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Dies und Jenes

Samstag, 21. November 2009

im Achten

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Es braucht Orte der Stille.

Es braucht sie, weil irgendjemand wieder nicht dicht gehalten und das Geheimnis ausgeplaudert hat, dabei sollte es doch eine Überraschung werden.
Na ja, kann man nichts machen, es ist heraußen, in einem Monat ist Weihnachten.

Pfu, sah da nur, pfu, weil das ist keine sehr lange Zeitspanne, und irgendwie, nachdem das Geheimnis nun keines mehr ist, kommt Dieser und Jene aus Künstlerkreisen auf die Idee, schnell noch, bitte, bitte...

Der Meister der Druckkunst stöhnt auf, erinnert sich an sein desaströses Bankkonto und jongliert halt mit dem Kalender, hofft auf ein Wurmloch im Raum- Zeitkontinuum und zu guter letzt auf eine freundliche schwarze Null in der Bilanz, weil ein Jahr ist lang, auch wenn´s am Ende immer kürzer wird (Bitte, das war jetzt eine höchst philosophische Erkenntnis!).


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Es braucht Orte der Stille.

Du gehst da so von einer Stätte deines Wirkens zur anderen, weil gehen muss sein, da lässt sich nämlich vorzüglich Gleichgewicht wiederfinden, und wirst gewahr, dass du da schon etliche Male vorbeigegangen bist, ohne wirklich wahrzunehmen, was ein schwerer Fehler ist.
Ich mein´, du kannst selbstredend ohne Schaden zu nehmen von Termin A zu Termin B gelangen ohne dem Weg Beachtung zu schenken, ausgenommen natürlich rote Ampeln, Laternenmasten, gegnerische FußgängerInnen, Radfahrer, Maronibrater etc., da sollten zumindest Abwehrreflexe lebensverlängernd das ihre tun.
Jetzt aber auch nicht so propagierend, der Weg wäre das Ziel, weil da stolpern dann alle orientierungslos durcheinander, aber halt so ein bisserl mit „nicht gleich abschalten“ wenn grad nichts Wichtiges an Ereignissen geschieht.
Du gehst da also, und weil du halt grad ein Stadtmensch bist, gehst du durch die Stadt und da wiederum durch den wunderbar verschlafenen achten Bezirk, der nichts heroisches in sich birgt, keine „Sehenswürdigkeiten“, geschweige denn voll Leben pulsiert. (Obwohl, also der Name „Josefstadt“, na wenn das nichts ist?)
Du grüßt den Heribert Sasse, nickst dem Joachim Bißmeier zu (weil das machst du irgendwie reflexartig wenn du ein Gesicht kennst) und biegst in eine Gasse voller Geschichten ein.


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Eine Stadt, diese Stadt, ist nicht Stephansdom, Schönbrunn und Lipizzaner, eine Stadt hat tausendfach Spuren und stille Nebenschauplätze.
Und genau da hast du die Möglichkeit hinein- und durchzugehen, also wenn du zwischen Punkt A und Punkt B Raum zulässt (bei Punkt B ist dann eh wieder Funktionieren angesagt).


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Ps.: Eine sehr liebe Künstlerin, die schlechte Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit der Post gemacht hat, von der hab ich einen Brief (per Post) erhalten, inhaltlich etwa, „Schick nichts mit der Post, weil das funktioniert meistens nicht!“.

Noch ein Ps.: Donnerstag im 13er Bus, Kindergartengruppe mit zwei Betreuerinnen. Allesammt mit Schutzmasken vor dem Gesicht wegen dem medial aufbereiteten Virus.
Die Knirpse hatten den Mund- und Nasenschutz irgendwie kreuz und quer im Gesicht.
Soll man da jetzt lachen oder nicht ?

Les beaux jours...


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Montag, 2. November 2009

Titel zur freien Vefügung

Kohl
Das ist ein Kohl, aber der tut nichts zur Sache.


Was ein richtiger Mann ist, der hilft seiner Frau nicht im Haushalt, so schaut´s aus.
Und genau dazu bekenne ich mich, ich helfe nicht!
Eine Studie belegt, schon etwa 60% der Männer helfen ihren Frauen im Haushalt, ha, Weicheier, Warmduscher, Frauenversteher! Wo führt das noch hin mit all der Helferei?
Männer bekennt euch zu eurem wahren Ich!

Weil warum sag ich das, und riskiere schon wieder, dass Paradeiser auf mich geworfen werden?
Na weil ich gestern beim Bügeln das mit den 60% und Helfen gehört habe, und das ist einfach ein Blödsinn. Helfen heißt in dem Fall ja, das ist ihre Sache und ich gehe ihr gelegentlich zur Hand, Schwachsinn.
Wenn Wir sind, dann ist es Unseres, dann ist es Eines, Punkt.
Na ja, so Sachen mit Rüscherln, die irgendein DesignerIn entworfen hat, der/die vom Bügeln keine Ahnung hat, oder so die pseudoaufgesetzten Taschen an Seidenimitatbluserln, die können einem den Mut zur Überzeugung schon schwer machen, aber da musst du einfach durch (Tipp: Nicht das Bügeleisen draufdrücken, nur so halb und mit viel Dampf!).

Was tut derweil das Leben? Es zwirbelt so dahin.
Menschen nicht getroffen, weil just grad in dem Moment nicht da wo ich sein hätte sollen (tut mir echt leid), Menschen getroffen weil verordnungsgemäß da.

