sonja, nebstbei auch noch Werken und textiles Gestalten an der Schule, meiner Schule, irgendwie so was wie Quecksilber, zum Knutschen.
Viel laute Musik (na ja, bin ich nicht mehr die Zielgruppe) und sich gegenseitig ins Ohr brüllen.
Bemerkenswert, weil ich kenn ja einige der dort verweilenden Lehrerschaft ja auch so, ein paar halt nur so vom Sehen, war ein Gespräch, nach der Erörterung der Profession der Töchter.
„Was machst du, bist du auch Biologe?“, „Nein, ich hab eine Radierwerkstatt, bin Maler, Nationalparkranger und nebenbei noch an deiner Schule Schulwart.“, „Ah, ich hab mir schon gedacht, dass ich dich von irgendwoher kenne.“, also eher gebrüllt als gesprochen, weil House, - Musik, nicht der Doc, akustisch Überhand hatte.

Warum soll das bemerkenswert sein, fragt sich der/die LeserIn, und tut dies zurecht.
No sag ich, wie nehmen wir unsere Umwelt wahr?
Jetzt hatte ich ja schon die Ehre auf diversen Podien zu stehen, Leuten von Dali bis Brus, Nitsch, Hamilton und Hrdlicka die Hand zu schütteln um mit ihnen zu tun, hab ein wenig Eigenes, wohlwollend beklatscht, präsentiert, quasi Halbsemipromi.
Andrerseits schraube ich heute Lampen ein, repariere Schränke und manage den praktischen Hausbetrieb zweier Schulen (also nebenher, weil so dulihö ist das eh nicht).

Wie wirst du gesehen, wer wird gesehen, wirst du gesehen?
Alles ist relativ.
Im Blickpunkt steht der nicht, der da grad mit dem Akuschrauber in den dritten Stock eilt um die herunterhängenden Laden wieder ins Lot zu bringen oder deinen defekten Computerstecker. Im Blickpunkt steht jemand der grad hineingewürfelt wird in den Brennpunkt des Interesses, heute, jetzt. Andere Gesichter, Namen werden im Archiv „Diverses“ abgelegt. Wichtig – Unwichtig.
Schad eigentlich, weil Leben besteht hauptsächlich aus „Nebensächlichkeiten“.

Ehe da jetzt jemand meint, der Jossele trauert der Bedeutung nach, das tut er nicht, weil sowohl die Radierungen von Linde Waber (ist grad das Aktuelle), wie die defekten Brenner in der Heizung der Schule, wie auch die ausstehenden Bilder vom Altarm der Donau mit Biberbau sind zu realisieren, genauso wie dieses Bild von einer Wendeltreppe, das ich unbedingt noch realisieren muss, und das macht alles ein Mensch, und genau deshalb.

Kennt ihr euer Nebenher?

Na ja, genug, ich verlier´ mich jetzt in Phantasie, was ja auch sein muß!

phantasie
Golddelicius!

Dienstag, 27. Oktober 2009

es lebt sich

Na ja eh, weil du musst ja zwischendurch auch einmal die Dringlichkeiten der Terminkalender vergessen, sonst bleibt nichts an Substanz für dich.

Im Auenland war für heuer der letzte Termin im Uniformhemderl, Bootstour mit einer Landwirtschaftsschule aus der Steiermark. Seltsam, seltsam! Vorher waren die Burschen in einer Geflügelfarm, danach Saatgutfabrik, dann Nationalpark, nachher Schweinemastbetrieb und Esterhazy-Weingüter. Wer stellt solche Reiserouten zusammen?
Na ja, immerhin kannst du Akzente setzen, quasi was und wie ist verwertbar, und wo sollten wir Grenzen setzen und warum?
Und wenn sonst nichts hängen geblieben ist als dass sie den Biber nicht abschießen müssen weil er die Fische frisst, das wär schon was. (aufmerksame Leser wissen, der Biber ist Vegetarier, weil Nagetier!).

Christian „Kampi“ war auch wieder in Wien. Der ist jetzt an der Königlich Holländischen Akademie als Ornithologe forschend tätig. Gut, das muss man nicht wissen, weil was soll´s? Ich meine, ihr wisst auch nichts über sein Bildungshaus in Mexiko, sein Saxophon und dass er unser Trauzeuge war. Einfach ein Freund, also nicht so das myspace-Gefreundle, weil manchmal passt es auch wenn du dich nur mal so irgendwann triffst, dann aber echt.

Radierwerkstatt taucht grad in die vorweihnachtliche Chaosperiode ein. Geht sich alles nicht aus und geht doch irgendwie. Anderenfalls wäre es grob fahrlässig hier in die Tastatur zu klopfen, was es aber nicht ist weil da ist das Dings mit dem freien Willen, na wird´s halt heut ein bisserl später.

