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Fundamentales

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Ausklang

Bibermahl


Eiert schon ein bisserl das Jahr, weil, man kann´s ihm nicht verdenken, müde.
Da helfen auch defibrillatorische Lebenserhaltungsversuche in Form von Benefizpunschstandeln und Aufrufen zur Geschenksumsatzverpflichtung nicht mehr viel.
Schon sprießen Weihnachts- und Jahresabschlussfeiern aus den Extrazimmern diverser Lokalitäten, Laudatien auf Abzuschließendes, Vorschau auf das Kommende, Prost.
Wobei, eigentlich ruckelt nur die Achse unseres Planeten den Bruchteil eines Grades weiter, halt so wie auf der Achterbahn oben, wenn es sich so anfühlt als bliebe sie stehen, den einen Bruchteil an dem wir Ende und Anfang aufhängen, mit viel Christbaum und Lametta, Kekserln, Vanillekipferln (Jessas, die muss ich noch machen, Sisyphos, ich komme...), Gischenke, Punsch und Schampus und Feuerwerk.

Ich sag da jetzt nichts über die leuchtenden Kinderaugen (na die waren vermutlich am Punsch die Gschropm), dem überfallsartigen Harmoniebedürfnis von Gen-Verwandten und deren Anhang, sinnfrei gekauften Geschenken, Hohoho und megawattilluminierten Häuserfassaden, weil das gehört dazu, genauso wie die alljährlich frühere, bessere Zeiten einmahnende Zeigefingererheber, weil Weihnachten ist schön.

Wobei, das sind schon Momente, und die jahrestagen sich dann immer wieder.
Das beginnende Wir, so mit den Kindern, hat was. „Deine“ Kinder, na ja, du hast da Teil an einem Ganzen, aber pfau, wurscht ob Weihnachten oder sonst was, es ist.

Damals, selber noch rotzlöffelig (welch ein Wort, „Gfrast“ täterte besser passen oder „Rotzpipm“), Hausmeisterwohnung Penzingerstraße 151, und wenn dein Vater Zimmermann ist, dann wird die Krippe selber gezimmert, jedes Jahr neu.
Föhrenrinde fürs Dach, na eh klar, gibt’s in Mödling (ähm, damals hatte man noch kein Automobil, Mödling war damals von Penzing etwa drei Stunden entfernt), also Rindenbeschaffungsexpedition, Pepi komm mit, mit anschließend gehöriger Aufwärmung in örtlicher Wirtschaft (für mich Almdudler).
Holz ham mir ja gehabt, weil ein Zimmermann hat immer ein Rucksackerl voll dabei, schon zwegen dem Heizen daheim. Was wir nicht gehabt haben war eine Beize, also so damit das dann nicht ausschaut wie vom viel späteren IKEA, weil ein Kripperl muss ja was hermachen.
Beize gab´s damals, der Baumarkt war noch nicht erfunden, in einem „Bastlergeschäft“, selbiges wieder eine Expedition, Pepi komm mit, mit obligater Aufwärmung in örtlicher Wirtschaft (für mich Almdudler).
Moos, so eine Krippe muss ein Moos haben, Satzberg. Expedition mit anschließendem Aufwärmen in örtlicher Wirtschaft (f.m.A.).
Die Krippenfiguren, Nägel und Leim haben wir dann eh daheim gehabt, außerdem ist da auch schon meine Mutter mit dem Nudelwalker vor der Tür postiert gewesen, weil das mit dem Aufwärmen war ihr dann doch ein Dorn im Auge.

rembrandt
(wobei, das war jetzt nicht unser Kripperl, no na, weil das Kripperl schaut immer wie eine marode Almhütte aus hierzulande, was in Palästina wiederum auch nur Kopfschütteln hervorruft, aber da muss einfach ein Bild her, anderenfalls ermüdet der Text das Auge)


Jetzt ist das mit dem Zimmern dann halt auch noch so eine Sache, weil das muss geplant sein, und leicht ist das nicht. Pepi, geh zum Wirt´n (Das Bier kostete damals 3,10 ÖS, und das beim Wirt an der Ecke, wobei unserer nicht an der Ecke war (Jetzt ist da, eh klar, ein Cineser)), hol mir ein Bier.
Flugs, ich war ja damals noch flugs, war ich die Stiegen rauf (Hausmeisterwohnungen waren vorzugsweise im Keller, bzw. Souterrain) und hab mir mit dem Wechselgeld immer schwer getan (Ja was, he, ich komm´ aus Ottakring, quasi Bronx, Überleben!).
Krippe irgendwann fertig, ebenso der Baum, weil der war auch mit viel „Aufwärmen“ verbunden, Bescherung und Kerzenanzünden und Sternspucker und großer Augenblick, also es war soweit...


christbaum_brennt


... Papa mit und im Baum am Linoleumboden, lustig spritzen die Sternspucker, und Kerzen finden Nahrung. Mutteriges Gezeter, angesengte Vorhänge, Gerappel und Gezerre. „Stille Nacht“ blieb diesmal aus, aber die Krippe war schön.
„Des hod kan Lack Pipperl“, ein allumfassend anwendbares Zitat meine Vaters.
Posthum liebe ich meinen Vater, aber dazu bedurfte es einer gehörigen Menge an Zeit und Leben.



