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Allgemeines

Montag, 7. Dezember 2009

Leserbrief und so halt

„Na weil es ist doch wahr, mir sind ein Abendland und eine Heimat obendrein, was brauchen mir ein Minarett da herumstehen haben in der Kultur die was die unsrige ist. Nein, der Muezzin soll nicht gar auch noch von der Karlskirche herunter jodeln, weil wo kommen wir da noch hin?

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Der Moslem will uns unterminieren, so was darf nicht zugelassen werden.
Ich mein´, angefangen hat es bei den Würschtelständen, wo sind die hin? Kebab allerorts, kaum mehr eine schön fettige Käskreiner zu finden, ja und wenn dann ist kein Scherzerl mehr da. Weil das ist die Wahrheit, die Al Kaida sammelt alle Scherzerln ein, aus purer Bosheit, damit der standhafte WienerIn mürbe gemacht wird und in seiner Verzweiflung zum Islam übertritt, so schaut´s aus.

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Ja was, und dann auch noch im architektonischen Kleinod Fünfhaus vielleicht auch noch auf jedem zweiten Haus ein Minaretttürmchen, nein danke.

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Das mit den Halbmonden statt der Gipfelkreuze auf unseren heißgeliebten Bergesgipfeln ist ja auch noch nicht ganz vom Tisch (In der Tat, das geistert noch herum. Anm. d. Red.).
Den Brunnenmarkt haben die uns schon entwendet, den Naschmarkt fast, was noch?

Ich fordere Lederhosenzwang für jeden ZuwanderIn, Wadeln nach vorn, wurscht ob die schon ein paar Generationen im Land sind, Auswendigsingen der Bundeshymne, aber alle Strophen, korrekten Gebrauch von Dativ und Genitiv, Quotenregelung für Würschtelstände, Verbot von Kaffee und die Tilgung der Erwähnung, dass den Stephansdom ursprünglich ein Halbmond zierte (Kreuze auf Kirchen gab´s nicht immer schon. Anm. d. Red.), aus den Geschichtsbüchern.
Ja das muss einmal gesagt werden.“

.... Leserbrief eines besorgten Bildungsbürgers




An sich gibt´s eh kleinformatige Zeitungen und Denker die trachten, derlei Gedankengut nicht unter den Tisch fallen zu lassen, aber dieser Blog hat ja auch einen Bildungsauftrag...

Irgendwie gibt´s immer ein Thema, scheint mir, eines das ein bisserl ablenkt.
Damals mit der Vogelgrippe, das hat gut funktioniert, jetzt, Schweinegrippe, na ja, war eher lasch, also Minarette. Nein, nein, ist schon wichtig und beredenswert...
Derweil meldet ein Bundesland seinen bevorstehenden Konkurs an, versickern ein paar Milliarden bei staatsnahen Betrieben, werden sinnfreie Großprojekte mit explodierenden Kosten durchgezogen, Repräsentanten unter den Glassturz gestellt, unsere „Vorreiterrolle“ im Klimaschutz schöngeredet und vieles mehr, aber das fällt alles unter Heimatland, Abendland (Wobei, das Morgenland verfährt genauso) – Projektion?

Arn-DerKreuzritter_scene_01

Warum so grantig Herr Jossele?
Na ja, ist doch der Hrdlicka nicht mehr, der Polterer und Oberflächenankratzer. Vermutlich wird er jetzt posthum zu „unserem“ Hrdlicka, dem Bernhard (nicht dem Knoll) ist es auch nicht besser ergangen; da kannst du nicht raus wenn du Österreicher bist.
Wer ihn gekannt hat weiß, der Rest wird Operette.

hrdlicka

Aber echt, Fleischlaberln solo zum Fünfziger im Trabrennplatzatelier und dann noch das Rennen, Stil hatte er, hatte er sowieso. Na und den Canetti hätt` ich ohne ihn auch nie getroffen.
(Das mit Sarah und dem Orangensaft auf Klaus Maria Brandauer darf ich ja nicht mehr schreiben, auch wenn das bei Hrdlicka war, Elsa wird sonst bös.)
Ich hab ihn einmal als Mistkübler gezeichnet, einmal als Napoleon (ist dann irgendwann bei Ebay aufgetaucht), öfter als Titan, weil eine Zeit lang war er prägend (Zu meiner allerersten peinlichen Ausstellung im Fojer bei Hilger ist er gekommen, hab ich ihm doch den Passolini gewidmet, den mochten wir beide.).

