Ausklang

Eiert schon ein bisserl das Jahr, weil, man kann´s ihm nicht verdenken, müde.
Da helfen auch defibrillatorische Lebenserhaltungsversuche in Form von Benefizpunschstandeln und Aufrufen zur Geschenksumsatzverpflichtung nicht mehr viel.
Schon sprießen Weihnachts- und Jahresabschlussfeiern aus den Extrazimmern diverser Lokalitäten, Laudatien auf Abzuschließendes, Vorschau auf das Kommende, Prost.
Wobei, eigentlich ruckelt nur die Achse unseres Planeten den Bruchteil eines Grades weiter, halt so wie auf der Achterbahn oben, wenn es sich so anfühlt als bliebe sie stehen, den einen Bruchteil an dem wir Ende und Anfang aufhängen, mit viel Christbaum und Lametta, Kekserln, Vanillekipferln (Jessas, die muss ich noch machen, Sisyphos, ich komme...), Gischenke, Punsch und Schampus und Feuerwerk.
Ich sag da jetzt nichts über die leuchtenden Kinderaugen (na die waren vermutlich am Punsch die Gschropm), dem überfallsartigen Harmoniebedürfnis von Gen-Verwandten und deren Anhang, sinnfrei gekauften Geschenken, Hohoho und megawattilluminierten Häuserfassaden, weil das gehört dazu, genauso wie die alljährlich frühere, bessere Zeiten einmahnende Zeigefingererheber, weil Weihnachten ist schön.
Wobei, das sind schon Momente, und die jahrestagen sich dann immer wieder.
Das beginnende Wir, so mit den Kindern, hat was. „Deine“ Kinder, na ja, du hast da Teil an einem Ganzen, aber pfau, wurscht ob Weihnachten oder sonst was, es ist.
Damals, selber noch rotzlöffelig (welch ein Wort, „Gfrast“ täterte besser passen oder „Rotzpipm“), Hausmeisterwohnung Penzingerstraße 151, und wenn dein Vater Zimmermann ist, dann wird die Krippe selber gezimmert, jedes Jahr neu.
Föhrenrinde fürs Dach, na eh klar, gibt’s in Mödling (ähm, damals hatte man noch kein Automobil, Mödling war damals von Penzing etwa drei Stunden entfernt), also Rindenbeschaffungsexpedition, Pepi komm mit, mit anschließend gehöriger Aufwärmung in örtlicher Wirtschaft (für mich Almdudler).
Holz ham mir ja gehabt, weil ein Zimmermann hat immer ein Rucksackerl voll dabei, schon zwegen dem Heizen daheim. Was wir nicht gehabt haben war eine Beize, also so damit das dann nicht ausschaut wie vom viel späteren IKEA, weil ein Kripperl muss ja was hermachen.
Beize gab´s damals, der Baumarkt war noch nicht erfunden, in einem „Bastlergeschäft“, selbiges wieder eine Expedition, Pepi komm mit, mit obligater Aufwärmung in örtlicher Wirtschaft (für mich Almdudler).
Moos, so eine Krippe muss ein Moos haben, Satzberg. Expedition mit anschließendem Aufwärmen in örtlicher Wirtschaft (f.m.A.).
Die Krippenfiguren, Nägel und Leim haben wir dann eh daheim gehabt, außerdem ist da auch schon meine Mutter mit dem Nudelwalker vor der Tür postiert gewesen, weil das mit dem Aufwärmen war ihr dann doch ein Dorn im Auge.

(wobei, das war jetzt nicht unser Kripperl, no na, weil das Kripperl schaut immer wie eine marode Almhütte aus hierzulande, was in Palästina wiederum auch nur Kopfschütteln hervorruft, aber da muss einfach ein Bild her, anderenfalls ermüdet der Text das Auge)
Jetzt ist das mit dem Zimmern dann halt auch noch so eine Sache, weil das muss geplant sein, und leicht ist das nicht. Pepi, geh zum Wirt´n (Das Bier kostete damals 3,10 ÖS, und das beim Wirt an der Ecke, wobei unserer nicht an der Ecke war (Jetzt ist da, eh klar, ein Cineser)), hol mir ein Bier.
Flugs, ich war ja damals noch flugs, war ich die Stiegen rauf (Hausmeisterwohnungen waren vorzugsweise im Keller, bzw. Souterrain) und hab mir mit dem Wechselgeld immer schwer getan (Ja was, he, ich komm´ aus Ottakring, quasi Bronx, Überleben!).
Krippe irgendwann fertig, ebenso der Baum, weil der war auch mit viel „Aufwärmen“ verbunden, Bescherung und Kerzenanzünden und Sternspucker und großer Augenblick, also es war soweit...