Aubaum

Ja aber eigentlich war ja die Zeitenwende und der sich anbahnenede Übergang, samt Rück- und Vorschau das Thema, von dem ich jetzt ein bisserl abgeschweift bin.
Ha, 25 Jahre Aubesetzung Hainburg, na? Mein Nationalpark, mein ...
Zugegeben, ich war nicht federführend dabei, wir waren schwanger und hatten ein zweijähriges Kind, da kettest du dich nicht so einfach an Schwarzpappeln.
Dem Kleinod der Flusslandschaft mangelt es nicht an herzeigbaren RetterInnen, mache sehr medienpräsent, die meisten still im Hintergrund, weil was willst du mit einem Cermak, der sich zwar eins auf den Kopf hauen hat lassen seinerzeit, heut aber auch nur Nachtportier im Hotel Augarten ist.
Die Historie fokusiert, nimmt Lichtgestalten und lässt die Vielzahl nebenher, was aber auch wurscht ist, denn es geht um die Sache (welch ein Unwort!).
Hauptsache es gibt sie noch die Au, und da schauen mir schon drauf.


25jahre


Der nahe Endspurt des Kalenders ist nicht zu übersehen, also nicht das Ding mit 2012, wo offensichtlich mit Getöse die Welt untergeht weil ein Volk aus Übersee verabsäumt hat seine historische Zeitrechnung weiterzuführen, ich mein´ den ganz normalen dünn gewordenen Abreißkalender, das Werbegeschenk irgendeiner Firma die nichts am Hut hat mit Apokalypse.
Nur noch ein paar Notizen, weil ich muss das auf Papier lesen, so ein digitaler Timer ist das meine nicht.
Lieferung der letzten Drucke an Linde Waber, gestern; Weihnachtsfeier Nationalpark, morgen; heut wird noch ein Bild abgeholt, weil ich liege doch auch heuer wieder unter dem Christbaum (bitte nicht mit meinem Vater verwechseln, der lag drauf!), Montag Papierlieferung (da bekomm´ ich hoffentlich einen neuen Kalender) und dann war´s das für heuer mit Radierwerkstatt.

an-diamo

Wobei, ich tu ja immer eine Radierung zum Jahresbeginn verschicken, aber na ja, die muss ich erst noch machen, wozu erst einmal der Kuss einer Muse vonnöten ist.
Ähm, ist da irgendwo eine Muse?


Lippen




Ps.: Und grad war eine Muse da, allerdings ohne Küssen, weil der Mensch hat ja einen Anstand (seufz). Trotzdem, alles geheim, weil der XY darf noch nichts wissen von einem Mezzotintoblatt.
Sollte der XY das jetzt lesen, also gar nichts ist, weil ich phantasier da nur so rum.
Sollte Mary das lesen, also da war sowas von überhaupt nichts, nichtser geht gar nicht.
Sollte ich das lesen, träum weiter... aber he, es gibt Menschen denen deine Bilder nicht nur gefallen, die kaufen sie auch, mach weiter.

Dienstag, 17. November 2009

venceremos

urinoir

Das ist schon möglich, dass du einmal grantig wirst und einen begnadeten Künstler rausschmeißt, weil auch wenn einer Friedemann heißt und Sohn von honorigem Vater Fuchs ist, irgendwann hast du dieses Pseudokünstlergehabe satt.
„Ich hab da wieder ein paar Striche gemacht, ganz im Sinne von Whistler ..., da tät ich gerne einen Probedruck, na ja, kosten darf´s nichts, weil es ist ja wegen der Kunst...“.
Geh bitte, onanieren kann man selber.
Und gleich auch noch die Ammer, gülden glänzend, „brauch ich was, weil hab ich ja versprochen, muß ja der Verleger nicht wissen...“. No da springen wir nicht gleich auf und rufen, ja bitte, darf´s vielleicht ein bisserl mehr sein?
Die Causa mit diesem Kunstschaffenden wurde aber bereits hinlänglich abgehandelt.

Ohne Tascherl bist du am Strich nicht überlebensfähig.
Am Strich, werte LeserInnen, am Strich bist du eine Hure.
Wobei, daran ist nichts auszusetzen, so man dies akzeptiert. Huren unterscheiden sich positiv von Bankmanagern und Konzernvorstandsvorsitzenden (was jetzt nur meine Meinung ist!).
Der Hur (gendergemäße Beschreibung) macht alles für den Umsatz, der übrige Mensch ziert sich (ich verweigere, wider besseren (?) Wissens).
Ja was, wer schaut denn mir in der Früh aus dem Spiegel in die Äugerln? Na eben, genau dieser nette Mensch (na ja).

Spur

Du tust und hinterlässt Spuren, was da jetzt nicht gemeint ist wie, „Hinterlaß´ keine Spuren!“, weil du weißt was du tust.
Wirken ist gleich mit Auswirkung, da musst du auch schon einmal drauf schauen, dass das nicht irgendwo hin geht, wo du gar nicht hin wolltest.
Ähm ja, also diese Wortmeldung versteht sich nicht als Anleitung zu wirtschaftlichem Erfolg!

Tun also, und dies so gut wie möglich integer, hoffen dass dies Früchte trägt (wobei, da wird man doch ein bisserl zynisch, was die Auswirkungen betrifft).