Na ja, so geht halt Zeit in die Lande, merklich weihnachtend und unerbittlich mit viel Glöckchengebimmel und Tschingelbells allaways.
Wenn es, was ab und an schon einmal geschehen kann, zuviel wird, verdrück´ dich in eine Seitengasse, laß´ dich nicht einlullen.
Zeitgeist ist ein Unwort, Mainstream tät der Zeitgeistige dazu sagen, es wär´ keine Schande, sich zwischenzeitlich auszuklinken, einfach so.

rollbalken

Montag, 5. Oktober 2009

Titel?

Manchmal ist es so und manchmal so, manchmal macht sich dezent aufatmendes Seufzen Raum, weil manchmal gibt es positive Signale und so was wie einen Schubs.

Nein, die Querelen mit der Versicherung nach einem Wasserschaden meine ich nicht! Also ich meine, hattet ihr schon einmal einen Versicherungsfall, so mit alles aufgeweicht unter dir?
Seit zwei Wochen ist das einzige Ergebnis ein Offert für eine „neue, wesentlich günstigere“ Police, alle sonstig ausständigen Erledigungen tümpeln aufgrund von Urlauben der Zuständigkeit so vor sich hin (Uniqa), was aber weiter nicht schlimm ist, weil graue Haare hab ich eh schon (marginal).

Aufatmendes Seufzen ist auch gegeben wenn dich jemand anruft und deine Strudelhofstiege weiterempfiehlt. Weil ehrlich, wenn du ein Bild machst, Aquarell, Gemälde, Radierung, wurscht, irgendwann lässt du es los weil fertig, quasi erwachsen. Na ja, dann schaust du dir deinen Sproß/deine Sprossin noch mal an und denkst, na ja, hm, war es das wirklich? War es, war es zu einem Zeitpunkt, und irgendwann musst du einfach loslassen, sonst wird gar nix.
Hätt ich nicht noch dies und das tun sollen, oder unterlassen, irgendwann ist Punkt.
No ja, wenn du dann grad nicht so egomanisch veranlagt bist wie einige aus deiner Kollegenschaft, dann stellst du dich halt immer wieder in Frage (was ich gut finde) und kannst dich über anerkennende Rückmeldungen wirklich freuen.

Aufatmendes Seufzen auch, weil der entsprechende Herr im Nationalpark endlich gesagt hat, „So, du bist nun auch geeignet, die offene Donau mit Publikum zu befahren“ (aufmerksame Leser wissen, schelmisch wie ich bin, hab ich das eh schon getan).
Na he, so einfach ist das ja nun auch wieder nicht, weil so ein Schlauchbooterl ist ziemlich am unteren Rand der Hierarchie am Donaustrom angesiedelt, da musst du schon wissen, wer wann was darf, ganz zu schweigen vom Ein- und Auskreuzen ins Kehrwasser, mit Leuten die noch nie ein Paddel in den Händen gehabt haben.
Ich nehme den nichtendenwollenden Applaus zu meinen ersten Kapitänsstreifen huldvoll entgegen.

Aufatmendes Seufzen bedingt auch durch zaghaftes Aufflackern des Interesses an Radierwerkstattbegehrlichkeiten, die ein Zusperren noch hinauszögern, weil irgendwann wird es fahrlässig weiter so zu tun als wär eh alles eitel Wonne.

Fazit: Möglichkeiten blinzeln hier und da auf, Anderes knickt ein und verdorrt.
Wer bin ich? Ich meine, die Frage ist schon ziemlich abgelutscht, aber halt jeden Tag aktuell.
Was kann ich tun um der/die zu sein? Das ist vielleicht ein bisserl unbequem, weil unter Umständen geht sich dann der Flachbildschirmfernseher und das Guccischühlein nicht aus (außer auf Pump).
Was tu ich? No ja, das Mögliche?
Wohin? Das wär dann die Möbiusschleife zu „Wer bin ich“.
(Wobei, also Ich kann durchaus ersetzt werden mit Du, Er, Sie, es, wir, ihr sie...)

Sich ein Bild machen, jetzt, wahrnehmen, Augenblick. Nicht spielen, Sein.
Sein kannst du als Maler, Kupferdrucker, Ranger, Schulwart, Irgendwas. Ein jedes ist ein Teil. Quintessenz ist, Du musst es sein.

Was hat das jetzt mit dem aufatmenden Seufzen zu tun?
Na ja, in jedem Bereich dem du dich zuwendest gibt es diese gelegentliche Rückblende auf „He, gut dass es dich gibt“.
Die Möglichkeiten sind zufällig gewürfelt, soll sein.

Ich weiß nicht, ich denke es ist egal ob du Vorstandsvorsitzender bist, Unternehmensberater, Selbständig, Fach- oder Hilfsarbeiter, dieses „Gut dass es dich gibt“ musst du selber spüren.

