Licht und Schatten
Na echt, ich finde das nicht lustig, ja ich bin geneigt zu sagen, skandalös.
Da tust du achtundreißig Jahr dein Handwerk, denkst, langsam hast du es kapiert, mitnichten.
Ein paar hundert mal funktioniert ein Weg und plötzlich wieder nicht, weil Ionisierung, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur ein bisserl abweichen von der Norm, und du stehst da und versuchst gegenzusteuern irgendwie.
Ähm was, ja, ich rede von Galvanisation (Stahl auf Kupfer, weil wir sind in der Radierwerkstatt). Das ist notwendig wenn man Kupferplatten für Farbe schützen will, weil sonst oxydiert Gelb oder Weiß zu Grau, außerdem minimiert es die Verletzbarkeit der Oberfläche, aber das tut gegenständlich nichts zur Sache (außer hier und jetzt bei mir).
Machen wir uns nichts vor, eine Situation ist nie dieselbe wie gestern, aber dies sich einzugestehen ist immer wieder nicht so leicht, was sich jetzt nicht nur auf Galvanisation beschränkt.
Nimm Worte, nimm irgendeinen Satz. Heut klingt er so und wohlgemeint, und morgen ist er, leicht andersfarbig, Anlaß für düstre Wolken. Ursache kaum greifbar, rätselhaft.
Ja ich weiß, Männer und Frauen, ein weites Land ... (Galvanisation ist weiblich!)
Du kannst noch so aufstrampfen, Fügen ist angesagt.
Ein Halm biegt sich, ein starrer Ast bricht, beharren sinnlos (meistens).
Und jetzt denken wir uns zwei Tage weiter, also schon noch heute aber eben den übernächsten Tag, weil sieht man ja nicht wie die Zeit von einer Zeile zur anderen vergeht.
Also liebe Zeitreisende, das geht da weiter so. Irgendetwas läuft unrund.
Hier ein bisserl, da ein bisserl, grad so, dass es nicht arg ist, aber immer eine Winzigkeit daneben liegt, halt so fast.
Ein Äuzerl zu unbunt, der Passer wackelt (wir sind beim Radierung fabrizieren) und das erhoffte Ah wird zu Hmmm.
Manchmal ist halt der Wurm drin. Na ja, wird schon werden, war ja bis jetzt immer so (oder ich hab´s vergessen ;-) ). Haare ausraufen bringt nichts, weil da sind nicht mehr so viele, außerdem „die“ Radierung, also Vorsicht Josef!
Also zwei, drei Schritte zurück und den Blickpunkt verändern.
Ja hallo, da ist ja warmes Sonnenlicht und eine ganze Welt, wer hätte das gedacht?

Da tust du achtundreißig Jahr dein Handwerk, denkst, langsam hast du es kapiert, mitnichten.
Ein paar hundert mal funktioniert ein Weg und plötzlich wieder nicht, weil Ionisierung, Luftfeuchtigkeit oder Temperatur ein bisserl abweichen von der Norm, und du stehst da und versuchst gegenzusteuern irgendwie.
Ähm was, ja, ich rede von Galvanisation (Stahl auf Kupfer, weil wir sind in der Radierwerkstatt). Das ist notwendig wenn man Kupferplatten für Farbe schützen will, weil sonst oxydiert Gelb oder Weiß zu Grau, außerdem minimiert es die Verletzbarkeit der Oberfläche, aber das tut gegenständlich nichts zur Sache (außer hier und jetzt bei mir).
Machen wir uns nichts vor, eine Situation ist nie dieselbe wie gestern, aber dies sich einzugestehen ist immer wieder nicht so leicht, was sich jetzt nicht nur auf Galvanisation beschränkt.
Nimm Worte, nimm irgendeinen Satz. Heut klingt er so und wohlgemeint, und morgen ist er, leicht andersfarbig, Anlaß für düstre Wolken. Ursache kaum greifbar, rätselhaft.
Ja ich weiß, Männer und Frauen, ein weites Land ... (Galvanisation ist weiblich!)
Du kannst noch so aufstrampfen, Fügen ist angesagt.
Ein Halm biegt sich, ein starrer Ast bricht, beharren sinnlos (meistens).
Und jetzt denken wir uns zwei Tage weiter, also schon noch heute aber eben den übernächsten Tag, weil sieht man ja nicht wie die Zeit von einer Zeile zur anderen vergeht.
Also liebe Zeitreisende, das geht da weiter so. Irgendetwas läuft unrund.
Hier ein bisserl, da ein bisserl, grad so, dass es nicht arg ist, aber immer eine Winzigkeit daneben liegt, halt so fast.
Ein Äuzerl zu unbunt, der Passer wackelt (wir sind beim Radierung fabrizieren) und das erhoffte Ah wird zu Hmmm.
Manchmal ist halt der Wurm drin. Na ja, wird schon werden, war ja bis jetzt immer so (oder ich hab´s vergessen ;-) ). Haare ausraufen bringt nichts, weil da sind nicht mehr so viele, außerdem „die“ Radierung, also Vorsicht Josef!
Also zwei, drei Schritte zurück und den Blickpunkt verändern.
Ja hallo, da ist ja warmes Sonnenlicht und eine ganze Welt, wer hätte das gedacht?

Jossele - 1. Aug, 18:20