... Papa mit und im Baum am Linoleumboden, lustig spritzen die Sternspucker, und Kerzen finden Nahrung. Mutteriges Gezeter, angesengte Vorhänge, Gerappel und Gezerre. „Stille Nacht“ blieb diesmal aus, aber die Krippe war schön.
„Des hod kan Lack Pipperl“, ein allumfassend anwendbares Zitat meine Vaters.
Posthum liebe ich meinen Vater, aber dazu bedurfte es einer gehörigen Menge an Zeit und Leben.

Ja aber eigentlich war ja die Zeitenwende und der sich anbahnenede Übergang, samt Rück- und Vorschau das Thema, von dem ich jetzt ein bisserl abgeschweift bin.
Ha, 25 Jahre Aubesetzung Hainburg, na? Mein Nationalpark, mein ...
Zugegeben, ich war nicht federführend dabei, wir waren schwanger und hatten ein zweijähriges Kind, da kettest du dich nicht so einfach an Schwarzpappeln.
Dem Kleinod der Flusslandschaft mangelt es nicht an herzeigbaren RetterInnen, mache sehr medienpräsent, die meisten still im Hintergrund, weil was willst du mit einem Cermak, der sich zwar eins auf den Kopf hauen hat lassen seinerzeit, heut aber auch nur Nachtportier im Hotel Augarten ist.
Die Historie fokusiert, nimmt Lichtgestalten und lässt die Vielzahl nebenher, was aber auch wurscht ist, denn es geht um die Sache (welch ein Unwort!).
Hauptsache es gibt sie noch die Au, und da schauen mir schon drauf.

Der nahe Endspurt des Kalenders ist nicht zu übersehen, also nicht das Ding mit 2012, wo offensichtlich mit Getöse die Welt untergeht weil ein Volk aus Übersee verabsäumt hat seine historische Zeitrechnung weiterzuführen, ich mein´ den ganz normalen dünn gewordenen Abreißkalender, das Werbegeschenk irgendeiner Firma die nichts am Hut hat mit Apokalypse.
Nur noch ein paar Notizen, weil ich muss das auf Papier lesen, so ein digitaler Timer ist das meine nicht.
Lieferung der letzten Drucke an Linde Waber, gestern; Weihnachtsfeier Nationalpark, morgen; heut wird noch ein Bild abgeholt, weil ich liege doch auch heuer wieder unter dem Christbaum (bitte nicht mit meinem Vater verwechseln, der lag drauf!), Montag Papierlieferung (da bekomm´ ich hoffentlich einen neuen Kalender) und dann war´s das für heuer mit Radierwerkstatt.

Wobei, ich tu ja immer eine Radierung zum Jahresbeginn verschicken, aber na ja, die muss ich erst noch machen, wozu erst einmal der Kuss einer Muse vonnöten ist.
Ähm, ist da irgendwo eine Muse?

Ps.: Und grad war eine Muse da, allerdings ohne Küssen, weil der Mensch hat ja einen Anstand (seufz). Trotzdem, alles geheim, weil der XY darf noch nichts wissen von einem Mezzotintoblatt.
Sollte der XY das jetzt lesen, also gar nichts ist, weil ich phantasier da nur so rum.
Sollte Mary das lesen, also da war sowas von überhaupt nichts, nichtser geht gar nicht.
Sollte ich das lesen, träum weiter... aber he, es gibt Menschen denen deine Bilder nicht nur gefallen, die kaufen sie auch, mach weiter.
Jossele - 16. Dez, 12:58




