Wobei, das angefügte Bild hat nichts mit Welterkenntnis zu tun, ist nur ein Augenblick, Zeit, und schon auch nicht mehr, Geschichte wie alles.

Efeu

Montag, 28. September 2009

Herbstzeitlosen

Herbstzeitlosen

Sommer ist ja nun nicht mehr im Programm, quasi „es war einmal“, was aber weiter nicht schlimm ist, denn Herbst ist eigentlich auch kein Bemmerl (das übersetz´ ich jetzt nicht).
Ich mein´, was in drei Monaten auch schon wieder vorbei ist, das wissen wir alle, und es geht schnurstracks auf die Bilanz zu. Wobei, ich will da jetzt keine Panik verbreiten, noch sind wir ja kurzärmelig unterwegs.

„Rent a Ranger“ war erst gestern, weil ein Darwin-Symposium in Grafenwörth wollte Auenaspekte einbinden, und da holt man sich halt die Biberbärbel und mich damit das Hand und Fuß hat (außerdem sollte die Bärbel nicht unkontrolliert auf die Menschheit loslassen ... das war jetzt fies, also ein ;-) hinterhergeschoben).

Die haben da ja das Kraftwerk Altenwörth, also nicht viel Donau sondern Stausee, Auwald ist halt ein Wald am präparierten Fluß, aber immerhin, Reste sind vorhanden und der Darwin, der ja einen runden Geburtstag feiert (excl. USA), findet überall Entsprechung.
Raus also mit den Leuten, und versucht Zusammenhänge darzustellen.

Na ja, ist gar nicht so einfach. Ich mein´, an sich ist es ja schon simpel. Also da formt sich durch geologische Gegebenheiten eine Lebenssituation in der ein paar Lebensformen versuchen, sich irgendwie damit zurechtzufinden; Zeit haben sie ja (also die hatten noch kein Filofax damals und auch jetzt nicht).

Z.B. der Flussuferläufer, der zu Urzeiten der Donau, als die noch andersrum geflossen ist, also nach links in den Rhein, der hatte auch noch keinen Namen, weil das haben dann erst wir erfunden, der denkt sich irgendwann, ja scheiße, das Nesterbauen in den Bäumen ist ziemlich stressig weil da ist schon alles besetzt und aufwendig sowieso, ich leg die Eier einfach in die Steine am Ufer, die sind eh auch rund, sieht ja eh keiner, weil die sprenkel ich mit Steinmuster (das ist nicht belegt, dass der sich das so gedacht hat, aber es ist so geworden, und da sprechen wir jetzt über einen ziemlich großen Zeitrahmen).
Der Flussuferläufer hat sich dann auch irgendwann mit dem Flussregenpfeifer (die waren mal Brüdern und Schwestern) überworfen und sich gedacht (die denken mehr als man glaubt), na so wie der möchte ich nicht mehr ausschauen, also flugs ein paar Korrekturen am Federkleid und Schnabel, und schon sind wir Wir.

Die Donau, der das alles ziemlich wurscht war, hat sich dann, weil Afrika, das sich nach wie vor unter uns schiebt (so schnell wie ein Fingernagel wächst) und uns hebt, entschlossen doch nach rechts zu rinnen und erst einmal so zu bleiben, lagert genug Schotter (95% österreichischer Gewässer mündet irgendwie in die Donau und liefert Steine, zumindest vor den Staumauern) für genügend Möglichkeiten der Nestertarnung des Flussuferläufers.

Kann uns jetzt eigentlich ziemlich egal sein was sich so ein Flussuferläufer denkt, weil mir sind eh die Sapiens, mit +/- 80 Sonnenumrundungen des Planeten an Zeitspanne ausgestattet, da fällt fingernagellangsame Veränderung der Erdkruste genau Null ins Gewicht, tät sich das in den Auswirkungen nicht potenzieren (Potenz von Null wäre nicht viel, aber es ist halt mehr) . Sapiens ist ja was Löbliches (?).

Jengo heißt ein Spiel, ich hab das mit unseren Töchtern sehr gern gespielt, in dem man aus einem Turm jeweils quergeschichteter Holzklötze, unten einen Klotz herauszieht und oben drauflegt. Irgendwann ist die Stabilität perdü und das fällt zusammen, also wenn du das grad bist, hast du verloren.
„Ich hab eh nur“ ist eine Ausrede, sowieso und überhaupt.