Also geht der Multiple mit FreundInnen ein paar Tage hinaus in den Herbst und nimmt sich eine handvoll Zeit für Wanderschuhe und Saunawacheltücherl (Eines nach dem Anderen), ein bisserl Augenschmaus (der wär eh überall zu finden, wenn du nur hinschaust) und die Erfahrung, dass der Weg 182 in zwei Richtungen führt (da geh ich jetzt nicht weiter drauf ein weil selbst mit GPS sind schon Leute im Nirvana gelandet!).

herbst1

Ortswechsel haben im Allgemeinen Erweiterung includiert. Du fährst, oder gehst, wohin und schon wechselst du in eine andere Identität, also zumindest wenn du nicht am Händy oder Schlepptop hängst.
Auszeit! Eigentlich ein fragwürdiger Begriff, weil Aus wovon?
Ich meine, ist eh schon traurig, wenn du dir von dir selbst Auszeit nehmen musst. Aber es ist halt immer wieder notwendig, sich dorthin zurückzuführen wo dann das Leben ist.
Ich meine jetzt nicht, dass du dann wieder irgendeiner Leistung hinterher rennst, so Kilometer, Zeit, Leistung, grad halt so tun für dich.
Und da ist das einmal ein Buch, einmal ein Wanderweg (so du die richtige Richtung findest), eine Sonate von Brahms, der Geruch von Herbstwiesen, Rilkes Sonette, Charlie Parkers Solo, das Licht von Vermeer, Farben, Formen.

herbst2

Dass das aber auch so oft ein bisserl auseinander klafft, so das Funktionieren und das Sein.
No ja, wir raufen das schon zusammen irgendwie, wär ja auch blöd, nur zu funktionieren.
„Haben oder Sein“, ein Buch von Erich Fromm, ich meine, es gibt nicht sehr viele gute Bücher, aber das ist eins (Henry David Thoreau ist ja hoffentlich sowieso ein Begriff).
„Augenblicke“, das muss ich erst schreiben.

herbst3

Samstag, 17. Oktober 2009

Die Iden des Oktobers

Na in echt, so ein Oktober entbehrt der Dichte nicht.
Weil warum? Der multiplen Persönlichkeit schwappen die diversen Bereiche gelegentlich bis knapp unters Kinn.

Radierwerkstatt schickt sich an, in die vorweihnachtlichen Begehrlichkeiten auszuufern, weil solang die Sonne wärmend scheint denkt kaum jemand an das Herannahen eines Jahresendes, was sich aprupt ändert mit dem ersten Frost (ist wie mit den Winterreifen), und all meine Lieben werden rege, alle auf einmal.

Schule mäandert weiter so vor sich hin, was halt auch ein bisserl Zeit abzwickt, zumal die da gelegentlich vergessen dass ich da nur ganz geringfügig beschäftigt bin an sich. Also zu dem Schluß komme ich, wenn ich so nebenbei ein 200Seiten Vertragskonvolut über ein Energie- und Wartungskonzept zur Übersetzung per Mail bekomme. Das musst du tatsächlich übersetzen, weil sonst verstehst du nur Dings, so wie das abgefasst ist, also mit Gewerke und vorbehaltlichem Leistungsnehmer im Pool (na nix Pool mit Liegestuhl und kühlem Bierchen), Agenden und Statistiken. Wer was zu tun hat und wer zahlt ist dann verteilt auf Anhang 3f und 7c (mit Detailauslagerung 8u,n,g, - l,m,i,a.).


kalt

No ja, der aufmerksamen LeserIn ist wohl auch nicht entgangen, dass sich mein Herzblut allgelegentlich auch in den Nationalpark ergießt, und der begibt sich erst Anfang November in die Winterstarre, also warm anziehen und hinaus.
Morgen Aufsichtsdienst Schlossinsel, das wird Knochenarbeit, weil da kommen immer ein paar renidente Leut, die wollen was sehen für ihr Geld. Die Tiere, also die sind ja nicht blöd, verkriechen sich in warmen Winkerln, quasi unsichtbar für den Familienausflug nach dem Mittagessen.

Für diesen Fall gibt’s den Ranger, der dann halt die Würfelnatter wieder hervorzieht aus den Holzhaufen, auch wenn die noch so sehr strampelt, die Schildkröten herauftaucht, sie sichtbar auf Baumstämme setzt und aufpasst dass sie der Wind nicht wieder runterbläst. Danach, also zu jeder vollen Stunde, hinein ins Neoprenbiberkostüm und durch den Teich geschwommen, kurz aufwärmen und ins Eisvogelkostüm geschlüpft, da muß ich dann aber nur einfach auf einem Ast sitzen, weil das mit dem Tauchen haben wir aus dem Vertrag herausverhandelt.
Die wirkliche Herausforderung, weil mit Nervenkitzel verbunden, ist das Hirschkostüm. Also rein technisch kein Problem, du kannst aufrecht gehen und musst nur ein bisserl röhren, was so ähnlich klingt wie wenn du zuviel Chili gegessen hast und dann halt da so versuchst das irgendwie wieder loszuwerden. Aber schwierig wenn der Waidmann auf der Lauer liegt ...

Wobei, der Waidmann an sich, eh lieb, obwohl Bundesforste, dem musst du nur immer kräftig die Hand geben und halt so die Forstmannsprache sprechen, so wie, „Forstkamerad, wie steht das Schalenwild (das sind keine wilden Muscheln!) im Holz?“ oder „Hossa, du hast ja ein neues Büchserl (Begriff an sich jugendfrei (weil Geschlechtsumwandlungen sind dem Waidmann fremd) so damit nicht Amok gelaufen wird am Schulhof, also mit dem Büchserl).“, oder „Der Speck ist gut, willst du noch ein Schnapserl?“ (also die Frage wäre sinnlos weil die Antwort vorhersehbar ist!). Ganz wichtig, immer breitbeinig dastehen, in die Augen schauen (sowieso) und keine verschachtelten Sätze, gelegentlich in den Schritt fassen (dem eigenen) und nichts Gutes über die Grünen sagen.