Letzteres wäre etwa der Vierziger von der Sonja Unger, die ihr vermutlich nicht kennt, weil sonst wäre da schon ein Aufschrei „Ah, die Sonja!“. Wer ist das also?
Sonja ist Sonja, nebstbei auch noch Werken und textiles Gestalten an der Schule, meiner Schule, irgendwie so was wie Quecksilber, zum Knutschen.
Viel laute Musik (na ja, bin ich nicht mehr die Zielgruppe) und sich gegenseitig ins Ohr brüllen.
Bemerkenswert, weil ich kenn ja einige der dort verweilenden Lehrerschaft ja auch so, ein paar halt nur so vom Sehen, war ein Gespräch, nach der Erörterung der Profession der Töchter.
„Was machst du, bist du auch Biologe?“, „Nein, ich hab eine Radierwerkstatt, bin Maler, Nationalparkranger und nebenbei noch an deiner Schule Schulwart.“, „Ah, ich hab mir schon gedacht, dass ich dich von irgendwoher kenne.“, also eher gebrüllt als gesprochen, weil House, - Musik, nicht der Doc, akustisch Überhand hatte.

Warum soll das bemerkenswert sein, fragt sich der/die LeserIn, und tut dies zurecht.
No sag ich, wie nehmen wir unsere Umwelt wahr?
Jetzt hatte ich ja schon die Ehre auf diversen Podien zu stehen, Leuten von Dali bis Brus, Nitsch, Hamilton und Hrdlicka die Hand zu schütteln um mit ihnen zu tun, hab ein wenig Eigenes, wohlwollend beklatscht, präsentiert, quasi Halbsemipromi.
Andrerseits schraube ich heute Lampen ein, repariere Schränke und manage den praktischen Hausbetrieb zweier Schulen (also nebenher, weil so dulihö ist das eh nicht).

Wie wirst du gesehen, wer wird gesehen, wirst du gesehen?
Alles ist relativ.
Im Blickpunkt steht der nicht, der da grad mit dem Akuschrauber in den dritten Stock eilt um die herunterhängenden Laden wieder ins Lot zu bringen oder deinen defekten Computerstecker. Im Blickpunkt steht jemand der grad hineingewürfelt wird in den Brennpunkt des Interesses, heute, jetzt. Andere Gesichter, Namen werden im Archiv „Diverses“ abgelegt. Wichtig – Unwichtig.
Schad eigentlich, weil Leben besteht hauptsächlich aus „Nebensächlichkeiten“.

Ehe da jetzt jemand meint, der Jossele trauert der Bedeutung nach, das tut er nicht, weil sowohl die Radierungen von Linde Waber (ist grad das Aktuelle), wie die defekten Brenner in der Heizung der Schule, wie auch die ausstehenden Bilder vom Altarm der Donau mit Biberbau sind zu realisieren, genauso wie dieses Bild von einer Wendeltreppe, das ich unbedingt noch realisieren muss, und das macht alles ein Mensch, und genau deshalb.

Kennt ihr euer Nebenher?

Na ja, genug, ich verlier´ mich jetzt in Phantasie, was ja auch sein muß!

phantasie
Golddelicius!

Samstag, 19. September 2009

Betrachtungen

Es gibt Ereignisse, ich meine das Leben ist ja schier vollgestopft davon, also so das wo du hingehst, und das ist wichtig, weil Ereignis und Prominenz und wichtig, ganz wichtig.
Wenn also dein Fastmagengeschwürkünstler eine Präsentation machen lässt, und Laudatio und Huldigung den Eindruck erweckt, also zumindest, im Zenit der Ereignisse zu stehen, da musst du einfach zumindest vorbeischauen, weil ja auch der Lötsch (Prof. Bernd Lötsch) Laudator (also reden kann der) und halt, man will doch sehen wie das Dings, was jetzt das Burgtor als (krampfige hätt ich beinah adjektiviert) Farbradierung ist, so ankommt, eingebettet in liebenswerte Malerei und Graphik (hab ich ja allzuoft meine Hände drin gehabt).
Na ja, die Welt eiert weiter um die Sonne herum.

Sysiphos

Wobei, und das wurde mir nur zugetragen, quasi Echtheitszertifikat kann ich nicht ausstellen, eine Bemerkung im Raum steht, namentlich dergestalt, dass der Lötsch zum G...ammer gesagt haben soll, „Was haben sie eigentlich an der Radierung gemacht?“, weil klar, der Lötsch ist ja auch anderswie mit mir, bzw. ich mit ihm verbandelt, also Nationalpark und sowieso irgendwie Nachbar, weil Hütteldorf ist nicht so groß, und da kommt man schon mal ins Reden hier und dort, und Schweigegelübte hab ich keins abgelegt.

Und das liebe Leser, das wär jetzt Tratsch, das wollen wir nicht weiterführen, zumal, da muss ich aufpassen, weil am Ende liest da noch jemand mit.
(Also zumindest, wenn dir jemand sagt, „Ah, Herr Mühlbacher, sie sind das, ich lese ihr Tagebuch.“, Vorsicht, bleiben wir allgemein und patzen niemand an.) (Obwohl, ich tät schon gern Leut anpatzen, eh nicht viele, na ja, ein andermal)
Das muss ich aber noch loswerden, auch wenn das niemand interessiert, die Radierung hätt´ ich anders gemacht, leichter, heller, luftiger, die Fenster beleuchtet ...
So, jetzt bin ich schon still.