Du kannst z.B. die Au als Abenteuerspielplatz nehmen, Survivalersatz indianerspielend heldenhaft, du kannst sie aber auch als Lebensraum sehen, Teil von uns, Teil von Vielem, von dem wir auch nur Teil sind und uns einzufügen haben (gewidmet den Herrn Stone und Steinzeit, zwegen dem Abenteuer Au).

So, erhobener Zeigefinger wieder runtergenommen, weil was soll´s?
Wir nehmen Lebensraum, wir nehmen Beziehungsraum, nehmen Anspruch, wir nehmen Besitz. Ich tu das, du/sie tun das, fast jeder tut das (der Flussuferläufer auch).
Zu welchem Zweck tun wir das?

Na eh geht´s weiter, so oder so. ich denk mir halt, wenn wir nur ein bisserl weniger Pseudo reinbringen würden, also das wär´ doch zumindest ein Anfang für Effizienz.

Herbsteln tut es!



Noen

Dies wiederum ein Beitrag der regionalen Presse, also ich darf auch qualifiziert und beurkundet, Nationalparkranger sagen, praktisch ist sowieso bereits gewesen...

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... und das Publikum hat applaudiert!

Dienstag, 11. August 2009

ein Dienstag

Gewiß, die Tage sind mit Ereignissen ausgefüllt und reihen sich aneinander wie auf einer Perlenschnur, allein, nicht alles davon halte ich für berichtenswert, sag ich jetzt so für mich.
Ich lese anderenorts davon, dass jemand den Mist runterbringen sollte, vom Neukauf eines Rucksackes und servierten Speisen, davon dass sich jemand die Nasenhaare schneiden sollte, von auf Balkonen liegen, von Bekleidungssorgen und davon, dass der Zehennagel schon wieder eingewachsen ist (Das alles gibt’s wirklich zu finden, aber eh auch Anderes).
Dieses Medium hat ein denkwürdiges Mitteilungsbedürfnis geschaffen, den Talk, grad so wie das Fernsehen die Vorabendserien oder Seitenblicke (was jetzt, für bedauernswerte Nichtösterländer erklärt, eine Sendung über wichtige Leute ist, was sie so anhaben und zu denken vorgeben wenn sie bei Benefiz und Kultur nett beieinander sind).

Und schon werden die ersten Paradeiser auf den Verfasser dieses Textes geschmissen, weil was bildet der sich ein, und he, den erhobenen Zeigefinger haben wir grad noch gebraucht.
Haltet ein, spart euch die Paradeiser für Mozarella, Basilikum und feines Olivenöl auf, ich erhebe keine Zeigefinger (gelegentlich vielleicht den Mittelfinger, aber das ist eine andere Geschichte). Ich dusche Oberflächlichkeit in Vorabendserien (wobei, seit Al Bundy ist da nichts bemerkenswertes mehr!), lese in Blogs und verfasse selbst Tagesberichte allgelegentlich, also quasi kein Besserwisser, eh auch Plaudertasche.

Zum Beweis dieser Behauptung erwähne ich, dass sich bei mir zuhause Kartons mit vollen Weinflaschen erlesenster Güte stapeln, weil druck einmal einen Stahlstich vom Just für den Willi Bründlmayer (für Unwissende, Just, ein begnadeter Künstler und Kupferstecher, Bründlmayer ist ein Edelwinzer), da weißt du dann, dass das Fehlen eines gemauerten Kellergewölbes in Gemeindewohnungen Schmerz bereiten kann.
Weiters erwähne ich, dass die Kreuzung Westbahnstraße-Kaiserstraße aufgegraben ist und die Baustelle gut ausgeschildert, also Fahrverbot, Umkehren und so. In dieses Loch sind schon acht(!) Fahrzeuge geplumpst, was mich am Terminus „Homo Sapiens“ Zweifel hegen lässt.
Linzerstraße deto, Belagsarbeiten, Baustelle, Einbahn, zig Schilder weisen darauf hin. Ich freu mich schon auf`s Heimfahren, weil da wieder ein Auto gegen die Richtung fährt und heftig hupt (nein, ich nicht, ich bin ja Radfahrer ;-) ). Sapiens?
Das wären so die Plaudernews (News, ich hab News geschrieben!).

Also was will er, der Schreiber?
Er hat halt manchmal Probleme mit zuviel (seiner Meinung nach) Oberfläche, mit überhand nehmendem Blablabla.
Sprechen wir es ruhig aus, er ist überheblich wenn sein Weltbild von Realitäten abweicht und grantelt herum. Wobei, ein bisserl Butter am Kopf muß sein.