Na ja, möglicherweise ist da ein bisserl die Pfantasie mit mir durchgegangen, möglicherweise erkläre ich morgen den Besuchern nur, warum sie vielleicht wenig sehen werden (außer auf der Kadaverstation), möglicherweise kommt morgen Franz (Name von der Redaktion geändert), der Förster, kurz auf einen ganz normalen Plausch, über die Vorzüge des neuen Elektrorades und die Witterungseskapaden, vorbei.

Donnerstag dann noch eine Bootstour, noch ein Kostenvoranschlag für interaktive Schautafeln, welchen ich zusammen mit Martin mit gestrecktem Finger ins Auge fasse, weil wozu sind wir die „Kreativen“, und dann ist Jahresabschluß offiziell, also auenmäßig.

Was bleibt ist die Frage nach dem Sinn, und da muss ich diesmal passen, weil auch eine Weisheit hat irgendwo ein Ende.


thomas

Thomas, der ein Gelehrter aus Hamburg ist, Philosoph und Verfechter der Theorie, dass Wettervorhersagen auf Kaffeesud beruhen, dieser Thomas eilt durch die Lande und verkündet den Weltuntergang. 2012 soll es passieren, also zumindest wenn es nach dem Kalender von, frag mich jetzt nicht von wem, geht. Dieser Kalender hört dann auf, also das war´s dann.
Pfu, damit musst du erst einmal klarkommen, weil 2012 ist überschaubar. Ich meine, soll man sich da noch neue Winterreifen kaufen? (auf Kredit sicher!)
Also laß´ dir das einmal auf der Zunge zergehen, Ablaufdatum (haben wir eh, aber das war bislang nicht ausgefüllt mit Konkretem). Was wollten wir nicht noch alles tun, dann wenn Zeit ist? Die Liste lässt sich einfach nicht unterbringen. Na jetzt haben mir den Scherb´m auf, wohin mit all den Begehrlichkeiten?
Thomas ist weiser als er denkt!

vergaenglich

alte_frau

Samstag, 10. Oktober 2009

So halt was mit die Rangers und so

Waren grad noch Sonnentage.

Sumpfschildkroeten

So alle zwei Jahre treffen sich die Ranger aus dem ganzen Land und tagen, wobei, nachdem´s diesmal in Thayatal stattgefunden hat waren auch die tschechischen KollegInnen mit dabei, weil Podyjí ist ja mit Thayatal zusammen. In der Natur hat´s ja keine Grenzen und Nationalpark ist sowieso eine Heimat.

Also treffen sich ein paar hundert Menschen mit einer annähernd gleichen Idee, von den Hohen Tauern bis rauf zum Riesengebirge, und tagen.
Wobei, das Tagen ist eine schickliche Sache. Ich mein´, erst einmal halt so das Offizielle, natürlich in Powerpoint, wer und was, Wildkatzenwiederansiedelung, Renaturierung (was ein seltsames Wort ist für Wiedergeburtshilfe), Aussichten, Einsichten und jede Menge Prominenz (na war ich doch auch da!).
Danach Völlerei im kulinarischen Sektor, weil Tagen heißt nicht zuletzt Essen und Trinken.

Nun soll dem Ranger ja auch etwas an Weiterbildung auf den Weg mitgegeben werden, und zu diesem Zweck wird ihm (ich entschuldige mich für die Genderverfehlung) ein Seminar angedeihlich gemacht.

„Die Körpersprache der Erfolgreichen“, wie schon der Titel vermuten lässt, so ein Schas!
Na ja, Inhalt wäre ja möglich gewesen, hätte sich daran nicht ein NLP-Jünger versucht, so ein Politikergrinsenverursacher mit dem Bestreben den Mittermeier zu imitieren.
Ein, zwei gute Ansätze und dann Kronenzeitungsniveau.
So nach der Art wie, Männer denken hundert mal am Tag an Sex (Frauen auch!), paßt´s auf was ihr signalisiert. Daumen nach oben sichtbar, Hände in die Hosentaschen (oder noch schlimmer am Gürtel), mit dem Kugelschreiber spielen oder Hände verschränken (vergrößert den Brustumfang und zeigt Testosteronpräsenz).
Frauen sollten es unterlassen mit der Halskette zu spielen oder sich die Haare zurückzustreichen, weil das ist Aufforderung zu Kopulation (Ich Depp hab tausende einschlägige Offerte nicht mitbekommen).
Handgeben – ganz gefährlich, da bist du schnell einmal zuviel oder zuwenig dominant.
Na ja, Hauptsache ist, du lächelst.

Ich-bin

No ja, Kopf ist nicht unbedingt ein Muß.

Ich sag ja nicht, dass Körpersprache keine Sprache ist, verehre ich doch Sammy Molcho, aber so mit der Holzfällererklärung hat das wenig zu tun, und gewollt eingesetzt ist das meist ein Kopf ohne Beine am Boden.