Schneiden bitte.

Der multiple Mensch ist auch ein Ranger, weil Donauauen und so, nimmt teil am Jahresabschlußtreffen, und hat so seine Gedanken, weil warum?
Angebot und Nachfrage.
Nachfrage gesunken, Angebot erhöht.
Einsatzkräfte erhöht, also Verhandlungsbasis für Nationalpark verstärkt.
Und da sind wir schon wieder bei den Tascherln, geschwenkt von Prostituiereten (weil bring die alle unter einen Hut, was ich zu tun gedenke!).

Fazit: Wir tun. Wissen wir was wir tun?

Fazit 2: Es wird Zeit, zu tun.

Fazit 3: Na worauf warten wir noch? (Ich meine, du musst ja nicht Radierwerkstättenbetreiber sein, Ranger, Schulwart oder sonst was, es betrifft dich auch.)
Ein bisserl Aufbegehren, hä, wär´ das nicht was, jetzt?

schatten

Na eh, wir können auch Schatten bleiben. Schatten einer Rose ist zumindest edel.

Montag, 9. November 2009

Jubiläen

-geburtstag-sus

Mäandert so dahin das Leben und furcht sich Bahn.

Schon wieder war so ein rundes Jubiläum, diesmal mit Fünfzig und der Susanne, weil jetzt geht´s Schlag auf Schlag. Rück- und Vorblicke, Bestandsaufnahmen und es wird spät mit viel an Herzlichkeiten und Nähe und Distanz.
Die Freunde aus den Jahren, Hinzugekommene, Motorradrunde, Familie und Querfeldein, ein junger selbstverliebeter Jus-Studentenarsch (so was hat man quasi zwischenzeitlich schwieger, und hofft dass er nicht bleibt)(das sag ich jetzt so), und he, auch Schule, eh die meine, weil Susanne ist ja querverstrickt da auch meine Chefin.

geburtstag-su

(Wobei, hähä, seinerzeit hab ich ihren Sohn Sacha mal auf den Ast vom Nussbaum in Potz gesetzt, allerdins war er damals noch nicht Fünfundzwanzig, der Nussbaum noch ein wenig kleiner und ich noch kein Pykniker ;-)
Ja was, das Leben würfelt sonderbar.

Also Laudatio und Reden, alte Fotos gebeamert und Klatschen und Prosten.
Und gut, dass es zwischenzeitlich Punkte gibt am Weg, an denen hältst du inne, drehst dich nach links und rechts, schaust kurz über die Schulter zurück und resümierst.
Trotz all dem unnützen Zeugs, das sich da im Rucksack angesammelt hat, ein Leben kann ganz schön positiv ausfallen. No ja eh, ich meine, ist das Glas jetzt halb voll oder halb leer?, drinnen ist was.

geburtstag-s

Der Fluß an sich will weit und breit sein, so man ihn lässt, sich mit anderen vereinen und eine Richtung nehmen. Die Quelle wird dann irgendwann nebensächlich (es sei denn, du bist die Donau, weil da ist das ist noch immer nicht geklärt), denn derer gibt es viele die dich speisen am Weg. Bei Stromkilometer Fünfzig drehst du dich um und sagst, na ja, ist doch was (das kannst natürlich auch bei Kilometer Dreißig, Vierzig oder Sechzig ..., genaugenommen auch bei Kilometer 25,03, tun).

geburtstag-susa
Lovely Rita

Also füllen mir es an das Glas damit es eben nicht halb leer ist (na he, das ist keine Aufforderung dem Alkoholismus zu frönen, obwohl ...), die Probedrucke für Korab sind getan, Papier für die Gugginger präpariert, Linde Waber mach ich morgen ihre Drucke versandtbereit, das Portrait vom Lötsch ist skizziert (weil der Prinzipal geht in Pension), einiges auf dem Weg (einiges hinkt nach).
Na ja, wie gesagt, man mäandert.

Eins noch, ein kleiner Nachschlag.
Schule, also da haben wir eine 2B Oberstufe, da verschwindet gelegentlich einmal ein Händy oder sonst was.
Was macht die 2B, sie lässt sich einen Tresor mit Nummernschloss (ca. 40/50/30cm) in einem Kasten am Gang einbauen, versteckt, in dem sie dann den Schlüssel der Klasse einschließen, lassen den Schlüssel an eine Kette montieren, die gerade zum Türschloss reicht, und meinen, damit gegen künftige Diebstähle gefeit zu sein, weil der Feind kommt immer von Draußen!
Wehret euch gegen den Feind, den Bösling der da eindringt und unsere Souveränität bedrängt. Schließet euch ab, weil es ist undenkbar dass aus den eigenen Reihen ein Miesling entspringt.
Der Mensch an sich, also ein bisserl depperte Anteile hat der schon.

Samstag, 17. Oktober 2009

Die Iden des Oktobers

Na in echt, so ein Oktober entbehrt der Dichte nicht.
Weil warum? Der multiplen Persönlichkeit schwappen die diversen Bereiche gelegentlich bis knapp unters Kinn.