Nebenher, Branka X, Putzfrau, eingebürgert. Hat alles hinter sich gelassen um Fuß zu fassen hier, mit ihrem Mann. Integriert sagt man. Jetzt endlich geschafft, ...fast. Seine plötzlichen Ischiasbeschwerden haben sich als Karzinome demaskiert, 5% Heilungschance. Man ist zu stolz um das soziale Netz voll auszuschöpfen, man duldet still und hofft auf Weihnacht noch zusammen.


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Samstag, 27. Juni 2009

Bandbreite

Hierhin, dahin, dorthin, mitunter ganz schön turbulent so eine Woche.
Bisserl Kupfer ätzen und polieren, bisserl Jungmenschen in feuchter Wildnis herumführen, ein wenig Schulmanagement (da werden´s ja zum Schulschluß immer etwas aufgekratzter als sonst, weil Aufführung von einem Musikel (das heißt hier so weil es genau so klingt), und Zeugnis, Neuanmeldungen, aufgebrachte Eltern („wieso hat da mein Prinz/Prinzeschen nicht die allerbeste Note wo er/sie doch ein Augenstern ist und ich Beziehungen habe?) und so nebenher einiges an gravierenden Ereignissen.

Nein, nicht jetzt die Monsterschlagzeilen vom Abgang eines gebleichten merkwürdignasigen ehemaligen Titanen der Popkultur der sich früher gern mal in den Schritt gefasst hat und „Uhuhu“ tremolierend rückwärts gemoonwalkt ist (Meine Fassungslosigkeit über das Ende dieser Biographie hält sich in Grenzen).
Auch nicht die bevorstehenden Jahrestage der ersten Mondlandung, des Ablebens von Brian Jones und des Auseinandergehens von Esther und Abi Ofarim (Ich hab gestern erfahren, das war alles zusammen damals in einem Heft der Zeitschrift „Bunte“), weil um diese Ereignisse zu erinnern muss man schon ..., na ja, ich kenn ja auch noch die offenen Straßenbahnen...

Wasser ist es was die letzten Tage geprägt hat, Wasser und Wind. He, wir hatten 769 cm in Wildungsmauer (normal wär´s so um 350 oder 400), das braust da ganz schön durch und mischt einiges durcheinander.
Dynamische Au, na soll ja auch so sein, aber das hat für ein etliche Bewohner ziemlich drastische Konsequenzen. Pech wenn du Eisvogelküken bist oder als Biber nicht schnell genug nach oben gräbst, als Reh, das nicht des Schwimmens fähig wie die Hirsche, plötzlich auf einer Insel stehst oder halt irgend einen Wettlauf mit dem Pegelstand verlierst.
Dazu ein paar fröstelnde Windböen, was gar nichts macht wenn du ein warmes Northlandjackerl anhast, aber sei einmal ein Storchenkind in einem Nest in luftiger Höh`.
Die in Petronell sind einfach erfroren, so ist das, weil wenn ein erwachsener Storch grad einmal drei Kilo auf die Wage bringt, da ist nicht viel Reserve bei den Sprösslingen.
Die Kleinen in Orth hat´s auch her gebeutel. Wobei, man muß wissen, die Jungen breiten, lang bevor sie wirklich fliegen können, ihre Schwingen aus um Wind zu spüren, so zur Probe, „aha, das ist Luft, so fühlt sich das an“. Dann kommt da so ein Windstoß und du hast keinen Boden mehr, das ist blöd. Na ja, einen hat´s erwischt, und der ist halt runter in den Schlosshof gekreiselt, wo aber eh schon wack´re Rangerarme hilfreich warteten.

storchenpapa
Storchenpapa Martin

Das Herzeigenest flugs auf die Aussichtsterasse installiert und den jungen Adebar hineinverfrachtet, weil wer kraxelt schon auf den Schornstein hinauf mit einem zappelnden Vogel. Da war er dann ein Weilchen, aber halt nicht lang. Na ja die Pubertät, man denkt dass man schon alles ist und kann und fliegen sowieso.
Jetzt schicke ich voraus, ihr erinnert euch noch an die ersten eigenen Radfahrversuche, also ohne Stützräder, dafür aber nur auf einer Ebene, nicht in der Luft. Das war ja damals auch nicht grad das was man bei der Tour de France sieht. Na genauso tut der kleine Storch, der fliegt herum, verfängt sich irgendwo und landet letztendlich stolpernd über der Straße am Parkplatz vom Zielpunkt (trefflicher Name).
Jetzt sind halt die Nerven der Ranger auch nur bedingt belastbar, und immer wieder einsammeln und die hundertsieben Stufen hinauf zur Aussichtsterasse, wie es der Martin gerne tut, wird irgendwann beschwerlich, also ab ins Storchenpflegeheim, wo Jüngling Adebar die Zeit als Zögling bis zur Reife fristet.

