im Achten

Es braucht Orte der Stille.
Es braucht sie, weil irgendjemand wieder nicht dicht gehalten und das Geheimnis ausgeplaudert hat, dabei sollte es doch eine Überraschung werden.
Na ja, kann man nichts machen, es ist heraußen, in einem Monat ist Weihnachten.
Pfu, sah da nur, pfu, weil das ist keine sehr lange Zeitspanne, und irgendwie, nachdem das Geheimnis nun keines mehr ist, kommt Dieser und Jene aus Künstlerkreisen auf die Idee, schnell noch, bitte, bitte...
Der Meister der Druckkunst stöhnt auf, erinnert sich an sein desaströses Bankkonto und jongliert halt mit dem Kalender, hofft auf ein Wurmloch im Raum- Zeitkontinuum und zu guter letzt auf eine freundliche schwarze Null in der Bilanz, weil ein Jahr ist lang, auch wenn´s am Ende immer kürzer wird (Bitte, das war jetzt eine höchst philosophische Erkenntnis!).

Es braucht Orte der Stille.
Du gehst da so von einer Stätte deines Wirkens zur anderen, weil gehen muss sein, da lässt sich nämlich vorzüglich Gleichgewicht wiederfinden, und wirst gewahr, dass du da schon etliche Male vorbeigegangen bist, ohne wirklich wahrzunehmen, was ein schwerer Fehler ist.
Ich mein´, du kannst selbstredend ohne Schaden zu nehmen von Termin A zu Termin B gelangen ohne dem Weg Beachtung zu schenken, ausgenommen natürlich rote Ampeln, Laternenmasten, gegnerische FußgängerInnen, Radfahrer, Maronibrater etc., da sollten zumindest Abwehrreflexe lebensverlängernd das ihre tun.
Jetzt aber auch nicht so propagierend, der Weg wäre das Ziel, weil da stolpern dann alle orientierungslos durcheinander, aber halt so ein bisserl mit „nicht gleich abschalten“ wenn grad nichts Wichtiges an Ereignissen geschieht.
Du gehst da also, und weil du halt grad ein Stadtmensch bist, gehst du durch die Stadt und da wiederum durch den wunderbar verschlafenen achten Bezirk, der nichts heroisches in sich birgt, keine „Sehenswürdigkeiten“, geschweige denn voll Leben pulsiert. (Obwohl, also der Name „Josefstadt“, na wenn das nichts ist?)
Du grüßt den Heribert Sasse, nickst dem Joachim Bißmeier zu (weil das machst du irgendwie reflexartig wenn du ein Gesicht kennst) und biegst in eine Gasse voller Geschichten ein.

Eine Stadt, diese Stadt, ist nicht Stephansdom, Schönbrunn und Lipizzaner, eine Stadt hat tausendfach Spuren und stille Nebenschauplätze.
Und genau da hast du die Möglichkeit hinein- und durchzugehen, also wenn du zwischen Punkt A und Punkt B Raum zulässt (bei Punkt B ist dann eh wieder Funktionieren angesagt).

Ps.: Eine sehr liebe Künstlerin, die schlechte Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit der Post gemacht hat, von der hab ich einen Brief (per Post) erhalten, inhaltlich etwa, „Schick nichts mit der Post, weil das funktioniert meistens nicht!“.
Noch ein Ps.: Donnerstag im 13er Bus, Kindergartengruppe mit zwei Betreuerinnen. Allesammt mit Schutzmasken vor dem Gesicht wegen dem medial aufbereiteten Virus.
Die Knirpse hatten den Mund- und Nasenschutz irgendwie kreuz und quer im Gesicht.
Soll man da jetzt lachen oder nicht ?
Les beaux jours...

Jossele - 21. Nov, 12:06
