Dann war Transport in die Quartiere, was ein Kloster war, über dem Eingang ein Schild „Schweigen und Fasten“, na super (war aber eh nicht so schlimm), Waldviertel.
Gleich wieder in den Bus zum Dinner, weil, genau, Tagung heißt essen.
Blah, blah, wir danken diesem und jenem, der Minister lässt sich entschuldigen (alles in Deutsch und Tschechisch), derweil das Auge das Buffet sondiert.

Ich gebe zu, die Wahl des Tisches nahe an der Quelle war nicht ganz unbeabsichtigt, da sind die Donauauen Profis. Das Überlesen in der Speisekarte da wo „oder“ statt “und“ gestanden ist bei den Gerichten, das war ein Versehen, ehrlich, aber es war zu schaffen.
Dass da nachher auch nur ein Eisbecher für jeden gedacht war, also auf die Idee musst du erst einmal kommen!

Disco hätt´s dann noch gegeben, aber bei „Hossa, hossa Mexicana...“ , na ja, ist nicht so mein´s, dann lieber ein Pfeifchen in einem schweigenden Klostergarten.

Nächster Tag.

Apropos nächster Tag, also da ist ja meist eine Teilnacht davor, also die haben mich mit dem „Rosi“ in ein Zimmer gelegt, weil wir sind die „Schnarcher“, und irgendwie sind die Zimmer rechts und links von uns ungebucht geblieben, war aber nicht schlimm, ich bin als erster eingeschlafen. ;-)

Also nächster Tag, Exkursionen im ganzen Nationalpark, viel Volk unterwegs. Jetzt kenn ich den ja schon ganz gut, weil seinerzeit war ich da als Nationalparkmaler unterwegs, und da musst du dir schon ein Bild machen um Bilder zu machen.

Ein Angebot war Heidewanderung im tschechischen Teil, weil die haben da eine tadellose Heide, was eines der verschwindend wenigen Vorzüge einer Geländeabriegelung ehemaliger Blöcke war, also nimmst du das wahr, zusammen mit ein paar Neusiedlersee, Tauern, Gesäuse, Kalkalpen und Donauauen (so sagst du, wenn du dir die Namen nicht merkst, jeder Arzt tut das auch, da bist du schnell einmal ein Blinddarm).

Heide

Du marschierst los, hast da erst einmal einen Kraftpunkt, weil da ist ein heiliger Stein und eine Kirchenruine, also wedelst du mit einer Wünschelrute herum (Bin ich nach wie vor skeptisch, aber der Draht bewegt sich, warum auch immer. Alles muss man nicht wissen, manches ist einfach. Dass sich einfacher Draht richtig dreht kommt auch nicht oft vor, und ich hab´s ein paar mal probiert, es ist immer nur an einem Punkt gewesen, der war nicht markiert und nichts. Ich bin kein Katholik, kein Esotheriker und kein Druide!).
Der Kchrischtiane (Schüdtichrol), Lebensretterin meiner Tage als Rettungsschwimmeraspirant und liebenswerte Kolleginnenfreundin ging´s nicht viel anders.

Christiane

Na ja, wie auch immer, über eine bemerkenswete Heidelandschaft, weil da zeiht sich ein Band von Znaim bis hinunter zu den Hundsheimer Bergen.
War so, ist so, eiserner Vorhang sekundär, wovon wir einiges lernen könnten, zusammenhängend, voneinander partizipierend, ging´s , also jetzt wieder die Ranger, danach in die böhmische Rest- und Wiederbesiedelung.
Ich hab ja sekundär auch Wurzeln „da drüben“, das wurde allerdings höherenorts abgekappt, ziemlich abrupt. Was bleibt ist oft Wegsein.

Tschechien

Warum wer irgendwann angefangen hat Grenzen zu ziehen, also echt, das war eine entbehrliche Idee.

Weil warum schreib ich das?
Der Mann an sich, der brummelt nur vor sich hin, sagt nix und will nur irgendwie zu seiner Kopulation kommen, laut „wissenschaftlicher“ Erkenntnis, Beziehung ist ihm so was von wurscht, Zusammenhänge ebenso. Mann will nur das Eine.
Ökologie, die Geschichte der Sudetendeutschen- Österreicher, Einsatz für Nationalparkideen (excl. der kulinarischen Begleiterscheinungen, weil das mit dem Buffet , na ja, da haben mir vielleicht ein Äuzerl das Holozän heraushängen lassen), alles nur lendengelenkt?
Geh bitte, allein die Anzahl meiner Worte spricht schon dagegen.

Montag, 5. Oktober 2009

Titel?

Manchmal ist es so und manchmal so, manchmal macht sich dezent aufatmendes Seufzen Raum, weil manchmal gibt es positive Signale und so was wie einen Schubs.

Nein, die Querelen mit der Versicherung nach einem Wasserschaden meine ich nicht! Also ich meine, hattet ihr schon einmal einen Versicherungsfall, so mit alles aufgeweicht unter dir?
Seit zwei Wochen ist das einzige Ergebnis ein Offert für eine „neue, wesentlich günstigere“ Police, alle sonstig ausständigen Erledigungen tümpeln aufgrund von Urlauben der Zuständigkeit so vor sich hin (Uniqa), was aber weiter nicht schlimm ist, weil graue Haare hab ich eh schon (marginal).