Die Einen haben Glück, die Anderen halt nicht. Das Eine sehen wir, das Meiste aber nicht, und doch geschieht es und bleibt nur ein Ahnen, so wir dafür empfänglich sind.
Sachschäden werden aufgelistet und berechnet, Zehn Opfer in Polen zu beklagen, Versicherungen helfen homöopathisch, die Spendenkonten liegen auf, Politiker springen hemdsärmelig ins Rampenlicht.
Die Welt bewegt sich, und wir mit ihr.

...
Ganz nebenher, am Brunnenmarkt, das Wetter schwül, die Luft gallertenartig, der Mensch kauft ein, die Gurken sind schon und die Erdbeeren sind vorbei, man preist die jungen roten Rüben und Karfiol (Blumenkohl).
Die Frau mit vielen Jahren am Blumenstand hält sich an einer Stange fest und wankt, kaum wahrzunehemen im Vorübergeh´n, dann ist sie weg, sie liegt am Boden.
Schnell hin, Ansprechen, Augen, Puls, irgendwer handyfoniert derweil die Rettung, Procedere wie angelernt, man tut nach Schema, a, b, c...
Da liegt die Frau, du tust ihr die Handtasche unter den Kopf, „Wie heißen sie?“, verängstigtes Schweigen, sie blickt dich nur an. „Wie fühlen sie sich?“, „Die Rettung ist schon unterwegs“, ein mattes Lächeln, „Die Rettung nicht mehr, ich will nicht ins Spital“. „Wer sind sie?“ fragend leise, ich sag es ihr, und sag noch „Alles wird gut“, halt ihre Hand und streichle mit der anderen ihren Kopf.
Es kommt, da hilft mein Weinen nichts, weil wir scheinen beide zu wissen was jetzt kommt, irgendwie so auf dem Brunnenmarkt zwischen den Standeln mit zwei vertrauten Fremden.
Ein Blick in deine Augen geht seitwärts weg, irgendwohin wo Weite ist, ein leises Seufzen, kaum vernehmbar.
Die Hand mit Haut aus Papier erschlafft, der Kopf wird schwer, die Uhr tickt weiter, drei Leute stehen, viele gehen vorbei, sehen nicht, woher auch?
12:17 Uhr, und nachher 12:18, -:19 ... , es war und ist vorbei, ganz nebenbei. Das Blaulicht kommt und tut das Seine, Verfrachtung und ein Offizielles.
Der Karfiol bleibt weiter günstig.

Samstag, 20. Juni 2009

Probleme der lösbaren Art

Wer, was wie, ähm, ah ja, da sind wir.
Der Multiple hat Orientierungsschwierigkeiten, weil da hat man grad wieder das Management eines Schulgebäudeerhaltungsversuches in die Bahnen geleitet, was Nebennebenjob im Dienste des Stadtschulrates mit sich bringt, tags drauf einen Haufen Zwölfjähriger durch die Dschungel geleitet, incl. Lagerfeuer (mit pickerter Marsch-Mellows Verkohlung, Seilbrückenbegehung und Ringelnatterjagt) um mich danach wieder in vertrauter Umgebung der Radierwerkstatt wiederzufinden, wo der Anrufbeantworter geblinkt hat.

„Sie haben doch damals in Tulln so eine Radierung gehabt (war Mezzotinto, also Schabblatt) mit einer Fabriksruine. Gibt’s die noch (ja gibt sie), weil die würden wir gerne haben. Ich weiß nicht mehr, wie die geheißen hat.“

noch-ohne-titel

Ja was, Titel, hat ja noch keinen, quasi ungetauft (seinerzeit o.T., ohne Titel), weil du machst da einfach ein Bild. Da denkst du nicht an Namen. Da war einfach diese alte Gießerei, irgendwie vergessen und auf Abbruch hindämmernd weil die Zeit eine andere geworden ist. Grad halt so eine Spur und ein Gewesensein.
Jetzt ist das so, ich liebe diese Bilder wo etwas Spuren hinterlässt und noch erzählt von einem Gestern, wo Zeit im Spiel ist und Sein im Vergeh´n, wo Augenblick ist und Geschichte, ein Blick und ahnen.
Na ja, was heißt das? Der Titelkatalog ist ziemlich ausgeschöpft („Gewesen“, „Metamorphose“, „Zeit“, „Umbruch“, alles schon benahmt (von Namen nehmen)).