Na ja, was ist schon still, ich meine irgendwas säuselt da immer noch herum (in diesem Fall zugegebenermaßen ich). Weil warum?
Na ja, zwi- drigeteilt ist der Mensch, hat ein Solches und ein Jenes, was da wäre, also jetzt subjektiv meinereins, eine Au, was da ist die Donauau östlich von Wien, weil da find ich immer mehr Heimat.

Ranger, meingottja, hat man eine Urkunde bekommen, ist man was (was?). Na immerhin, es gab eine Überreichung und Würschterl vom Grill und viele nette Worte mit Schulterklopfen, weil wir haben mit der Feierlichkeit auf die mit dem Nachzipf gewartet.
Man darf jetzt, Donau noch nicht (hä hä hä), mit Montur und Bewusstsein und Sendung.

Was ja eh wieder war gleich danach, also eine handvoll VierzehnjährigerInnen, was nicht einfach ist wenn da Radelfahren am Programm steht und ein paar noch nie auf einem solchen Gefährt gesessen sind, was aber jetzt wieder eine andere Geschichte wäre.
Na echt, es gibt nicht wenige Kinder, und die sind nicht aus Zentralanatolien sondern aus Wien, die haben drei Handys, Laptop und Designerschuhe, aber mit dem Radl haut sie´s auf drei Metern viermal um.

Die eigentliche Geschichte spielt, wie so oft, ganz nebenbei am Wegesrand, da wo man gern vorbeigeht, vielleicht grad aufs Navi schaut, oder trachtet, irgendwelche Kilometer in irgendeiner Zeit zu absolvieren.
Die Darsteller sind Königslibelle

Koenigslibelle

und Zebraspinne

Zebraspinne

ein Achtstundendrama mit letalem Ausgang.

Fressen

Nein, acht Stunden bin ich da nicht gestanden, aber halt nachher noch mal hin gegangen.
Was ist da jetzt so besonderes dran, Jäger, Beute, Beute ihrerseits von der Berufung her eh auch Jäger, jetzt aber Pech.

Die Parteiennahme der Betrachter ist interessant. Fast alle, selbst der Martin, tendenziell auf Seite der Königslibelle, kaum jemand Zebraspinne. Wie kommt das?
Schön sind sie beide, beide keine Vegetarier und seit Urzeiten im ökologischen Spiel dabei.
Aber irgendwie Sympathie oft einseitig. Da kann die Spinne ein noch so kunstvolles Netz mit Steigleiter weben in stundenlanger Feinarbeit (das war dann hin), als Spinne hast du einfach die Arschkarte. Wenn die dann noch Brzakovic heißt oder gar Öcal, frage nicht. Aber ich nehme an, die hat einfach gutösterreichisch Kevin Strnad geheißen, wenn überhaupt.

Letztendlich hat der Kevin dann die arme unschuldige Marie-Sophie (so hieß die Libelle) einfach ausgezuzelt, weil das ist halt so, weil zu einer Käskreiner mit süßem Senf und einem Scherzl hat ein Spinnentier keine Affinität.

Ende

Also freuen mir uns, dass mir uns andere Nahrung anders beschaffen können und in dem gigantischen ökologischen Netzwerk einen anderen Platz einnehmen. Lassen wir die Anderen so sein wie sie sind, weil meistens hat es einen Sinn.
Und, ich weiß schon, dass das für einige von uns ziemlich schwierig sein dürfte, habt´s die Spinnen lieb.

Sonntag, 13. September 2009

säumig

Betteln

Na ist ja wahr, du kannst nicht einen Blog machen und dann so mir nix, dir nix der Schreibabstinenz frönen, so geht das nicht. Wenigstens eine Entschuldigung muss her, weil man hat ja einen Anstand.

Also erst einmal waren die letzten Querelen mit dieser Sysiphosfarbradierung (ist noch immer die Selbe, Burgtor) vom Verursacher meiner, hoffentlich abgewendeten, Magengeschwüre, und dann express noch ein paar Drucke, weil die Präsentation ist angekündigt. Leider ist express eher Liliputbahn, weil das Ding ist inzwischen so umständlich aufgeblasen dass es nur noch Zeit frisst. Sieht auch kein Mensch, weil jetzt mach ich kompliziert das was es Anfangs eigentlich einfacher ohnehin war.
Nebstbei zum Glück auch noch ein paar andere kleine Projekte.

Zwischendurch tiefste Depression. Ja und wieder wollte ich mich aus meinem Fenster im Souterrain stürzen, aber das raufkraxeln ist halt schon beschwerlich. Anlaß gab der Steuerbescheid 07 (na das Finanzamt ist nur fix wenn was zu holen ist) der mir bescheinigt satte 760,- Jahresgewinn mit der Werkstatt gemacht zu haben. Wenn ich das da wieder so lese zieht es mich gleich zum Souterrainfenster. Ich glaub ich stell mir ein Sesserl hin, dann geht´s vielleicht, dass ich mich die zehn Zentimeter in die Tiefe werfe, wär da nicht der Rosenbusch im Weg.

