Bandbreite
Hierhin, dahin, dorthin, mitunter ganz schön turbulent so eine Woche.
Bisserl Kupfer ätzen und polieren, bisserl Jungmenschen in feuchter Wildnis herumführen, ein wenig Schulmanagement (da werden´s ja zum Schulschluß immer etwas aufgekratzter als sonst, weil Aufführung von einem Musikel (das heißt hier so weil es genau so klingt), und Zeugnis, Neuanmeldungen, aufgebrachte Eltern („wieso hat da mein Prinz/Prinzeschen nicht die allerbeste Note wo er/sie doch ein Augenstern ist und ich Beziehungen habe?) und so nebenher einiges an gravierenden Ereignissen.
Nein, nicht jetzt die Monsterschlagzeilen vom Abgang eines gebleichten merkwürdignasigen ehemaligen Titanen der Popkultur der sich früher gern mal in den Schritt gefasst hat und „Uhuhu“ tremolierend rückwärts gemoonwalkt ist (Meine Fassungslosigkeit über das Ende dieser Biographie hält sich in Grenzen).
Auch nicht die bevorstehenden Jahrestage der ersten Mondlandung, des Ablebens von Brian Jones und des Auseinandergehens von Esther und Abi Ofarim (Ich hab gestern erfahren, das war alles zusammen damals in einem Heft der Zeitschrift „Bunte“), weil um diese Ereignisse zu erinnern muss man schon ..., na ja, ich kenn ja auch noch die offenen Straßenbahnen...
Wasser ist es was die letzten Tage geprägt hat, Wasser und Wind. He, wir hatten 769 cm in Wildungsmauer (normal wär´s so um 350 oder 400), das braust da ganz schön durch und mischt einiges durcheinander.
Dynamische Au, na soll ja auch so sein, aber das hat für ein etliche Bewohner ziemlich drastische Konsequenzen. Pech wenn du Eisvogelküken bist oder als Biber nicht schnell genug nach oben gräbst, als Reh, das nicht des Schwimmens fähig wie die Hirsche, plötzlich auf einer Insel stehst oder halt irgend einen Wettlauf mit dem Pegelstand verlierst.
Dazu ein paar fröstelnde Windböen, was gar nichts macht wenn du ein warmes Northlandjackerl anhast, aber sei einmal ein Storchenkind in einem Nest in luftiger Höh`.
Die in Petronell sind einfach erfroren, so ist das, weil wenn ein erwachsener Storch grad einmal drei Kilo auf die Wage bringt, da ist nicht viel Reserve bei den Sprösslingen.
Die Kleinen in Orth hat´s auch her gebeutel. Wobei, man muß wissen, die Jungen breiten, lang bevor sie wirklich fliegen können, ihre Schwingen aus um Wind zu spüren, so zur Probe, „aha, das ist Luft, so fühlt sich das an“. Dann kommt da so ein Windstoß und du hast keinen Boden mehr, das ist blöd. Na ja, einen hat´s erwischt, und der ist halt runter in den Schlosshof gekreiselt, wo aber eh schon wack´re Rangerarme hilfreich warteten.

Storchenpapa Martin
Das Herzeigenest flugs auf die Aussichtsterasse installiert und den jungen Adebar hineinverfrachtet, weil wer kraxelt schon auf den Schornstein hinauf mit einem zappelnden Vogel. Da war er dann ein Weilchen, aber halt nicht lang. Na ja die Pubertät, man denkt dass man schon alles ist und kann und fliegen sowieso.
Jetzt schicke ich voraus, ihr erinnert euch noch an die ersten eigenen Radfahrversuche, also ohne Stützräder, dafür aber nur auf einer Ebene, nicht in der Luft. Das war ja damals auch nicht grad das was man bei der Tour de France sieht. Na genauso tut der kleine Storch, der fliegt herum, verfängt sich irgendwo und landet letztendlich stolpernd über der Straße am Parkplatz vom Zielpunkt (trefflicher Name).
Jetzt sind halt die Nerven der Ranger auch nur bedingt belastbar, und immer wieder einsammeln und die hundertsieben Stufen hinauf zur Aussichtsterasse, wie es der Martin gerne tut, wird irgendwann beschwerlich, also ab ins Storchenpflegeheim, wo Jüngling Adebar die Zeit als Zögling bis zur Reife fristet.
Die Einen haben Glück, die Anderen halt nicht. Das Eine sehen wir, das Meiste aber nicht, und doch geschieht es und bleibt nur ein Ahnen, so wir dafür empfänglich sind.
Sachschäden werden aufgelistet und berechnet, Zehn Opfer in Polen zu beklagen, Versicherungen helfen homöopathisch, die Spendenkonten liegen auf, Politiker springen hemdsärmelig ins Rampenlicht.