Ich ruf verhalten „Hilfe“, weil wozu hat man den Blog an sich erfunden, wenn nicht um noch ein Fenster in die Welt zu bringen, und mit ihm ein Hinaus und auch Hinein.
Ich bitt´ euch, sagt mir einen Titel, weil ich muss da irgendwas unten draufschreiben, nicht nur den eignen Namen und die Zahl der Graphik.
Ein Preis wird ausgesetzt, namentlich eben dieses Bild, und haufenweise Dank.

Pfau, wenn das funktioniert, da hätt´ ich noch ein paar Preisausschreiben.

Jetzt aber erst mal Kopf frei machen für ein Auenlandkonzept (was jetzt ein radikaler Schnitt ist zum Nationalpark) für eine betreute WG zuerst einmal. Das war noch nicht und sollte sein. Danach noch mehr in diese Richtung, Tun ist gefragt.

Montag, 25. Mai 2009

Nachbar

Nein, heute keine Donauauen (da kommt eh noch genug), auch keine Künstlereskapaden überbordender Egomanie von Ammern (Projekt liegt brach, weil wer will was von wem, und bitte, die Würde sollte man sich bewahren (was jetzt nichts mit Ehre zu tun hat, namentlich schon gar nichts mit der, in deren Namen sich Menschen gegenseitig hinmetzeln).

Heute, bzw. Gestern, Mikulov in Böhmen, ein kunstschaffender Mensch namens Gerhard, also der Prof. Gepp, und ein jüdischer Friedhof.
Gerhard, ich weiß ja nicht ob ihr ihn kennt, tät sich aber lohnen, inhaltlich, weil der hat eine Menge zu sagen, oder eben zu zeigen, zeigt Frottagen von Grabsteinen in der Synagoge von Mikulov, wo einst auch Rabbi Löw (der mit dem Golem) wirkte. Traumähnliche Gebilde, weich und fast so nebenher, wie es Vergangenheit halt manchmal ist, so knapp vor dem Vergessen wenn nur noch Spuren sind.

Gerhard

Grabstein

Mit excellentem kleinen Steichersatz und bisserl Reden wurde eröffnet und das Werk erschaut. Danach hinab zum Friedhof, und ......aaah, ein Fleckchen Landschaft, still und friedlich mitten drin in einer lauten Welt. Da reichen Worte nicht, dies zu beschreiben, ein Friede war und laue Sonne auf den alten Steinen, hunderte Jahre wurden Jetzt und Eins.
Ich hab auf Rabbi Josef Knopfmachers Grabstein einen Stein gelegt, weil er ist gewesen und ich bin, so was verbindet und lässt das Hier und Drüben schrumpfen, so auch das geographische mit Grenzen.
Ich weiß nicht ob es Sinn macht, Linien auf Landkarten zu ziehen und „Wir“ in einen engen Ort zu grenzen und die da Draußen Fremde nennt. Kulturen, die sind nicht an einen Raum gebunden und schlüpfen unter Stacheldrähten durch. Ich bin ein Wiener, ja na und? Wien war schon immer Konglumerat an Völkern und Konfessionen, und hatte seine Blüte als man dies zuließ (na ja, ziemlich zuließ).
Die Wurzeln meiner Kinder sind böhmisch, kroatisch, bayrisch oberösterreichisch, waldviertlerisch, französisch, wienerisch und sonst was noch wenn man nach hinten schaut. Mein Vater hat sein Deutschtum noch mit der Waffe in Polen, Finnland und Russland „verteidigt“ und jüdische Menschen in ihr selbstgeschaufeltes Grab erschossen, wegen der Reinheit, wie er meinte. Man nannte das noch nicht mal Wahnsinn (wie man es heute leider auch nicht tut, nicht hier und auch nicht anderswo, wo andere „heilige“ Gründe Anlaß zu geben meinen).
Ein Mensch ist Mensch, der wird geboren wie überall auf der Welt. Der sieht und hört und fühlt und macht daraus sein Leben, genau wie du und ich. Der kommt und geht, dazwischen hinterlässt er Spuren und ist mit anderen gemeinsam, der zweifelt, liebt und tut sein Mögliches. Mit etwas Glück erfährt er Sinn und findet ihn in sich. So einfach könnt´ es sein.
Den Josef Knopfmacher, von dem ich nicht mehr weiß als dass er halt gelebt hat, den hab ich mir herausgenommen und ihn gegrüßt für alle.
Schalom, Servus und Salut

Friedhof

Montag, 16. März 2009

Leben eben

Fliegen so dahin die Tage sag ich euch, es ist bemerkenswert.
Ein bisserl Radierungen drucken, ein bisserl schulwartln und Wochenend, wie schon gewohnt, Rangerwerdungsbildung.