Radierwerkstatt schickt sich an, in die vorweihnachtlichen Begehrlichkeiten auszuufern, weil solang die Sonne wärmend scheint denkt kaum jemand an das Herannahen eines Jahresendes, was sich aprupt ändert mit dem ersten Frost (ist wie mit den Winterreifen), und all meine Lieben werden rege, alle auf einmal.

Schule mäandert weiter so vor sich hin, was halt auch ein bisserl Zeit abzwickt, zumal die da gelegentlich vergessen dass ich da nur ganz geringfügig beschäftigt bin an sich. Also zu dem Schluß komme ich, wenn ich so nebenbei ein 200Seiten Vertragskonvolut über ein Energie- und Wartungskonzept zur Übersetzung per Mail bekomme. Das musst du tatsächlich übersetzen, weil sonst verstehst du nur Dings, so wie das abgefasst ist, also mit Gewerke und vorbehaltlichem Leistungsnehmer im Pool (na nix Pool mit Liegestuhl und kühlem Bierchen), Agenden und Statistiken. Wer was zu tun hat und wer zahlt ist dann verteilt auf Anhang 3f und 7c (mit Detailauslagerung 8u,n,g, - l,m,i,a.).


kalt

No ja, der aufmerksamen LeserIn ist wohl auch nicht entgangen, dass sich mein Herzblut allgelegentlich auch in den Nationalpark ergießt, und der begibt sich erst Anfang November in die Winterstarre, also warm anziehen und hinaus.
Morgen Aufsichtsdienst Schlossinsel, das wird Knochenarbeit, weil da kommen immer ein paar renidente Leut, die wollen was sehen für ihr Geld. Die Tiere, also die sind ja nicht blöd, verkriechen sich in warmen Winkerln, quasi unsichtbar für den Familienausflug nach dem Mittagessen.

Für diesen Fall gibt’s den Ranger, der dann halt die Würfelnatter wieder hervorzieht aus den Holzhaufen, auch wenn die noch so sehr strampelt, die Schildkröten herauftaucht, sie sichtbar auf Baumstämme setzt und aufpasst dass sie der Wind nicht wieder runterbläst. Danach, also zu jeder vollen Stunde, hinein ins Neoprenbiberkostüm und durch den Teich geschwommen, kurz aufwärmen und ins Eisvogelkostüm geschlüpft, da muß ich dann aber nur einfach auf einem Ast sitzen, weil das mit dem Tauchen haben wir aus dem Vertrag herausverhandelt.
Die wirkliche Herausforderung, weil mit Nervenkitzel verbunden, ist das Hirschkostüm. Also rein technisch kein Problem, du kannst aufrecht gehen und musst nur ein bisserl röhren, was so ähnlich klingt wie wenn du zuviel Chili gegessen hast und dann halt da so versuchst das irgendwie wieder loszuwerden. Aber schwierig wenn der Waidmann auf der Lauer liegt ...

Wobei, der Waidmann an sich, eh lieb, obwohl Bundesforste, dem musst du nur immer kräftig die Hand geben und halt so die Forstmannsprache sprechen, so wie, „Forstkamerad, wie steht das Schalenwild (das sind keine wilden Muscheln!) im Holz?“ oder „Hossa, du hast ja ein neues Büchserl (Begriff an sich jugendfrei (weil Geschlechtsumwandlungen sind dem Waidmann fremd) so damit nicht Amok gelaufen wird am Schulhof, also mit dem Büchserl).“, oder „Der Speck ist gut, willst du noch ein Schnapserl?“ (also die Frage wäre sinnlos weil die Antwort vorhersehbar ist!). Ganz wichtig, immer breitbeinig dastehen, in die Augen schauen (sowieso) und keine verschachtelten Sätze, gelegentlich in den Schritt fassen (dem eigenen) und nichts Gutes über die Grünen sagen.

Na ja, möglicherweise ist da ein bisserl die Pfantasie mit mir durchgegangen, möglicherweise erkläre ich morgen den Besuchern nur, warum sie vielleicht wenig sehen werden (außer auf der Kadaverstation), möglicherweise kommt morgen Franz (Name von der Redaktion geändert), der Förster, kurz auf einen ganz normalen Plausch, über die Vorzüge des neuen Elektrorades und die Witterungseskapaden, vorbei.

Donnerstag dann noch eine Bootstour, noch ein Kostenvoranschlag für interaktive Schautafeln, welchen ich zusammen mit Martin mit gestrecktem Finger ins Auge fasse, weil wozu sind wir die „Kreativen“, und dann ist Jahresabschluß offiziell, also auenmäßig.