In der Schule gibt’s Brösel, weil das Behindertenklo (Behinderte sind irgendwie nur RollstuhlfahrerInnen!?) im Hochparterre (!) mit eigens versetzter, tragender Wand, weil das muss die vorgeschriebenen Quadratmeter haben, lässt das Gebäude wanken, und der Herr Ingenieur (hat nichts mit Genius zu tun) beklagt, dass man ihm nicht mehr Dankbarkeit entgegenbringt weil er doch nur Gutes tut, aber das wär eine andere Geschichte (na ja, den Riss vom Dachboden bis zum Keller haben sie eh vergipst und übermalt, außerdem haben die ja auch noch das TurnlehrerInnenzimmerl frisch gemacht , und das um den Preis eines ..., na ja, da war halt ein Budget da, das ham mir müssen aufbrauchen).

Na und dann waren da auch noch Geburtstage und Familie. Aber da schweige ich drüber, weil wenn jemand Seifenopern im Fernseh´n sieht, weiss er/sie wie das ist, wenn nicht, dann glaubt er/sie mir das eh nicht. Ich mein´, ich weiß ja nicht, habt ihr Familie? Ich meine, so mit ausufernder Stückzahl, wo du aufpassen musst wo du dich hinsetzt, weil je nachdem, entweder sind Ausländer und EU schuld an allem, oder du hörst dir den letzten Maledivenurlaub bis hin zur Salatschüssel am Büfee an, wahlweise kannst du zu gefahrenen Mountainbikekilometern wechseln, todesverachtenden Extremoutdoorirgendwas (weil irgendwer will partout Held sein), irgendwas über die Leut die nicht so super sind wie WIR, weil wir sind Familie, was dann aber ziemlich schnell in die Opferecke driftet wenn´s individuell wird, so mit der bösen Welt, die so was von ungerecht ist.

Aua, jetzt habt´s ihr mich erwischt, weil so arg ist es ja gar nicht. Bei meiner einen Familie gibt’s genug Kinder mit denen du dich verdrücken kannst, auf Tiegerjagd gehen, Raumschiffe abschießen, Zeitreisen machen.
Bein meiner anderen Familie hab ich ein paar Schwestern, da gibt’s immer dieses „weißt du noch?“. Weil seltsam, Kindheit ist ja nur ein paar Jahre, Miteinander noch viel kürzer, aber so einmal im Jahr erinnert man sich doch gerne an die Schmudelkinder.

Ja so nur am Rande, weil´s mir grad einfällt, und ich sag jetzt nicht dass das der Pauli war, ein Knirps noch. Sehr steile Treppe zum Dachboden, er turnt sich hinauf, frag ich: „Pauli, darfst du da rauf?“ Er: „Nur wenn niemand dabei ist.“
Das gibt Hoffnung.

Was also ist so schlimm daran, wenn ab und zu keine Zeilen von dieser Adresse her ins unendliche Netz wachsen? Genau, nichts. Weil warum? Weil das Leben außerhalb der digitalen Erfassbarkeit stattfindet und nicht alles mitteilungswürdig ist, weil ich nicht schnell schreibe, wie ich auch nicht schnell koche, oder rasch mal ein Bild male.

Langsamkeit ist eine vergessene Tugend! Entschleunigung wäre an sich höchst an der Zeit.
He, Hallo, wohin und warum mit Vollgas?
Schneller, Höher, Wagemutiger, Einzigartiger? (Da hat man erst jüngst einer Dreizehnjährigen die Soloweltumsegelung untersagt, Skandal!)
Jetzt und Live, teilhaben, wozu? Alle Achttausender als Jüngste, Schnellste, Frauigste?
Epochal, Guinnessbucheintrag, Hero, 60 Km ohne Pause, Dancing Star, Kariere, Weltmeister, ja was denn bitte?

Na ja, geb ich ja zu, zwischen zwei Wochen Nichtschreiben und der Erklimmung eines K2 liegen himmelhohe Unterschiede, no na. Vielleicht gibt´s marginale Annäherungen, namentlich im Bereich der Erwartung, weil wenn du sieben Achttausender hast, musst du eigentlich den achten auch tun, wenn du oft schreibst, musst du auch öfter schreiben.
Ich seh schon, der Vergleich hinkt. Abgesehen davon, dass Schreiben ganz gut ohne Basislager geht (weil schreib einfach irgendwas, das steht dann auch da, ganz ohne Basis (Ich nenn da jetzt keine Namen)), man friert sich auch sehr selten eine Zehe ab.
Es ist allein da Tun zu müssen glauben.

He, seid´s ihr noch da?
(Na nicht da nebenan bei Rapid gegen Salzburg, die hör ich eh alle, so mit Oleholeholeholehhh.)
Solltet ihr noch bis hierher gefolgt sein, bitte, sofort eine Menschen eurer Wahl in die Arme nehmen und fest drücken! Weil das ist es.