Aufatmendes Seufzen ist auch gegeben wenn dich jemand anruft und deine Strudelhofstiege weiterempfiehlt. Weil ehrlich, wenn du ein Bild machst, Aquarell, Gemälde, Radierung, wurscht, irgendwann lässt du es los weil fertig, quasi erwachsen. Na ja, dann schaust du dir deinen Sproß/deine Sprossin noch mal an und denkst, na ja, hm, war es das wirklich? War es, war es zu einem Zeitpunkt, und irgendwann musst du einfach loslassen, sonst wird gar nix.
Hätt ich nicht noch dies und das tun sollen, oder unterlassen, irgendwann ist Punkt.
No ja, wenn du dann grad nicht so egomanisch veranlagt bist wie einige aus deiner Kollegenschaft, dann stellst du dich halt immer wieder in Frage (was ich gut finde) und kannst dich über anerkennende Rückmeldungen wirklich freuen.

Aufatmendes Seufzen auch, weil der entsprechende Herr im Nationalpark endlich gesagt hat, „So, du bist nun auch geeignet, die offene Donau mit Publikum zu befahren“ (aufmerksame Leser wissen, schelmisch wie ich bin, hab ich das eh schon getan).
Na he, so einfach ist das ja nun auch wieder nicht, weil so ein Schlauchbooterl ist ziemlich am unteren Rand der Hierarchie am Donaustrom angesiedelt, da musst du schon wissen, wer wann was darf, ganz zu schweigen vom Ein- und Auskreuzen ins Kehrwasser, mit Leuten die noch nie ein Paddel in den Händen gehabt haben.
Ich nehme den nichtendenwollenden Applaus zu meinen ersten Kapitänsstreifen huldvoll entgegen.

Aufatmendes Seufzen bedingt auch durch zaghaftes Aufflackern des Interesses an Radierwerkstattbegehrlichkeiten, die ein Zusperren noch hinauszögern, weil irgendwann wird es fahrlässig weiter so zu tun als wär eh alles eitel Wonne.

Fazit: Möglichkeiten blinzeln hier und da auf, Anderes knickt ein und verdorrt.
Wer bin ich? Ich meine, die Frage ist schon ziemlich abgelutscht, aber halt jeden Tag aktuell.
Was kann ich tun um der/die zu sein? Das ist vielleicht ein bisserl unbequem, weil unter Umständen geht sich dann der Flachbildschirmfernseher und das Guccischühlein nicht aus (außer auf Pump).
Was tu ich? No ja, das Mögliche?
Wohin? Das wär dann die Möbiusschleife zu „Wer bin ich“.
(Wobei, also Ich kann durchaus ersetzt werden mit Du, Er, Sie, es, wir, ihr sie...)

Sich ein Bild machen, jetzt, wahrnehmen, Augenblick. Nicht spielen, Sein.
Sein kannst du als Maler, Kupferdrucker, Ranger, Schulwart, Irgendwas. Ein jedes ist ein Teil. Quintessenz ist, Du musst es sein.

Was hat das jetzt mit dem aufatmenden Seufzen zu tun?
Na ja, in jedem Bereich dem du dich zuwendest gibt es diese gelegentliche Rückblende auf „He, gut dass es dich gibt“.
Die Möglichkeiten sind zufällig gewürfelt, soll sein.

Ich weiß nicht, ich denke es ist egal ob du Vorstandsvorsitzender bist, Unternehmensberater, Selbständig, Fach- oder Hilfsarbeiter, dieses „Gut dass es dich gibt“ musst du selber spüren.

Wobei, das angefügte Bild hat nichts mit Welterkenntnis zu tun, ist nur ein Augenblick, Zeit, und schon auch nicht mehr, Geschichte wie alles.

Efeu

Montag, 28. September 2009

Herbstzeitlosen

Herbstzeitlosen

Sommer ist ja nun nicht mehr im Programm, quasi „es war einmal“, was aber weiter nicht schlimm ist, denn Herbst ist eigentlich auch kein Bemmerl (das übersetz´ ich jetzt nicht).
Ich mein´, was in drei Monaten auch schon wieder vorbei ist, das wissen wir alle, und es geht schnurstracks auf die Bilanz zu. Wobei, ich will da jetzt keine Panik verbreiten, noch sind wir ja kurzärmelig unterwegs.

„Rent a Ranger“ war erst gestern, weil ein Darwin-Symposium in Grafenwörth wollte Auenaspekte einbinden, und da holt man sich halt die Biberbärbel und mich damit das Hand und Fuß hat (außerdem sollte die Bärbel nicht unkontrolliert auf die Menschheit loslassen ... das war jetzt fies, also ein ;-) hinterhergeschoben).

Die haben da ja das Kraftwerk Altenwörth, also nicht viel Donau sondern Stausee, Auwald ist halt ein Wald am präparierten Fluß, aber immerhin, Reste sind vorhanden und der Darwin, der ja einen runden Geburtstag feiert (excl. USA), findet überall Entsprechung.
Raus also mit den Leuten, und versucht Zusammenhänge darzustellen.

Na ja, ist gar nicht so einfach. Ich mein´, an sich ist es ja schon simpel. Also da formt sich durch geologische Gegebenheiten eine Lebenssituation in der ein paar Lebensformen versuchen, sich irgendwie damit zurechtzufinden; Zeit haben sie ja (also die hatten noch kein Filofax damals und auch jetzt nicht).