Was bleibt ist die Frage nach dem Sinn, und da muss ich diesmal passen, weil auch eine Weisheit hat irgendwo ein Ende.


thomas

Thomas, der ein Gelehrter aus Hamburg ist, Philosoph und Verfechter der Theorie, dass Wettervorhersagen auf Kaffeesud beruhen, dieser Thomas eilt durch die Lande und verkündet den Weltuntergang. 2012 soll es passieren, also zumindest wenn es nach dem Kalender von, frag mich jetzt nicht von wem, geht. Dieser Kalender hört dann auf, also das war´s dann.
Pfu, damit musst du erst einmal klarkommen, weil 2012 ist überschaubar. Ich meine, soll man sich da noch neue Winterreifen kaufen? (auf Kredit sicher!)
Also laß´ dir das einmal auf der Zunge zergehen, Ablaufdatum (haben wir eh, aber das war bislang nicht ausgefüllt mit Konkretem). Was wollten wir nicht noch alles tun, dann wenn Zeit ist? Die Liste lässt sich einfach nicht unterbringen. Na jetzt haben mir den Scherb´m auf, wohin mit all den Begehrlichkeiten?
Thomas ist weiser als er denkt!

vergaenglich

alte_frau

Montag, 13. Juli 2009

Jahrestage

Jetzt ist das halt so, dass das damals gar nicht so von gravierender Bedeutung war und ohne Pomp und Trara mit Weiß und Brautstrauß, ja sogar ohne die Familien (was mich heut noch wundert, wie wir das geschafft haben, weil das kann man doch nicht tun).

Der Anfang war ja vorher schon, dann halt die amtliche Bestätigung, und weil die Sarah fleißig ihre Zellteilung im Mutterleib vorangetrieben hat. Zur Sprache kam´s erstmals nach dem blauen Streiferl beim Test, der da besagte, wir werden Drei sein.
Na ja, da schluckst du erst mal, weil he, wir haben doch... und überhaupt, der Plan war anders, ja da war überhaupt kein Plan. Ähm, was jetzt?

Da war ein latzhosiger Träumer, der eigentlich das Proletariat befreien wollte und die Welt, und die wiederum von Atomkraftwerken und von Staumauern in der Au. Dann auch noch großer Künstler, denn das imaginäre Publikum dürstet nach seinen Bildern.
Und da war eine sehr junge Frau in indischem Kleid (das trug frau damals), die sich einen Weg zurechtgelegt hatte, der Psyche kranker Menschen einen Halt zu geben (Weltretten sowieso, wer wollt´ das nicht?).
Da standen beide noch an einem Anfang, oder halt grad ein paar zaghafte Schritte drüber raus.

Getroffen haben sich die Beiden in der Maturaabendschule und mit viel hin und her und zögern. Da war nicht viel von Zukunft und ein Leben miteinander, da war ein Jetzt.
Aus jetzt wurden Tage, Wochen, Monate, halt so ein Auf und Ab (ihr kennt das). Ein Urlaub miteinander (zu dritt, blöde Idee!), noch einer (zu zweit, gute Idee!) und Zeit und Vieles.
Ein blaues Streiferl zwischendurch und Standesamt mit Stempelmarken, versuchen wir´s halt sanktioniert, wird schon gehen. (Unterschätzt nicht katholische Schwiegermütter, die sind ein harter Brocken, da bedarf es einiges an Rethorik)
Dann wieder einsetzende Zellteilung, diesmal geplant (oh, holder Plan) und Elsa betritt die Bühne. Der Fokus lag fortan bei Vier und Wir.

Am Mittwoch sind es siebenundzwanzig Jahre her seit der Stempelmarken.

Ich wollte einst den Amazonas runterfahren, Finnland im Norden erfahren zum Mittsommermond, wollte einer verzückten Welt meine Bilder hinschmeißen (meinetwegen auch unter Verlust eines Ohres), irgendwelche Zenite erklimmen und Held sein (na ja, Zwentendorf, die Arena, Hainburg ... allerdings war ich da nicht Held).
Soll ich euch was sagen? Das mit der Mary und der Sarah und der Elsa ist das Beste was mir je passieren konnte! (Stempelmarken hin oder her)
Na klar, Hinaus, Hinauf und Irgendwas, das hat schon einen Reiz, aber was wiegt es im Vergleich?

Fazit: Sein oder Haben?

Ich verdrück mich dann für ein paar Tage, weil man muss sich ja nicht ständig im Net ergießen.
Gehabt euch wohl!
Salut

IHS

Sonntag, 5. Juli 2009

Freibier

Aber natürlich gäb´s viel zu berichten, weil so ein Leben mäandert ja dahin, trägt da was ab und lagert es dort wieder an, führt zuweilen Hochwasser und räumt alles durcheinander.
Beziehungen purzelbaumen in Skurilitäten, Kunden schäumen, weil was man gesagt hat, hat man auch so gemeint, das Auenmanagement macht auf Schilda (der Ort wo die Schildbürger daheim sind), die Schule kollabiert in kunstvoll fabrizierten Problemen, und mit meiner neuen Brille habe ich den absoluten Durchblick ;-)

Viel-Wasser

Hochwasser ist ganz gut so zwischendurch, was mir jetzt die Häuselbauer mit den überfluteten Kellern bitte verzeihen mögen, desgleichen alle anderen Opfer.
Es sagt: „Schau her, so ist das, ich bin die Natur und du ein Teil davon. Wir können miteinander oder gegeneinander, ganz wie du willst (also an sich eh kooperativ). Ich war schon vor dir da und werd´ es nachher auch noch sein. Mach du deine Zivilisation, ich mach das meine, und schauen wir, ob das zusammenpasst.“
Das wär jetzt, wenn es so weitergehen würde, Weltenformelphilosophie, und das wär töricht.