Die Welt bewegt sich, und wir mit ihr.
...
Ganz nebenher, am Brunnenmarkt, das Wetter schwül, die Luft gallertenartig, der Mensch kauft ein, die Gurken sind schon und die Erdbeeren sind vorbei, man preist die jungen roten Rüben und Karfiol (Blumenkohl).
Die Frau mit vielen Jahren am Blumenstand hält sich an einer Stange fest und wankt, kaum wahrzunehemen im Vorübergeh´n, dann ist sie weg, sie liegt am Boden.
Schnell hin, Ansprechen, Augen, Puls, irgendwer handyfoniert derweil die Rettung, Procedere wie angelernt, man tut nach Schema, a, b, c...
Da liegt die Frau, du tust ihr die Handtasche unter den Kopf, „Wie heißen sie?“, verängstigtes Schweigen, sie blickt dich nur an. „Wie fühlen sie sich?“, „Die Rettung ist schon unterwegs“, ein mattes Lächeln, „Die Rettung nicht mehr, ich will nicht ins Spital“. „Wer sind sie?“ fragend leise, ich sag es ihr, und sag noch „Alles wird gut“, halt ihre Hand und streichle mit der anderen ihren Kopf.
Es kommt, da hilft mein Weinen nichts, weil wir scheinen beide zu wissen was jetzt kommt, irgendwie so auf dem Brunnenmarkt zwischen den Standeln mit zwei vertrauten Fremden.
Ein Blick in deine Augen geht seitwärts weg, irgendwohin wo Weite ist, ein leises Seufzen, kaum vernehmbar.
Die Hand mit Haut aus Papier erschlafft, der Kopf wird schwer, die Uhr tickt weiter, drei Leute stehen, viele gehen vorbei, sehen nicht, woher auch?
12:17 Uhr, und nachher 12:18, -:19 ... , es war und ist vorbei, ganz nebenbei. Das Blaulicht kommt und tut das Seine, Verfrachtung und ein Offizielles.
Der Karfiol bleibt weiter günstig.
Bisserl Kupfer ätzen und polieren, bisserl Jungmenschen in feuchter Wildnis herumführen, ein wenig Schulmanagement (da werden´s ja zum Schulschluß immer etwas aufgekratzter als sonst, weil Aufführung von einem Musikel (das heißt hier so weil es genau so klingt), und Zeugnis, Neuanmeldungen, aufgebrachte Eltern („wieso hat da mein Prinz/Prinzeschen nicht die allerbeste Note wo er/sie doch ein Augenstern ist und ich Beziehungen habe?) und so nebenher einiges an gravierenden Ereignissen.
Nein, nicht jetzt die Monsterschlagzeilen vom Abgang eines gebleichten merkwürdignasigen ehemaligen Titanen der Popkultur der sich früher gern mal in den Schritt gefasst hat und „Uhuhu“ tremolierend rückwärts gemoonwalkt ist (Meine Fassungslosigkeit über das Ende dieser Biographie hält sich in Grenzen).
Auch nicht die bevorstehenden Jahrestage der ersten Mondlandung, des Ablebens von Brian Jones und des Auseinandergehens von Esther und Abi Ofarim (Ich hab gestern erfahren, das war alles zusammen damals in einem Heft der Zeitschrift „Bunte“), weil um diese Ereignisse zu erinnern muss man schon ..., na ja, ich kenn ja auch noch die offenen Straßenbahnen...
Wasser ist es was die letzten Tage geprägt hat, Wasser und Wind. He, wir hatten 769 cm in Wildungsmauer (normal wär´s so um 350 oder 400), das braust da ganz schön durch und mischt einiges durcheinander.
Dynamische Au, na soll ja auch so sein, aber das hat für ein etliche Bewohner ziemlich drastische Konsequenzen. Pech wenn du Eisvogelküken bist oder als Biber nicht schnell genug nach oben gräbst, als Reh, das nicht des Schwimmens fähig wie die Hirsche, plötzlich auf einer Insel stehst oder halt irgend einen Wettlauf mit dem Pegelstand verlierst.
Dazu ein paar fröstelnde Windböen, was gar nichts macht wenn du ein warmes Northlandjackerl anhast, aber sei einmal ein Storchenkind in einem Nest in luftiger Höh`.
Die in Petronell sind einfach erfroren, so ist das, weil wenn ein erwachsener Storch grad einmal drei Kilo auf die Wage bringt, da ist nicht viel Reserve bei den Sprösslingen.