Z.B. der Flussuferläufer, der zu Urzeiten der Donau, als die noch andersrum geflossen ist, also nach links in den Rhein, der hatte auch noch keinen Namen, weil das haben dann erst wir erfunden, der denkt sich irgendwann, ja scheiße, das Nesterbauen in den Bäumen ist ziemlich stressig weil da ist schon alles besetzt und aufwendig sowieso, ich leg die Eier einfach in die Steine am Ufer, die sind eh auch rund, sieht ja eh keiner, weil die sprenkel ich mit Steinmuster (das ist nicht belegt, dass der sich das so gedacht hat, aber es ist so geworden, und da sprechen wir jetzt über einen ziemlich großen Zeitrahmen).
Der Flussuferläufer hat sich dann auch irgendwann mit dem Flussregenpfeifer (die waren mal Brüdern und Schwestern) überworfen und sich gedacht (die denken mehr als man glaubt), na so wie der möchte ich nicht mehr ausschauen, also flugs ein paar Korrekturen am Federkleid und Schnabel, und schon sind wir Wir.

Die Donau, der das alles ziemlich wurscht war, hat sich dann, weil Afrika, das sich nach wie vor unter uns schiebt (so schnell wie ein Fingernagel wächst) und uns hebt, entschlossen doch nach rechts zu rinnen und erst einmal so zu bleiben, lagert genug Schotter (95% österreichischer Gewässer mündet irgendwie in die Donau und liefert Steine, zumindest vor den Staumauern) für genügend Möglichkeiten der Nestertarnung des Flussuferläufers.

Kann uns jetzt eigentlich ziemlich egal sein was sich so ein Flussuferläufer denkt, weil mir sind eh die Sapiens, mit +/- 80 Sonnenumrundungen des Planeten an Zeitspanne ausgestattet, da fällt fingernagellangsame Veränderung der Erdkruste genau Null ins Gewicht, tät sich das in den Auswirkungen nicht potenzieren (Potenz von Null wäre nicht viel, aber es ist halt mehr) . Sapiens ist ja was Löbliches (?).

Jengo heißt ein Spiel, ich hab das mit unseren Töchtern sehr gern gespielt, in dem man aus einem Turm jeweils quergeschichteter Holzklötze, unten einen Klotz herauszieht und oben drauflegt. Irgendwann ist die Stabilität perdü und das fällt zusammen, also wenn du das grad bist, hast du verloren.
„Ich hab eh nur“ ist eine Ausrede, sowieso und überhaupt.

Du kannst z.B. die Au als Abenteuerspielplatz nehmen, Survivalersatz indianerspielend heldenhaft, du kannst sie aber auch als Lebensraum sehen, Teil von uns, Teil von Vielem, von dem wir auch nur Teil sind und uns einzufügen haben (gewidmet den Herrn Stone und Steinzeit, zwegen dem Abenteuer Au).

So, erhobener Zeigefinger wieder runtergenommen, weil was soll´s?
Wir nehmen Lebensraum, wir nehmen Beziehungsraum, nehmen Anspruch, wir nehmen Besitz. Ich tu das, du/sie tun das, fast jeder tut das (der Flussuferläufer auch).
Zu welchem Zweck tun wir das?

Na eh geht´s weiter, so oder so. ich denk mir halt, wenn wir nur ein bisserl weniger Pseudo reinbringen würden, also das wär´ doch zumindest ein Anfang für Effizienz.

Herbsteln tut es!



Noen

Dies wiederum ein Beitrag der regionalen Presse, also ich darf auch qualifiziert und beurkundet, Nationalparkranger sagen, praktisch ist sowieso bereits gewesen...

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... und das Publikum hat applaudiert!

Samstag, 19. September 2009

Betrachtungen

Es gibt Ereignisse, ich meine das Leben ist ja schier vollgestopft davon, also so das wo du hingehst, und das ist wichtig, weil Ereignis und Prominenz und wichtig, ganz wichtig.
Wenn also dein Fastmagengeschwürkünstler eine Präsentation machen lässt, und Laudatio und Huldigung den Eindruck erweckt, also zumindest, im Zenit der Ereignisse zu stehen, da musst du einfach zumindest vorbeischauen, weil ja auch der Lötsch (Prof. Bernd Lötsch) Laudator (also reden kann der) und halt, man will doch sehen wie das Dings, was jetzt das Burgtor als (krampfige hätt ich beinah adjektiviert) Farbradierung ist, so ankommt, eingebettet in liebenswerte Malerei und Graphik (hab ich ja allzuoft meine Hände drin gehabt).
Na ja, die Welt eiert weiter um die Sonne herum.

Sysiphos

Wobei, und das wurde mir nur zugetragen, quasi Echtheitszertifikat kann ich nicht ausstellen, eine Bemerkung im Raum steht, namentlich dergestalt, dass der Lötsch zum G...ammer gesagt haben soll, „Was haben sie eigentlich an der Radierung gemacht?“, weil klar, der Lötsch ist ja auch anderswie mit mir, bzw. ich mit ihm verbandelt, also Nationalpark und sowieso irgendwie Nachbar, weil Hütteldorf ist nicht so groß, und da kommt man schon mal ins Reden hier und dort, und Schweigegelübte hab ich keins abgelegt.