Was haben wir? Wir haben Augenblicke. Wir haben einen Yppenmarkt in Ottakring, was in Wien ist und ein Kleinod (das obere Ende vom Brunnenmarkt). Wir haben Freibier, weil da ein Lokal eröffnet, und wir haben Musik von feinster Güte.

arbeitermusikkapelle

Wir haben die Arbeitermusikkapelle, eine Menge besoffener Ottakringer (Freibier) und haben Leben (nicht jetzt weil da irgendwer besoffen ist, das geht auch „ohne“), ein kleines Miteinander.
Der Taxler redet mit dem Türkenpapa, die Konsulentin mit der Friseuse, die Kinder tanzen miteinander. Es geht, wenn man es will.

arbeitermusikkapelle2

Na ja, ich bin kein Sozialromantiker, das war ein Augenblick und nicht die Welt. „Ausländer raus!“, gerufen von Enkeln/Söhnen/Töchter tschechischer Einwanderer, kroatischer Nachfahren und ungarischen gebliebener Exilanten, etc., klingt noch im Raum und findet Ohren und Empörung.

Wozu?

„Wir“ ist ein schwieriges Wort, nicht nur der Überschwemmung wegen.

Donnerstag, 16. April 2009

Bewegt und Anteil nehmend

Wir leben in einer aufgeklärten Welt, wir sind der Westen (wovon?) und von Vernunft geprägt, und was Zivilisation ist, na he, da haben wir glorreiche Geschichte in Europa.
Na ja, der Hund liegt im Detail begraben.

B. heißt sie, könnt auch Nasrim oder sonst wie sein, ist achtzehn, hier im Österland geboren, die Eltern sind Albaner (und wollen´s bleiben). Sie lehrlingt an der Schule meiner Wahl (da wo ich zwischenzeitlich Hausmanager bin, was besser klingt als Schulwart oder so) als Bürokraft und hat meist Kompetenz, obwohl schon zweite Chance. Nein ehrlich, wenn´s Probleme gibt, die kann sie lösen, also fachlich.

Die B. taucht weg, ist nicht mehr zu erreichen, schmeißt alles hin und taucht hinab in Unbekanntes. B. ist verliebt, und wieder ein Albaner (noch dazu ein bisserl illegal im Land).
Warum schreib ich die Nationalität, weil Mensch ist Mensch (zumindest wenn man nicht Kronenzeitungsreporter ist).
Na hallo, das hat Konsequenzen, weil da ist viel Ehre mit im Spiel. Da kannst du nicht dem Bruder einfach sagen, so, ich gehe jetzt mit dem, da hat man Gesichter zu verlieren, und das tät blöd ausschau`n. Also flugs die Flüchtige eingefangen und zur Vernunft gebracht.
Das wär jetzt Romeo und Julia, da könnt man seufzen. Nur leider so was spielt es heut kaum mehr.
Der „Illegale“ X ist selber, wie es scheint, ein Trottel, hat Träume von Heirat und Legalität und Geld, weil alles ist so einfach wenn da Liebe ist. Wenn sie nur genug verdient (was sie nicht tut) und Ehe als Papier, dann darf man sich im Honigmeer des Wohlstands rechtens suhlen.
Und B. mit weiten Augen und dem Traum von Märchenprinz und Glück schmeißt alles hin, weil da wo Liebe ist, ist auch „Gerechtigkeit“, und die heißt jemand wird sich um mich kümmern.

Jetzt ham wir Blutrache und spätpubertierende Träumerin, ein paar dunkelschnauzbärtige Typen vor der Tür, die Integrationspolizei (obwohl, Chapeau, da gibt es einfühlsam kompetente Leute, das hätt ich nicht gedacht!) und eine große Ratlosigkeit.

Nur halt, das sind nicht „Die“, das ist da nebenan und mitten unter uns, die Nachbarin und die Kollegin.
Wurzeln haben wir alle und Träume auch, das ließ sich, meine ich, nicht immer leicht verbinden (es sei denn ihr ward konform, ich war es nicht, weil da war Proletariat zu befreien, obwohl, das hat nichts gewusst davon, aber das ist eine andere Geschichte).
Ich denke so, wir gaukeln eine Welt vor und sind erstaunt (oder besorgt), dass manche das für bare Münze nehmen. Die B. ist, wohl auch im Zuge ihrer Selbstentwicklung, daruf hereingefallen. Da war zuviel an Hollywood, zuviel an Seifenoper. Jetzt prallt das an Realität, und die ist Clan und Ehre, nebstbei die Fremdenpolizei (die heißt so, weil fremd ist vieles).

Die Wurzeln sind das Böse nicht, die machen einen ganzen Teil von uns.
Das Keimblatt von jeglichem Baum gleicht fast dem anderen, danach kommt erst das Individuelle.
Der B. wünsch ich das Licht, weil dahin woll´n wir alle, und irgendwo gibt´s auch ein Eigenes.


