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Samstag, 19. September 2009

Betrachtungen

Es gibt Ereignisse, ich meine das Leben ist ja schier vollgestopft davon, also so das wo du hingehst, und das ist wichtig, weil Ereignis und Prominenz und wichtig, ganz wichtig.
Wenn also dein Fastmagengeschwürkünstler eine Präsentation machen lässt, und Laudatio und Huldigung den Eindruck erweckt, also zumindest, im Zenit der Ereignisse zu stehen, da musst du einfach zumindest vorbeischauen, weil ja auch der Lötsch (Prof. Bernd Lötsch) Laudator (also reden kann der) und halt, man will doch sehen wie das Dings, was jetzt das Burgtor als (krampfige hätt ich beinah adjektiviert) Farbradierung ist, so ankommt, eingebettet in liebenswerte Malerei und Graphik (hab ich ja allzuoft meine Hände drin gehabt).
Na ja, die Welt eiert weiter um die Sonne herum.

Sysiphos

Wobei, und das wurde mir nur zugetragen, quasi Echtheitszertifikat kann ich nicht ausstellen, eine Bemerkung im Raum steht, namentlich dergestalt, dass der Lötsch zum G...ammer gesagt haben soll, „Was haben sie eigentlich an der Radierung gemacht?“, weil klar, der Lötsch ist ja auch anderswie mit mir, bzw. ich mit ihm verbandelt, also Nationalpark und sowieso irgendwie Nachbar, weil Hütteldorf ist nicht so groß, und da kommt man schon mal ins Reden hier und dort, und Schweigegelübte hab ich keins abgelegt.

Und das liebe Leser, das wär jetzt Tratsch, das wollen wir nicht weiterführen, zumal, da muss ich aufpassen, weil am Ende liest da noch jemand mit.
(Also zumindest, wenn dir jemand sagt, „Ah, Herr Mühlbacher, sie sind das, ich lese ihr Tagebuch.“, Vorsicht, bleiben wir allgemein und patzen niemand an.) (Obwohl, ich tät schon gern Leut anpatzen, eh nicht viele, na ja, ein andermal)
Das muss ich aber noch loswerden, auch wenn das niemand interessiert, die Radierung hätt´ ich anders gemacht, leichter, heller, luftiger, die Fenster beleuchtet ...
So, jetzt bin ich schon still.

Na ja, was ist schon still, ich meine irgendwas säuselt da immer noch herum (in diesem Fall zugegebenermaßen ich). Weil warum?
Na ja, zwi- drigeteilt ist der Mensch, hat ein Solches und ein Jenes, was da wäre, also jetzt subjektiv meinereins, eine Au, was da ist die Donauau östlich von Wien, weil da find ich immer mehr Heimat.

Ranger, meingottja, hat man eine Urkunde bekommen, ist man was (was?). Na immerhin, es gab eine Überreichung und Würschterl vom Grill und viele nette Worte mit Schulterklopfen, weil wir haben mit der Feierlichkeit auf die mit dem Nachzipf gewartet.
Man darf jetzt, Donau noch nicht (hä hä hä), mit Montur und Bewusstsein und Sendung.

Was ja eh wieder war gleich danach, also eine handvoll VierzehnjährigerInnen, was nicht einfach ist wenn da Radelfahren am Programm steht und ein paar noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen sind, was aber jetzt wieder eine andere Geschichte wäre.
Na echt, es gibt nicht wenige Kinder, und die sind nicht aus Zentralanatolien sondern aus Wien, die haben drei Handys, Laptop und Designerschuhe, aber mit dem Radl haut sie´s auf drei Metern viermal um.

Die eigentliche Geschichte spielt, wie so oft, ganz nebenbei am Wegesrand, da wo man gern vorbeigeht, vielleicht grad aufs Navi schaut, oder trachtet, irgendwelche Kilometer in irgendeiner Zeit zu absolvieren.
Die Darsteller sind Königslibelle

Koenigslibelle

und Zebraspinne

Zebraspinne

ein Achtstundendrama mit letalem Ausgang.

Fressen

Nein, acht Stunden bin ich da nicht gestanden, aber halt nachher noch mal hin gegangen.
Was ist da jetzt so besonderes dran, Jäger, Beute, Beute ihrerseits von der Berufung her eh auch Jäger, jetzt aber Pech.

Die Parteiennahme der Betrachter ist interessant. Fast alle, selbst der Martin, tendenziell auf Seite der Königslibelle, kaum jemand Zebraspinne. Wie kommt das?
Schön sind sie beide, beide keine Vegetarier und seit Urzeiten im ökologischen Spiel dabei.
Aber irgendwie Sympathie oft einseitig. Da kann die Spinne ein noch so kunstvolles Netz mit Steigleiter weben in stundenlanger Feinarbeit (das war dann hin), als Spinne hast du einfach die Arschkarte. Wenn die dann noch Brzakovic heißt oder gar Öcal, frage nicht. Aber ich nehme an, die hat einfach gutösterreichisch Kevin Strnad geheißen, wenn überhaupt.

Letztendlich hat der Kevin dann die arme unschuldige Marie-Sophie (so hieß die Libelle) einfach ausgezuzelt, weil das ist halt so, weil zu einer Käskreiner mit süßem Senf und einem Scherzl hat ein Spinnentier keine Affinität.

Ende

Also freuen mir uns, dass mir uns andere Nahrung anders beschaffen können und in dem gigantischen ökologischen Netzwerk einen anderen Platz einnehmen. Lassen wir die Anderen so sein wie sie sind, weil meistens hat es einen Sinn.
Und, ich weiß schon, dass das für einige von uns ziemlich schwierig sein dürfte, habt´s die Spinnen lieb.

Radierwerkstatt

Josef Mühlbacher

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