Herz

Schluessel

Sonntag, 16. August 2009

Gerüche

Gerueche

Was soll das? Der/die geneigte LeserIn fragt sich, vielleicht, was es mit Lagerhallen auf sich hat, hat den Verfasser vielleicht die Sonne ein bisserl zu arg erwischt?
Na ja, 15. August, da werden ja in der katholischen Welt, aus mir nicht geläufigen Gründen, Gewürzsträuße gesegnet, was mir als Heide aber doch auch nicht so wirklich wichtig wäre.
Aber, eben auch an diesem Tag hat der Hannes seinen Tag der offenen Tür.
Wer ist jetzt wieder der Hannes? (Ungeduldiges Raunen geht durch die Leserschaft)
Na der Hannes halt, der Gutmann, der Sonnentor-Hannes. Also wenn ihr irgendwo einen seht, mit roten kreisrunden Brillen und einer einzigartigen Lederhose, das ist der Hannes.
Für Uneingeweihte, der hat sich nach einigen holprigen Anläufen die Firma Sonnentor geschaffen, die wiederum Kräuter, Tee, Gewürze, Aromaöle und vieles mehr in die Welt hinein bringt (Das Logo hat damals der andere Hannes, also der Fessl, entworfen, der wiederum ein Malerfreund war, aber das ufert dann jetzt schon etwas aus)
Der war schon immer ein wenig anders, also eh beide Hannese.

Sonnentor

Warum fährt man da kilometerweit ins Waldviertel um Lagerhallen und Abfüllanlagen zu besuchen? Nein, nicht weil dort einige meiner Bilder die Wände zieren (seid´s mir nicht bös, ich muß das anführen, einfach weil es mich freut), es ist wegen der Gerüche!
Echt, habt ihr schon einmal ein Gewürzlager gerochen, Stapel mit Säcken voller Minze, Rosmarin (!), Koriander, Vanille, Rosenblätter, Heublumen und so weiter? Bist du deppert, das ist ein Geruchsorgasmus sondergleichen. Du gehst um eine Ecke und bist plötzlich ein kleiner Bub der in Sommerfrische am Heuboden herumhüpft. Ein paar Meter weiter Sommerwiese in flirrender Augusthitze, danach Reise in den Orient um gleich darauf eine griechische Insel zu betreten. Du reibst ein paar getrocknete Kräuter und fliegst um die Welt.
Geruch (was eigentlich kein passendes Wort ist, viel zu hart) geht ziemlich direkt rein, macht Bilder, Erinnerungen, Phantasie und Träume.
Eigentlich eine gute Erfindung der Geruchssinn.

Sommer

Haben wir ja auch in der Au. Du kannst die Kieselsteine am Ufer riechen, den Sand, die Erde und jeden Baum (den Biber sowieso!). Hinsetzen, oder halt stehen bleiben wenn es zu feucht ist, Augen zu und einmal rundherum gerochen. Ich sag euch, man kann sogar einen Schmetterling riechen, die Nacht, die Sonne (die Gelsen braucht man nicht unbedingt zu riechen, die haben andere Kontaktmöglichkeiten).
Ist halt in der Au nicht so intensiv wie in einem Kräuterlager, aber mit etwas gutem Willen geht´s (wenn nicht grad ein Husky samt Begleitung durchs Geruchsbild läuft, oder ein verschwitzter Radfahrer).


Ps.:
Wovon ich jetzt nicht schreibe ist die Radierwerkstatt und den Künstler der zum vierten mal seine Vorlage umgeändert und diese schon auf Prospekten veröffentlicht hat. Der Hund, der immer hinter dem Stöckchen herhechelt (hat Ähnlichkeit mit mir) bleibt einfach stehen.
Vieles ist möglich, manches nicht.

Montag, 27. Juli 2009

Heimkehr

Man kommt zurück von irgendwo und hat manches erlebt im weiten Land oder auch nur im Kopf (was eh das Selbe ist). Eingetaucht in eine andere Welt die doch auch die unsere ist, in Tiefen und in flache Wasser. In Allem spiegelt sich ein Sein und Farbe, Form und Licht und Schatten.

wasser2

Die Welt ist schön, nicht nur im anderswo, aber zuweilen drängt das Sehnen uns halt grad dort hin, nach Nimmerland und Atlantis.

Dort angekommen kann man jetzt halt so oder so verweilen.
Man kann die Oberflächen besuchen und sich touristisch echauffieren über die Unzulänglichkeiten des Komforts, sich hinstellen vor eine „Sehenswürdigkeit“ und abgelichtet werden in viel Megapixel, als Beweis dass man da war, „Ich in den Koordinaten“.
Man kann die fremde Sprache ignorieren, die fremden Sitten und Gebräuche. Man kann reisen und Derselbe bleiben.
Man kann aber auch versuchen sich ein wenig einzulassen, zulassen dass es eindringt. Unter der Oberfläche gibt es Universen zu entdecken, zu spüren, riechen, tasten, sehen.
Ein Stein kann bloß ein Stein sein, oder er kann Geschichten erzählen, wie eine Tür, der schiefe Baum und die alte Frau am Marktstand, die überreife Pfirsiche feilbietet.
Es wogt geradezu vor Vielfalt und Inhalt wenn man zu sehen weiß.

wasser

Man kommt zurück von irgendwo und hat das Schauen mitgenommen. Die Welt hier ist nicht mehr die selbe, ist um einen Deut anders geworden, hat ein wenig mehr Teil vom großen Ganzen, zumindest für eine Weile.
Also schauen wir wie es weitergeht.

adler
(ist eine der heißgeliebten Mezzotinten)