mutterbaum

Montag, 6. April 2009

und wieder Montag

Kroeten

Es sprießt die Au aus voller Kraft dass es nur so tuscht.
Am Boden überschlägt sich Grün an Grün ehe oben das Blätterdach zumacht, weil Licht wollen sie alle.
Daneben, also wenn man kundig schaut, eine wüste Orgie, weil auch die Feuerwanze hat Frühlingsgefühle genauso wie die Schnirkelschnecke und die Erdkröte (da quiekt zuweilen hinter einem Baumstumpf ein besprungenes Männchen, weil in der Brunft da gibt’s kein Halten). Es ist ein Bersten voller Wollust, ein Wogen sinnlichen Verlangens, und ohne Scham (weil die haben zum Glück noch nichts von Katholizismus gehört).
Du gehst da, von weisen Lehrern geführt, und weißt nicht wo du zuerst hinschauen sollst. Das Plopp aufspringender Knospen summiert sich zum dröhnenden Brausen (wobei, die Kornel-Kirsche hat´s schon hinter sich, die plopt als erste), und selbst die toten Bäume sumsen voller Leben.
Ein Rausch bemächtigt sich der Sinne. Und tät dich nicht der Ölkäfer kräftig zwicken wenn du ihn zum Zwecke der Betrachtung auf die Hand setzt, du würdest torkelnd wie der Taumelkäfer dahinstolpern (wobei, der schwimmt) und irgendwo im Kraut hinsinken, oder ein adultes Weibchen bespringen, was aber weniger geziemlich scheint im Auenland bei Tageslicht und in der Gruppe, weil wir haben ja leider Zivilisation.

Nun aber ist der Mensch ja nicht nur eines, der hat Facetten noch und noch. Da steht Radierwerkstatt auf der Visitenkarte, und das ist nicht gelogen.
Also hineingeschlüpft und handgewerkt. Der Goldammer (wir sind jetzt nicht mehr in der Zoologie und Strnad ist für Bildungsbürgerohren halt nicht so anschmiegsam), na auch weil Frühling ist, gebiert (oder lässt gebären) das eine oder andre neue Kupfer. So stehe ich also bereit, dies druckplattenmäßig bewerkstelligt und ansehnlich zu Papier zu bringen.
Ein Franz Bayer, die hohe Kunst der Nadel beherscht er wie kaum einer, hat ebenfalls Bedarf gemeldet, so übe ich mich denn die nächsten Tage in der lieben Profession mit Säure, Farbe und Papier.

Als Schulwart hat man Urlaub, was nötig ist, denn zwischenzeitlich tobt der Balkankrieg in Neuauflage. Serbien contra Albanien und Kroatien als Drittes, da gärt es heftig. Wenn hierarchische Feindbilder abhanden kommen zerfleischt man sich halt gegenseitig, Hauptsache Feind. Wenn´s zu gut geht muss ein Konflikt her, und mag der noch so entbehrlich sein.
Und mich erstaunt es immer wieder, wie sehr der Mensch sich bisweilen weigert anzuerkennen, dass es uns eigentlich ganz gut geht (es sei denn, du hast als Prüfungsfrage, wie viele Haare hat der Biber pro Quadratzentimeter).

Drum liebe geduldige Leser, lasst uns einfach Frühling haben. Schnappt euch den/die PartnerIn eurer Wahl und kost sie was das Zeug hergibt (lasst erst ab wenn sie zappelnd nach Luft japsen)(also, da muss ich jetzt einschränken, nehmt nicht irgendjemand auf der Straße oder sonstwo, ein bisserl Einvernehmen sollte schon sein!).

Salut
Josef

Mittwoch, 1. April 2009

Es reift

Der Mensch, je nach dem, verfügt über 19 bis 23 Milliarden Somata von Gehirnzellen, also da spielt sich´s ab wenn über die Synapserln hin und her gefunkt wird, Diskussion zwischen pubertierenden Kindern und weisen Eltern quasi ein Klacks dagegen (nur so zum Trost für Martin.W., weil der ist mitten drin).

Tohuwabohu also, ebenso bei der dreistündigen schriftlichen Prüfung heut, weil der Ranger soll ja was darstellen intellektuell, nicht nur so Paddeln, Retten und irgendwie so daherreden.
Man wurde also gescannt auf Wissensreste über eiszeitliche Terassenbildung, Biberfell, Baumschnecke, flussbauliche Konzepte, die Hölzer der weichen Au sowie der harten, ökologische Nischen, Gelsenlarven und so fort (Nichts über die Wiener Schnirkelschnecke!, schad.).
Drum hab ich ja auch jetzt nachgeschaut wie viele Gehirnzellen da sein sollten weil soviel waren da nicht wach, ja nachgerade versteckt scheint da eine erkleckliche Anzahl gewesen zu sein. Du weißt es gestern, weißt es morgen, aber grad zum Punkt nicht. Drum hat der Kulturmensch auch das Wörtchen Dings erfunden, was aber in gelehrten Stuben leider recht verpönt ist (zumindest für den Delinquenten, so er die Schulbank drückt).
Sei`s drum, das kenn ich schon, das mit den Punkten und leider nein oder na ja. Da sitz ich immerhin mit Einstein in einem Boot.