Die Kleinen in Orth hat´s auch her gebeutel. Wobei, man muß wissen, die Jungen breiten, lang bevor sie wirklich fliegen können, ihre Schwingen aus um Wind zu spüren, so zur Probe, „aha, das ist Luft, so fühlt sich das an“. Dann kommt da so ein Windstoß und du hast keinen Boden mehr, das ist blöd. Na ja, einen hat´s erwischt, und der ist halt runter in den Schlosshof gekreiselt, wo aber eh schon wack´re Rangerarme hilfreich warteten.

Storchenpapa Martin
Das Herzeigenest flugs auf die Aussichtsterasse installiert und den jungen Adebar hineinverfrachtet, weil wer kraxelt schon auf den Schornstein hinauf mit einem zappelnden Vogel. Da war er dann ein Weilchen, aber halt nicht lang. Na ja die Pubertät, man denkt dass man schon alles ist und kann und fliegen sowieso.
Jetzt schicke ich voraus, ihr erinnert euch noch an die ersten eigenen Radfahrversuche, also ohne Stützräder, dafür aber nur auf einer Ebene, nicht in der Luft. Das war ja damals auch nicht grad das was man bei der Tour de France sieht. Na genauso tut der kleine Storch, der fliegt herum, verfängt sich irgendwo und landet letztendlich stolpernd über der Straße am Parkplatz vom Zielpunkt (trefflicher Name).
Jetzt sind halt die Nerven der Ranger auch nur bedingt belastbar, und immer wieder einsammeln und die hundertsieben Stufen hinauf zur Aussichtsterasse, wie es der Martin gerne tut, wird irgendwann beschwerlich, also ab ins Storchenpflegeheim, wo Jüngling Adebar die Zeit als Zögling bis zur Reife fristet.
Die Einen haben Glück, die Anderen halt nicht. Das Eine sehen wir, das Meiste aber nicht, und doch geschieht es und bleibt nur ein Ahnen, so wir dafür empfänglich sind.
Sachschäden werden aufgelistet und berechnet, Zehn Opfer in Polen zu beklagen, Versicherungen helfen homöopathisch, die Spendenkonten liegen auf, Politiker springen hemdsärmelig ins Rampenlicht.
Die Welt bewegt sich, und wir mit ihr.
...
Ganz nebenher, am Brunnenmarkt, das Wetter schwül, die Luft gallertenartig, der Mensch kauft ein, die Gurken sind schon und die Erdbeeren sind vorbei, man preist die jungen roten Rüben und Karfiol (Blumenkohl).
Die Frau mit vielen Jahren am Blumenstand hält sich an einer Stange fest und wankt, kaum wahrzunehemen im Vorübergeh´n, dann ist sie weg, sie liegt am Boden.
Schnell hin, Ansprechen, Augen, Puls, irgendwer handyfoniert derweil die Rettung, Procedere wie angelernt, man tut nach Schema, a, b, c...
Da liegt die Frau, du tust ihr die Handtasche unter den Kopf, „Wie heißen sie?“, verängstigtes Schweigen, sie blickt dich nur an. „Wie fühlen sie sich?“, „Die Rettung ist schon unterwegs“, ein mattes Lächeln, „Die Rettung nicht mehr, ich will nicht ins Spital“. „Wer sind sie?“ fragend leise, ich sag es ihr, und sag noch „Alles wird gut“, halt ihre Hand und streichle mit der anderen ihren Kopf.
Es kommt, da hilft mein Weinen nichts, weil wir scheinen beide zu wissen was jetzt kommt, irgendwie so auf dem Brunnenmarkt zwischen den Standeln mit zwei vertrauten Fremden.
Ein Blick in deine Augen geht seitwärts weg, irgendwohin wo Weite ist, ein leises Seufzen, kaum vernehmbar.
Die Hand mit Haut aus Papier erschlafft, der Kopf wird schwer, die Uhr tickt weiter, drei Leute stehen, viele gehen vorbei, sehen nicht, woher auch?
12:17 Uhr, und nachher 12:18, -:19 ... , es war und ist vorbei, ganz nebenbei. Das Blaulicht kommt und tut das Seine, Verfrachtung und ein Offizielles.
Der Karfiol bleibt weiter günstig.
Jossele - 27. Jun, 18:13

so viele leben geretten und eines hinüber begleitet......
da werden alle, die diesen tag mit dir erlebt haben, froh sein...
und du vermutlich...weniger? ich weiß nicht.
soviel leben und lebensrand und -übergang ... in so kurzer zeit...
ach...
Was soll ich sagen, Zurechtrücken von Wertigkeiten ist gelegentlich ganz angebracht.
Momente prägen sich ein, und gut ist es, weil alles dazu gehört.