Montag, 1. Juni 2009

so Tage halt

Was tut der Streber in seiner kärglichen Freizeit, na? Genau – Au.
Hurtig, so zwischen zwei Regenwolken, ein paar MitstreiterInnen geschultert und wieder einmal Route erkunden damit man am 8. Juni, was der Tag meiner Prüfung ist, keine peinliche Figur macht, weil so ein Hänger ist schnell einmal da, und kein Mauseloch weit und breit.
Jetzt denkt sich der/die geneigte LeserIn, ja Himmisakra, wie oft will der da noch gehen. Na, sag ich, na das ist von einem auf´s andere mal fast wie neu. Was da so grün rundherum Kulisse abgibt, ha, nächste Woche ist das Eine weg und ein Anderes da. Wo eben noch das Geschrei der Schwarzspechtjungen aus dem Loch gejammert hat, Stille. Die sind einfach ausgeflogen und die Geschichte mit dem Specht kannst du dir schon abschminken, weil „Da waren vor zwei Wochen noch Schwarzspechte...“, das kommt nicht so gut.
Weidenschaumzikade deto, grad noch zu Tausenden aus den Zweigen tropfend, weg.
Also Plan B, Plan C, Plan n, und Improvisation.
Wie schon weiland Siddharta sagte: „Du steigst nie zweimal in den selben Fluß.“
Na und die Knoblauchkröte von heut wird da nächste Woche auch nicht mehr sitzen, was übrigens ziemlich selten vorkommt, weil die sich eher bei Tag eingraben und erst in der Dämmerung herauskommen.

Knoblauchkroete

Knoblauchkroete-2

Erstaunenswert, du gehst bekannte Pfade und siehst stets Neues, also wenn du halt wirklich schaust, was ja zu empfehlen wäre (nicht nur im Auenland). Nichts bleibt, ein ständiges Verändern, manchmal sehr langsam wie ein Land sich formt oder ein Baum, manchmal auch unbemerkt und schnell, wie eine Blüte kommt und geht, oder der Schwarzspecht, der da nicht mehr ist und nächstes Jahr vielleicht dem Kleiber Wohnung bietet. Was bleibt sind Spuren manchmal und so ein großes Ganzes mit Kreislauf und mit Wiederkehr.

Apropos Wiederkehr, und da mach ich jetzt einen ziemlich weiten Hupfer zu was anderem, man hat ja auch eine Eheliebste zur Seite und schlendert gern mit ihr durch diese Welt. So gestern auch, ein bisserl Stadtgebummel und Kaffee und auch ein Tröpfchen guten Weines, danach ins Kino...
„Revanche“, den haben wir noch nicht gesehen, spielt´s noch im Keppler Kino, zehnter Hieb, in dem ich früher arbeitsmäßig fast zuhause war, und Mariechen hat da ihre Wurzeln.
Kino kennt jeder, ist kaum berichtenswert – mitnichten. Das Keppler, fast mehr Wirtshaus denn cineastische Stätte, betreibt ein älterer Herr im Alleingang, Kassa, Schank und Vorführwerken, schon optisch ein Erlebnis das Ensemble (Die Eintrittskarten werden noch gestempelt mit dem Datum). Die Leinwand schräg in den Raum und zu den Sitzen damit der Projektor irgendwie ein grades Bild erzeugt.
Der Film beginnt, und ruckelt tonlos rauf und runter minutenlang, dann hört das Ruckeln auf und weiter geht es ohne Ton (na ja, vielleicht Avantgarde, man weiß ja nicht), dann ruckelts wieder und man ruft nach Abhilfe (weil soviel Avantgarde im Keppler Kino?). Dann aus und finster, ein paar steh´n auf und holen Bier und irgendwas das raschelt. So bleibt das eine viertel Stunde, derweil sich eine nette Unterhaltung ausbreitet (echt, da hat niemand geschimpft und skandaliert). Dann wird es Licht und der nette ältere Herr sagt, wir fangen noch mal an... nach einer weiteren viertel Stunde sind wir dann doch gegangen, weil da war noch kein Film, und Kino ohne solchem ist nur eine halbe Sache.
Zurück zum Auto, das vor dem „Tempel der integrierten Pharaonen“ (ja den gibt’s, nahe dem Victor Adler Markt!) abgestellt war und ab nach Hause.
Wien hat was!

Samstag, 30. Mai 2009

An Regentagen

Ja, ja, ich weiß, Waschlappen, Warmduscher, Schattenparker, alles Atribute die durchaus für heute auf mich und das kleine Grüppchen Auszubildender, die an sich vorgehabt haben hinauszufahren ins Auenland, Prüfungsterrain einprägend zu erkunden, zutrifft.
Es schifft in Strömen, also Vertagung, die Au muß warten.

totbaum
(na eh ist das kein Regenbild, ist ja auch die Au in der Form wie sie wartet und wartet und wartet...)

Weil bald geht´s los. Zwei Stunden vor Fachpublikum referierend die Wege beschreiten, und da kannst du dich nicht irgendwie ablenkend mit Geschichterln herausreden, die wissen genau wo der Eschenahorn steht und warum, die haben die Namen von diesen himmelschreiend vielen Käfern im kleinen Finger und auch die ganzen Daten von Überschwemmungen und Regulierung, und welcher Fisch da wo sein Nest hat, oder waren das die Milane und ihre Laichplätze ... nein, genau, Wachtelkönig, Wurzelaustriebe auf offenen Wiesen und die Neophyten sind die Bösen wenn sie nicht der Ulmensplintkäfer erwischt bei Niederwasser wenn die Rossameise ein Knäuel bildet, auch Rattenkönig genannt...
Ich glaub, ich sollte noch mal in die Skripten schauen.
Ähm ja, Order erhalten, „Zur Prüfung sind die Uniformhemden anzuziehen, weil die verleihen Würde und Sicherheit.“ (?!) Da kann ja nix mehr schief gehen...