Und das liebe Leser, das wär jetzt Tratsch, das wollen wir nicht weiterführen, zumal, da muss ich aufpassen, weil am Ende liest da noch jemand mit.
(Also zumindest, wenn dir jemand sagt, „Ah, Herr Mühlbacher, sie sind das, ich lese ihr Tagebuch.“, Vorsicht, bleiben wir allgemein und patzen niemand an.) (Obwohl, ich tät schon gern Leut anpatzen, eh nicht viele, na ja, ein andermal)
Das muss ich aber noch loswerden, auch wenn das niemand interessiert, die Radierung hätt´ ich anders gemacht, leichter, heller, luftiger, die Fenster beleuchtet ...
So, jetzt bin ich schon still.

Na ja, was ist schon still, ich meine irgendwas säuselt da immer noch herum (in diesem Fall zugegebenermaßen ich). Weil warum?
Na ja, zwi- drigeteilt ist der Mensch, hat ein Solches und ein Jenes, was da wäre, also jetzt subjektiv meinereins, eine Au, was da ist die Donauau östlich von Wien, weil da find ich immer mehr Heimat.

Ranger, meingottja, hat man eine Urkunde bekommen, ist man was (was?). Na immerhin, es gab eine Überreichung und Würschterl vom Grill und viele nette Worte mit Schulterklopfen, weil wir haben mit der Feierlichkeit auf die mit dem Nachzipf gewartet.
Man darf jetzt, Donau noch nicht (hä hä hä), mit Montur und Bewusstsein und Sendung.

Was ja eh wieder war gleich danach, also eine handvoll VierzehnjährigerInnen, was nicht einfach ist wenn da Radelfahren am Programm steht und ein paar noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen sind, was aber jetzt wieder eine andere Geschichte wäre.
Na echt, es gibt nicht wenige Kinder, und die sind nicht aus Zentralanatolien sondern aus Wien, die haben drei Handys, Laptop und Designerschuhe, aber mit dem Radl haut sie´s auf drei Metern viermal um.

Die eigentliche Geschichte spielt, wie so oft, ganz nebenbei am Wegesrand, da wo man gern vorbeigeht, vielleicht grad aufs Navi schaut, oder trachtet, irgendwelche Kilometer in irgendeiner Zeit zu absolvieren.
Die Darsteller sind Königslibelle

Koenigslibelle

und Zebraspinne

Zebraspinne

ein Achtstundendrama mit letalem Ausgang.

Fressen

Nein, acht Stunden bin ich da nicht gestanden, aber halt nachher noch mal hin gegangen.
Was ist da jetzt so besonderes dran, Jäger, Beute, Beute ihrerseits von der Berufung her eh auch Jäger, jetzt aber Pech.

Die Parteiennahme der Betrachter ist interessant. Fast alle, selbst der Martin, tendenziell auf Seite der Königslibelle, kaum jemand Zebraspinne. Wie kommt das?
Schön sind sie beide, beide keine Vegetarier und seit Urzeiten im ökologischen Spiel dabei.
Aber irgendwie Sympathie oft einseitig. Da kann die Spinne ein noch so kunstvolles Netz mit Steigleiter weben in stundenlanger Feinarbeit (das war dann hin), als Spinne hast du einfach die Arschkarte. Wenn die dann noch Brzakovic heißt oder gar Öcal, frage nicht. Aber ich nehme an, die hat einfach gutösterreichisch Kevin Strnad geheißen, wenn überhaupt.

Letztendlich hat der Kevin dann die arme unschuldige Marie-Sophie (so hieß die Libelle) einfach ausgezuzelt, weil das ist halt so, weil zu einer Käskreiner mit süßem Senf und einem Scherzl hat ein Spinnentier keine Affinität.

Ende

Also freuen mir uns, dass mir uns andere Nahrung anders beschaffen können und in dem gigantischen ökologischen Netzwerk einen anderen Platz einnehmen. Lassen wir die Anderen so sein wie sie sind, weil meistens hat es einen Sinn.
Und, ich weiß schon, dass das für einige von uns ziemlich schwierig sein dürfte, habt´s die Spinnen lieb.

Sonntag, 13. September 2009

säumig

Betteln

Na ist ja wahr, du kannst nicht einen Blog machen und dann so mir nix, dir nix der Schreibabstinenz frönen, so geht das nicht. Wenigstens eine Entschuldigung muss her, weil man hat ja einen Anstand.

Also erst einmal waren die letzten Querelen mit dieser Sysiphosfarbradierung (ist noch immer die Selbe, Burgtor) vom Verursacher meiner, hoffentlich abgewendeten, Magengeschwüre, und dann express noch ein paar Drucke, weil die Präsentation ist angekündigt. Leider ist express eher Liliputbahn, weil das Ding ist inzwischen so umständlich aufgeblasen dass es nur noch Zeit frisst. Sieht auch kein Mensch, weil jetzt mach ich kompliziert das was es Anfangs eigentlich einfacher ohnehin war.
Nebstbei zum Glück auch noch ein paar andere kleine Projekte.

