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privat

Mittwoch, 3. Juni 2009

Muß ja nicht immer einen Titel haben

Je nun geneigte Leserschaft, wir sind Radierwerkstatt und nennen uns Cyrano, weil wir da grad in einem Schattenwinkelchen stehend das Werk für den im Lichte tun.
Die gülden Ammer schafft und meine Hände tun es, weil he, das haben sie gelernt.
Das ist kein täschchenschwingend hochhackig trippeln nachts am Gürtel, kein Wimperklimpern nach dem Freier und auch kein Gieren nach dem Sold (der ist ja eh recht traurig).

Cyrano

Jetzt fragt man sich, weil nachher ist das ja Originalgraphik von Künstlerhand, warum sitzt da nicht der Künstler? Na he, dafür gibt’s ja den Josef, der emsig tut und weiß wie man es tut.
Man fragt sich weiters, darf denn das sein? Es darf, weil ich bin Werkzeug und nehme dafür Lohn. Wer nachher sich an irgendwelchen Sonnen labt tut nichts zur Sache.
Es wird eine Farbradierung vom Michaelerplatz, na ja, das Gelbe ist das nicht vom Ei, jedoch ein wenig Fingertanz und Augenthriller, mit Nadel, Säure, Kupfer und Asphalt.
Wie holst du die goldenen Schnörkseln hervor, wie die Wölbung des grünspanigen Kupferdaches, den Lichtverlauf im Vordergrund und das Farbenspiel in den Rollbalken?
Das mach ma schon, weil was tut man nicht für dreißig Silberlinge?

Im Leben dann, da hat der Josef eine Eheliebste, die zieren übermorgen sieben mal sieben Jahr, was sehr bedenklich ist. Weil warum?
Du zellst dich neu in sieben Jahren, also abgesehen von der Fehlkonstruktion der Zähne und sonstiger Misslichkeiten, quasi neuer Mensch. Drei mal Sieben – Aufbau, zur Krone hin, also rein biologisch. Danach noch vier mal Sieben – Ausklang, mehr war nicht vorgesehen als sieben mal Sieben. Danach macht die Schöpfung nur mehr Unsinn, so was wie Birnenform und Haarausfall, begleitet von erlahmenden Synapsen cerebral. Wer mich da ansieht täglich aus dem Badezimmerspiegel, traurige Groteske.
Und siehe da, mein Mariechen glitzert nach wie vor wie Morgentau, egal ob sieben mal Sieben oder sonst was. Wißt ihr, ich liebe, und das gibt ein Zentrum auf der Welt, und Jahre werden zur Summe eines Großen.

mary-and-me

Ein Tag und noch ein Tag, und weinen, lachen, lieben, ein Funke von Verstehn der großen Sache.
Da liegt sie schnörchelnd neben mir (weh dem der sagt sie schnarcht!), ich seh sie an und denk, Jup (ich bin mit mir per Jup), pfau, da hast du Glück gehabt, und schnörchle leise auch dahin (weil auch ich nicht schnarche)(Ja he, was sollen die Buh-Rufe, kann schon sein dass ich ab und zu..., aber bitte, der Martin W., der redet im Schlaf!).

Dienstag, 3. März 2009

Dilemma

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Abelard und Eloise nenne ich sie, weil bei Kevin und Jaqueline sagt jeder gleich, ah die kenn ich, also so was wie heut eh niemand mehr heißt (wie Josef etwa, aber das ist eine andere Geschichte), noch dazu sind die beiden eh nicht mehr im Jugendalter.

Kurz noch die Eckdaten. Also Abelard (klingt doch gut, oder?) ist Selbständig und hat noch ein paar Nebenjobs, kommt oft eher spät nach Haus (also so 19:00 oder 20:00) weil er meist noch in der Firma am PC hängen bleibt. An sich ein sympatischer Bursche.
Eloise hat auch mehrere berufliche Standbeine, allesamt im psychologisch, therapeutisch und pädagogischem Bereich, geht auch ziemlich in ihnen auf und sitzt auch meist am PC wenn Abelard heim kommt. Eine atraktive Frau mit einnehmendem Wesen.
Die Beiden haben bereits eine Anzahl von Jahren doch eher harmonisch miteinander verbracht.

Eloise bekommt ein Mail, inhaltlich etwa: „Liebster Abelard, das letzte Wochenende war sehr schön, ich schicke dir ein paar Bilder davon.“ , dann noch eins: „Abelard, meine Tochter kommt zu Besuch, ich kann erst später ins MSN. Freue mich auf Freitag.“ Und dann so „Allerliebstes Bussi, deine Yvonne“.
Abelard kommt heim, obwohl die Heizung das ihre tut ist es ziemlich frostig. „Abelard, du hast Erklärungsbedarf.“, sagt´s und öffnet die besagten Mails.
No na hält Abelard die für einen schlechten Scherz oder Spams. Zwar an seinen Namen (der Anschluß lautet auf Abelard) aber nach Hause adressiert (welch ein Trottel würde so was tun?), MSN ist sein Ding sowieso nicht, ganz abgesehen davon weiß er um seine Unschuld. Er empfiehlt einfach zu löschen, insbesondere den Bildanhang, bietet an, den Freund (Lanzelot) anzurufen mit dem er grad in der Firma fast zwei Stunden lang telefoniert hat (weil Heimkommen wieder erst um 20:00), bietet an, diverseste Alibis nachzureichen, Festnetzkontrollanrufe.... „Mir geht es nicht um Kontrolle sondern um Vertrauen.“, ihre Worte.
Ihr merkt es sicher selber, Vertrauen ist das eine, Kontrolle das andere. So entbehrliche kleine Nebensächlichkeiten und schon ist da ein Klecks. Weil genauso hätte er vermutlich gesprochen, wäre da eine Affaire und er zu feig dies zuzugeben.

Abelard grübelt, weil nach anfänglicher Verwunderung und partieller Sprachlosigkeit aufgrund vermutlich naivem Welt-, Selbst- und Menschenbildes, sieht er sich mitten drin im Strudel all dieser Beziehungsruinen.
Nichts ist selbstverständlich, im Miteinander schon gar nicht. Da könnt ihr hundertmal das Frühstück mit dem frischgepressten Orangensaft machen, Blumen gelegentlich oder sonst was. Einmal ist es Liebe, einmal ist es schlechtes Gewissen, wer vermag einen Unterschied auszumachen.

Na ja, und genau dies hätte der gefinkelte Abelard auch aus taktischer Überlegung im Falle seiner Verwerflichkeit geschrieben, weil Licht und Schatten sind eins.

Abelard lässt ausrichten, er hält euch die Daumen, dass da keine solchen Mails an euren Kartenhäusern rütteln.

Salut
Josef

Radierwerkstatt

Josef Mühlbacher

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