.......

Schnitt, Schule. Ist ja momentan Maturahektik, da wuseln alle nur so herum und alles ist wichtig wie sonst nichts auf der Welt, was schon wieder irgendwie lieb ist.
Gestern Abend dann, der übliche Betrieb war vorbei, Besuch einer Truppe Damen, die zum 40. Maturajubiläum die Stätte ihres ehemaligen Wirkens beäugen wollten, nur kurz reinschauen. Na ja, wozu bin ich Wildnis- und Erlebnispädagoge, also Führung.
Da nutzt dir die Reife nichts, selbst wenn du selber Lehrerin geworden bist, Nostalgie ist Nostalgie und Schule bleibt Schule.
Ein schnatterndes (nicht abfällig gemeint, die Geräuschkulisse war so) Grüppchen, Stiegen rauf, Stiegen runter, in jede Klasse geschaut und „Jööö, weißt du noch...?“ und „Da hat doch damals...“, bei einigen auch nur Fremdheit. Und alles ist viel kleiner geworden, oder halt der Blickwinkel ein anderer. Im Musiksaal dann auch noch drei, vier Choräle intoniert, wie damals, an Sekt genippt und viele Fotos, weil Erinnerungen überborden wenn vierzig Jahr gewesen sind.

40-Maturajubilaeum

Ist schön wenn man Geschichte hat und aufblättert dann und wann, man findet sich.
Zum Einen ist manchmal gut wenn es vorbei ist, zum Andern, also aus der Ferne jetzt betrachtet, ein Teil von uns, so oder so.
Und irgendwann war es dann wieder still und leer das Haus, die Wolke aus Parfum hängt wohl noch eine ganze Weile drin.

So, genug getratscht, weil nur weils regnet ist nicht Pause. Radierwerkstatt will sein, also hineingeschlüpft, ein Hörbuch eingelegt und dann ans Kupfer.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Alltage

Radierwerkstatt, Galvanisieren um nachher Probedrucke anzufertigen, was jetzt einmal Warten heißt, weil die Chemie ist langsam bei einem halben Volt und ein Amper.
Derweilen wundert sich der altgediente Meister längst nicht mehr über die Telefonate mit Künstler und dem Financier, weil da wird heftigst disputiert, wer nun was zahlen soll (war zwar eh schon ausgemacht, aber Auslegung ist unterschiedlich).
Ich sag euch, überlegt es euch dreimal, ehe ihr euch selbständig machen wollt. Du bekommst das einfach nicht in die Köpfe der Kunden, dass, was auf einer Rechnung steht, nicht in deinem Börserl landet, weil da hängt noch viel an Gemeinkosten dran, sehr viel.
(So, grad wieder telefonisch Mediation mit Künstler und danach dem Geldgeber betrieben, und jetzt reicht´s mir langsam, ein Ende ist noch nicht abzusehen...)

Gestern die Au, und dies Kontrastprogramm tut wohl. Vierte Klasse Volksschule, drei Boote auf der großen Bin (ein Seitenarm der Donau), ich war am Mädchenboot als Steuermann, na bumsti. Erregung groß, weil Abenteuer, so auf dem Wasser und mit selber Tun, mit zündholzdünnen Ärmchen. Na was, das ging dahin (mit vielen Pausen, weil die Luft ist bald mal aus den kleinen Lungen, außerdem will ja unterwegs auch dies und das am Uferrand erläutert werden).
Ein erstes Hindernis, da kommt man grad noch dran vorbei, um dann beim zweiten fast zu scheitern, aber nur fast. Quer übers Wasser eine umgestürzte Weide, dahinter eine Menge Schwemmholz. Da war jetzt Girliepower angesagt!
Die Köpfe runter und unten durch an einer Lücke, dann über Hindernisse drüber mit Schaukeln und Gewicht verlagern, mit Pressen, Schieben (bäh, ein toter Fisch) und Befreiung. Wir war´n die Ersten, und alle blieben trocken! Vom Bubenheldenboot (die Zweiten) ist halt einer ins Wasser geplumpst, mit viel Hallo und Lachen (drum hat man Schwimmwesten), Survival pur.
Mit allerletzter Kraft dann noch an´s Ziel. Na ja, die Kinder haben halt so irgendwie das Paddel eingetaucht und Gabi (Oberrangerin) und ich ham das schon hin bekommen.
Zurück zu Fuß, die Boote worden abgeholt.
Im Schloß die Führung mit dem Schlosstheater, wo man die Kulissen selber schieben muß (wieder ein Hallo und wichtig), die Luftbildlandkarte, nebst Donauauen mit Hannapi- und Horrstadion, mit der eigenen Schule drauf und all den Wohnhäusern und dem Schwimmteich von der Tante Sophie.
Schlossinsel noch mit Rätselrally, wo sind die Sumpfschildkröten und wie viele, wie schaut der Hecht aus, wo ist die Ringelnatter, wo die Ziesel? Zettel gefüllt und rot die Ohren.
Mit Rädern dann zurück nach Eckhardsau ins Camp, da will man noch grillen und Fußballspielen.
Ich weiß nicht, grad war´n sie noch müde und erschöpft, und schon hüpfen sie wieder durcheinander, wie machen die das? Der Auszubildende fährt heim und sinkt ermattet in sein Bett.