Zwischendurch tiefste Depression. Ja und wieder wollte ich mich aus meinem Fenster im Souterrain stürzen, aber das raufkraxeln ist halt schon beschwerlich. Anlaß gab der Steuerbescheid 07 (na das Finanzamt ist nur fix wenn was zu holen ist) der mir bescheinigt satte 760,- Jahresgewinn mit der Werkstatt gemacht zu haben. Wenn ich das da wieder so lese zieht es mich gleich zum Souterrainfenster. Ich glaub ich stell mir ein Sesserl hin, dann geht´s vielleicht, dass ich mich die zehn Zentimeter in die Tiefe werfe, wär da nicht der Rosenbusch im Weg.

In der Schule gibt’s Brösel, weil das Behindertenklo (Behinderte sind irgendwie nur RollstuhlfahrerInnen!?) im Hochparterre (!) mit eigens versetzter, tragender Wand, weil das muss die vorgeschriebenen Quadratmeter haben, lässt das Gebäude wanken, und der Herr Ingenieur (hat nichts mit Genius zu tun) beklagt, dass man ihm nicht mehr Dankbarkeit entgegenbringt weil er doch nur Gutes tut, aber das wär eine andere Geschichte (na ja, den Riss vom Dachboden bis zum Keller haben sie eh vergipst und übermalt, außerdem haben die ja auch noch das TurnlehrerInnenzimmerl frisch gemacht , und das um den Preis eines ..., na ja, da war halt ein Budget da, das ham mir müssen aufbrauchen).

Na und dann waren da auch noch Geburtstage und Familie. Aber da schweige ich drüber, weil wenn jemand Seifenopern im Fernseh´n sieht, weiss er/sie wie das ist, wenn nicht, dann glaubt er/sie mir das eh nicht. Ich mein´, ich weiß ja nicht, habt ihr Familie? Ich meine, so mit ausufernder Stückzahl, wo du aufpassen musst wo du dich hinsetzt, weil je nachdem, entweder sind Ausländer und EU schuld an allem, oder du hörst dir den letzten Maledivenurlaub bis hin zur Salatschüssel am Büfee an, wahlweise kannst du zu gefahrenen Mountainbikekilometern wechseln, todesverachtenden Extremoutdoorirgendwas (weil irgendwer will partout Held sein), irgendwas über die Leut die nicht so super sind wie WIR, weil wir sind Familie, was dann aber ziemlich schnell in die Opferecke driftet wenn´s individuell wird, so mit der bösen Welt, die so was von ungerecht ist.

Aua, jetzt habt´s ihr mich erwischt, weil so arg ist es ja gar nicht. Bei meiner einen Familie gibt’s genug Kinder mit denen du dich verdrücken kannst, auf Tiegerjagd gehen, Raumschiffe abschießen, Zeitreisen machen.
Bein meiner anderen Familie hab ich ein paar Schwestern, da gibt’s immer dieses „weißt du noch?“. Weil seltsam, Kindheit ist ja nur ein paar Jahre, Miteinander noch viel kürzer, aber so einmal im Jahr erinnert man sich doch gerne an die Schmudelkinder.

Ja so nur am Rande, weil´s mir grad einfällt, und ich sag jetzt nicht dass das der Pauli war, ein Knirps noch. Sehr steile Treppe zum Dachboden, er turnt sich hinauf, frag ich: „Pauli, darfst du da rauf?“ Er: „Nur wenn niemand dabei ist.“
Das gibt Hoffnung.

Was also ist so schlimm daran, wenn ab und zu keine Zeilen von dieser Adresse her ins unendliche Netz wachsen? Genau, nichts. Weil warum? Weil das Leben außerhalb der digitalen Erfassbarkeit stattfindet und nicht alles mitteilungswürdig ist, weil ich nicht schnell schreibe, wie ich auch nicht schnell koche, oder rasch mal ein Bild male.

Langsamkeit ist eine vergessene Tugend! Entschleunigung wäre an sich höchst an der Zeit.
He, Hallo, wohin und warum mit Vollgas?
Schneller, Höher, Wagemutiger, Einzigartiger? (Da hat man erst jüngst einer Dreizehnjährigen die Soloweltumsegelung untersagt, Skandal!)
Jetzt und Live, teilhaben, wozu? Alle Achttausender als Jüngste, Schnellste, Frauigste?
Epochal, Guinnessbucheintrag, Hero, 60 Km ohne Pause, Dancing Star, Kariere, Weltmeister, ja was denn bitte?

Na ja, geb ich ja zu, zwischen zwei Wochen Nichtschreiben und der Erklimmung eines K2 liegen himmelhohe Unterschiede, no na. Vielleicht gibt´s marginale Annäherungen, namentlich im Bereich der Erwartung, weil wenn du sieben Achttausender hast, musst du eigentlich den achten auch tun, wenn du oft schreibst, musst du auch öfter schreiben.
Ich seh schon, der Vergleich hinkt. Abgesehen davon, dass Schreiben ganz gut ohne Basislager geht (weil schreib einfach irgendwas, das steht dann auch da, ganz ohne Basis (Ich nenn da jetzt keine Namen)), man friert sich auch sehr selten eine Zehe ab.
Es ist allein da Tun zu müssen glauben.

He, seid´s ihr noch da?
(Na nicht da nebenan bei Rapid gegen Salzburg, die hör ich eh alle, so mit Oleholeholeholehhh.)
Solltet ihr noch bis hierher gefolgt sein, bitte, sofort eine Menschen eurer Wahl in die Arme nehmen und fest drücken! Weil das ist es.

Herz

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Josef Mühlbacher

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