Wobei bei Letzterem diesmal das Sanitätsdingsbums dran war, so das Retten und Beleben.
Sagt´s es bitte nicht weiter, weil das würde das Vertrauen in meine künftige Autorität als Besucherbetreuer, wie auch als erbberechtigter Anverwandter in privatem Bereich eventuell schmälern, ich hab der Plastikübungsoma nach dem Herzinfarkt (na ja, fettes Essen, Alkohol, Nikotin und wenig Bewegung an der frischen Luft, das derpackt nicht einmal der Plastikoma ihr Herz) in der kleinen Übungswohnung zwischen der Übungscouch und dem Übungscouchtisch, wo ich sie sachtgerecht abgelegt habe, mindestens fünf Übungsrippen gebrochen und mich dann selbst mit dem Defibrilator außer Gefecht gesetzt, das war ihr Glück.
Der herzallerliebsten Barbara (die sich aber eh schon alt fühlt weil 29!) nach dem Übungsmopedunfall hätt ich den Halswirbel gebrochen beim Helmabnehmen (allerdings, ich hab ihr nachher den Kopf gestreichelt, weil das Opfer will beruhigt werden).
Der Kiwi-Martin laboriert jetzt an einer Hodenquetschung, aber he, ich hab ihn immerhin aus dem Übungsautowrack herausbekommen (wobei, ich glaub, der lädierte Knöchel hatte vorher schon was).
Dass da beim Rautegriff bei den zu Bergenden immer irgendwas knackt und sie sich danach den Arm halten, bitte, es geht um Lebensrettung!
Apropos Knochen, das Dings mit der stabilen Seitenlage, also das ist mein Lieblingsdings, Knie rauf zur Hand und dann schwupdiwup rübergedreht. Die haben dann alle so schiefe Nasen wenn sie stabil seitlich da liegen, es ist zum Zerkugeln.
Komisch find ich nur, dass jetzt niemand mehr mit mir spricht. Die drehen sich alle weg, soweit es ihre Wirbelsäulen eben noch zulassen, wenn ich komme, selbst die RollstuhlfahrerInnen.
Die Christiane, einstmals Ruhepol in nassen Gewässern, auch sie ist früher gegangen (das konnte sie noch, immerhin!), am Ende war ich allein.
Na ja, ich bin halt ein Mobbingopfer.

ABER!!! Ich kann tolle Weberknoten (Achterknoten) in Dreieckstücher machen!

Fazit: Schaut´s auf euch, weil wenn ihr umkippt´s und ich bin in der Nähe, na pfüat Gott. Da wird nicht lang gefackelt. Bis die Rettung kommt seid ihr mit mir allein!

Salut
Josef

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He, es ist Frühling, also was soll´s.

Dienstag, 17. Februar 2009

...

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Erschreckt bitte nicht, ich bin grad am Tüfteln.

Nein, dies ist kein Fahndungsfoto, der junge Mann wurde schon gefaßt und in eine Besserungsanstalt verfrachtet, hat aber nichts gebracht, unverbesserlich.
(Ich durfte damals nur mein Federpinal mitnehmen und die Träume)

Ich bin nur grad dabei, den Bildtransport speicherschonend auszuprobieren, quasi Testbild.

Dienstag, 3. Februar 2009

Résumé

ecce-homo1

Also bitte, ich renn dem Bus hinterher, schmeiß mich, nach Luft japsend auf einen Sitz, hab den Fahrschein im Portemonaie und bin einfach glücklich, den 07:45 noch erwischt zu haben.
Schmecks, da hab ich doch nach ein paar Atemschnaufer eine Dienstplakette vor den Augen und höre „Fahrausweis bitte“.
Ja, ich hab nicht gezwickt, ja, ich war ohne gültiges Dokument in einem öffentlichen Verkehrsmittel.
Ich hab´s nicht vorgehabt, weil der Tagesfahrschein war eh griffbereit vorhanden, wollte auch benutzt werden. Hat nicht sollen sein, Delinquent überführt, keine Gnade.
So ein Scheiß aber auch, sinnlos, den grinsenden Kontrolleur hätt ich mir ersparen können.

Da wäre jetzt so was wie, Leute, zwickts eure Fahrscheine, angebracht. Mitnichten, fahret schwarz ihr Mitbürger! In den letzten zehn Jahren hat mich niemand kontrolliert, bis auf den einen. Wäre ich immer nur schwarz gefahren, es hätte sich gelohnt.
Ich bereue meinen Gehorsam, bringt nichts, glaubt dir eh keiner.

Salut
Josef

Radierwerkstatt

Josef Mühlbacher

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