Jetzt wieder live, Telefonate, der Künstler meint, ich verdiene eh genug, da kann man ruhig Abstriche machen. Da fällt mir nur der Götz von Berlichingen ein.

Eisvogel

Das ist das and´re Leben.

Nachtrag:

Kalkulation

Künstler Ammer aus Gold erklärt mir wie ursuper ich doch aussteige wenn ich die Hose ganz runterlasse. Hatte irgendwie Unterhaltungswert.

Montag, 20. April 2009

Groß und Klein

Es gibt die großen Dinge und die kleinen, und nichts davon ist weniger als das andere.
Erraten, ich red schon wieder vom Auenland, weil da geht´s jetzt wieder weiter in der Geistesertüchtigung, quasi Aerobic für das Cerebrale, was nötig ist, denn, au weia, die schriftliche Prüfung hab ich zurückbekommen, aber da schweige ich jetzt drüber. Soviel nur, bestanden ist und Punkte gab`s viel mehr als meine.
Abgehakt das traurige Kapitel und frisch hinaus in Auenwälder und an Tümpel, wo alles einen Namen hat und die Vielzahl will benannt sein (ist ja nichts angeschrieben da), mit Geschichten ausgeschmückt und in Zusammenhang gebracht.
Das mit den Geschichten wär nicht schwer, aber die Namen ... (weil einfach Dings, das ist verpönt).

Nun, diesmal war´s zuerst das Kleine, so mit dem Schälchen und dem kleinen Käscher hinaus zu Tümpelufern und auch zum Fadenbach (hat nix mit fad zu tun). Da kniet man sich erst hin und starrt ins Wasser, weil sehen, das braucht Zeit. Zuerst ist einfach Wasser, Gatsch und ein paar Halme (und auch die haben schon Namen, jessasmariantjosef), dann tummelt sich da irgendwas, ein Punkt, ein Strich, und so im Starren bemerkst du diesen Gaukler (das ist ein Schwimmkäfer, weil Wasserkäfer sind nur oben, genau umgekehrt als logisch wäre), und schwups, schon ist er gekäschert und im Schälchen. Die Lupe raus und nah betrachtet, weil das ist anders als ein Bild in einem Buch, weil das ist Schönheit pur wenn man sich einlässt.
Herumgereicht für der KollegInnen Blick und mit viel Aah und Ooh die andren Fänge inspiziert, dann wieder rein ins nasse Wasser. Ich sag euch, da im Kleinen lässt sich trefflich über Formen staunen, und eine Stunde ist vorbei eh man es sich versieht.
Die Winzigdinger, da wo das Auge nicht mehr reicht, sie ausreichend zu erschauen, hineingefischt in eine Wanne und flugs ins nahe Forscherhaus, da warten Mikroskope.

Libellenlarve
Kleinlibellenlarve, seht´s ihr eh am Flügelansatz und der Kopfform

Und da ist Drama und Action, mehr wie in Hollywood mit Bruce Willis, weil Gelbrandkäferlarven steh´n dem Tyrannosaurus Rex nicht nach, nur halt die Größe ist nicht ganz die selbe. Da wird kopuliert (also nicht die Larven, so was tun die nicht) und gefressen ganz hemmungslos (na ja, woher sollten die auch Hemmungen haben?), man könnte neidisch werden. Und so vergeht der Tag und man ist vollgefüllt mit Bildern.

Kaiser
(das ist der Kaiser Phillip, und der ist schon ziemlich mitgenommen)

Der Sonntag war dann friedlicher, was passend war, weil soviel Meucheln ist nicht einmal in griechischen Tragödien, geschweige denn bei Shakespeare. Am Sonntag war nur Weg und wieder schauen, vom Reiherbaum zum Biberbiss (den durft´ ich kommentieren, weil da gibt´s Geschichten), vorbei an hunderttausend Kräutern. Bei jedem Schneckenhaus war Halt, weil erstens Namen und zweitens wieder die Geschichten, und deren gibt es manigfach da jedes eine eigene erzählt.
Die Welt ist voll davon, randvoll gefüllt, da braust es nur so von Ereignis. Da denkt man nach, da gehst du über einen Hang und den hat einst eine Eiszeit da gegraben, da schaust du auf einen Baum und der hat grad mal hundert Jahre Leben hinter sich gebracht, mit all den Spuren, die erahnen lassen, dass da ein Selbst ist, gleichwohl ein einzigartiges. Da sind die kleinen Tiere, die leben schnell, weil Herzschlag ist gezählt, genau wie unserer.
Da ist ein Kreislauf und ein Ganzes, da schwimmen wir ganz einfach mit, so ist das. Selbst wenn wir Wohlstand, Zivilisation, Kultur, Beziehungskrisen und Wirtschaft uns erdacht und zugefügt haben, wir sind ein Teil, nicht mehr.
Jetzt kommt´s mir bitte nicht mit Krone der Schöpfung, also der Sapiens, weil soviel Hirn und Geist, das kann ich einfach nicht erkennen.
Und so ganz nebenbei, für Krone hätt´ ich andere Bandscheiben konstruiert, aber mich fragt ja keiner.

Stoerche
Das wiederum ist nur das Storchenpaar das da ganz nebenbei am Schornstein weilte, weil es muß ja nicht alles gleich einen tiefen Sinn ergeben.

Radierwerkstatt

Josef Mühlbacher

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