Ja von wegen Boot, der aufmerksame Leser weiß Bescheid über die Kräfte die auf ein solches einwirken wenn Menschen drin sitzen, also nicht nur die Wind- und Wasserkraft, das Paddel oder Ruder, der ja wiederum ein Riemen ist (das weiß ich jetzt!), weil Ruder ist da hinten, aber das tut gegenständlich nichts zur Sache.
Es gährt, und gut so, weil Gährung macht was. Nicht nur der Wulst an zusammengepferchter Wissensvermittlung macht gelegentlich ein wenig grantig, weil das ist alles ein bisserl viel nebenbei, nein, auch die Gruppe Auszubildender, bunt zusammengewürfelt, alt und jung, HinzIn und KunzIn.
Dabei sein oder einsamer CowboyIn gen Sonnenuntergang, das kommt jetzt langsam raus. Da ist eine Mitte und du bist der näher oder fernen. Das „Arschloch“ baut an seiner Position genauso wie der Clown, der Schlichter, harmoniebedürftige Nestsucher, der/die LenkerIn, die/der Distanzierte und der Kommentator. Nichts davon geht ohne den Anderen.
Kampfphase, an sich nicht so schlimm wie es klingt, da geh´n wir grad rein.

Ich mein´, ich bin ja diesbezüglich, also Konglumerat und Individuum, früh geschult worden mit jeder Menge Geschwister, ein Bildungsurlaub im Heim für Schwererziehbare als Zögling Nummer 08/04 (Bettnummer/Zimmernummer), wohlausgetestet für das Leben draußen (wobei, den Rohrschach hab ich verweigert, der war mir zu obszön).

Es ist im Großen nicht anders wie im Kleinen, das Miteinander und das Selbst, das lässt den cerebralen Frontlappen Funken sprühen.
Warum das so ist, echt, keine Ahnung. Wenn ich ein Ich bin schließt das andere doch nicht aus.
Die Schotterbank metamorphiert erst durch die Purpurweide zu mehr als einem Steinhaufen (na ja, ist jetzt vereinfacht, und t´schuldigung an die Geologen z´wegen Steinhaufen).
Warum nicht DABEI sein? (na ja, nicht überall!) Verliert man, und was?


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Das Bild nennt sich "Burned out" und ahnt die Grenzen. Kurt Cobain nahm den frühen Notausgang.

Montag, 30. März 2009

Erde, Luft, Wasser und noch mehr Wasser

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Der Mensch besteht unter anderem aus etwas über 200 Knochen und 650 Muskeln, wovon letztere teilweise ziemlich jungfräulich vor sich hin schlummern, also außer ihr seid so ein Bodybuilder-Cornetto (ich bin das nicht, eher so der Pykniker in Birnenform).
Dies wird einem erst so richtig bewusst wenn man drei Tage in orkanartigen Sturmböen und peitschendem Schneeregen auf reißenden Flüssen herumpaddelt (Bitte sagt´s Paddeln wenn es ein Paddel ist, weil sonst furcht der Lehrer die Stirn. Rudern tut der Schattenparker beim Gänsehäufel im Leihboot, nicht aber der Hero auf der Donauwelle.).

Ein Bootstrainer sagt dir viele weise Sachen, sagt auch, das ist gut für den Rücken wenn du es richtig machst, also nicht spastisch irgendwie herumfuchteln sondern schön aus der Hüfte raus mitdrehen. Aber mach das mal wenn der Schubverkehr sich neben dir kreuzt und zwischen der Boje und dem Ufer nur so ein paar feuchte Meter sind, du noch mitten im Strom, und der Bootsführer, der grad dran ist, eigentlich ein Experte für Ameisen ist. Da wird’s eng und du pfeifst auf Haltungsnoten. Da kannst du nicht einmal dem Individualisten vor dir eine ins Kreuz geben weil der grad beschlossen hat, gestern hat er schon genug "gerudert", heut geht er es gemütlicher an, weil irgendwer wird schon irgendwas machen.

Und da kommen wir auch schon zum Eigentlichen. Der Mensch in unseren Breiten scheint mit dem Begriff „Wir sitzen alle in einem Boot“ nicht mehr viel am Hut zu haben. Ein sich Einfügen zu einem größeren Ganzen ist als Einstellung ziemlich defizitär, nicht nur auf Schlauchbooten.
Du kannst da hinten herumfuhrwerken wie du willst, wenn vorne eine (in dem Fall war´s eine) mit führt, so nach eigenem Gutdünken, daneben einer grad in der „Das kleine Ich bin Ich“ Selbstfindungsphase verharrt (Magier hin oder her, solo wahrscheinlich ursuper, als Teil nur marginal tauglich), irgendwer „Wann sind wir endlich da“ intoniert und sich viele drauf verlassen dass irgendwer anderer schon was tun wird, dann brauchst du schon mal drei Stromkilometer zum anderen Ufer.

Mann/Frau scheut sich zu kommandieren oder Kommandos zu folgen.
Wir haben Feindbilder, wovon Befehl eines ist, wie Führer, Diktatur, und das zu recht. Wir haben damit leider auch das WIR ein bisserl hintan gestellt, weil manchmal ist es gut sich situationsbedingt Einem/Einer zu übergeben, dabei verliert man nichts.
Wenn ich das nicht kann zerbröselt das Ganze.

Wobei, das Bootsausbildungswochenende war alles andere als Katastrophe. Da war auch viel von WIR und Spaß, trotz der revoltierenden 650 Muskeln pro Person. Einige (nicht jetzt die Muskeln) wachsen zusammen und ein paar sind halt immun dagegen, schad.

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Und nächstens dürfen wir das ganze dann auch im Wasser machen!

Radierwerkstatt

Josef Mühlbacher

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